TerraSAR-X

EADS Astrium.

Deutschlands Radar-Auge im All

TerraSAR-X ist ein Erdbeobachtungssatellit. Er hat einen X-Band-Radarsensor an Bord, der hochwertige synthetische Apertur Radardaten (SAR) liefert. TerraSAR-X arbeitet unabhängig von Wetterbedingungen, Wolkenbedeckung und Tageslicht und ist in der Lage, Radarbilder mit einer Auflösung von bis zu einem Meter zu liefern. Die TerraSAR-X-Mission wurde im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR und Airbus Defence and Space durchgeführt, das heißt beide Parteien haben zur Finanzierung des Systems beigetragen.

Start: 15. Juni 2007

Anwendungen

Wichtige Anwendungsfelder sind hochgenaue Informationsversorgung über Infrastrukturanlagen, Bodenbewegungserfassung, Land- und Forstwirtschaft, Schiffsroutenoptimierung in Gebieten mit Meereis sowie Katastrophenschutz und -management, beispielsweise im Fall von Hochwasserereignissen oder Erdbeben.

Aufnahmemodi

Mit unterschiedlichen Streifenbreiten, Auflösungen und Polarisationen erfasst TerraSAR-X die gesamte Erde. So wird im "Spotlight"-Modus ein 10 km x 10 km großes Gebiet mit einer Auflösung von einem bis drei Metern aufgenommen; im "Stripmap"-Modus ein 30 Kilometer breiter Streifen mit einer Auflösung zwischen drei und sechs Metern; im "ScanSAR"-Modus sogar ein 100 Kilometer breiter Streifen, mit einer Auflösung von 16 Metern. Zudem erlaubt TerraSAR-X auch die Erfassung interferometrischer Radardaten, etwa zur Erstellung digitaler Höhenmodelle.

Aufnahmemodi des SAR
Die drei Aufnahmemodi des SAR (Synthetic Apertur Radar): Spotlight, Stripmap und ScanSAR.

Die TerraSAR-X Mission

Gebaut wurde der Satellit von der Firma Airbus Defence and Space (vormals EADS Astrium GmbH) in Friedrichshafen, die auch die exklusiven kommerziellen Nutzungsrechte an den Daten besitzt. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR ist für die Konzeption und Durchführung der Mission verantwortlich, während der Satellitenbetrieb vom Nationalen Raumfahrtkontrollzentrum (German Space Operations Center, GSOC) in Oberpfaffenhofen übernommen wurde. Weiterhin sind mehrere DLR-Institute beteiligt: Datenempfang, -prozessierung und -verteilung werden vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) und dem Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) betrieben. Das Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme (IHR) ist ist für die Systemberatung sowie die Kalibrierung und Validierung der SAR-Daten zuständig.

Auf die TerraSAR-X-Mission folgte im Jahr 2010 die Schwerster-Mission TanDEM-X.

Eine mögliche nächste X-Band SAR Mission: TerraSAR-FOX

Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR entwickelt derzeit die TerraSAR-Follow-On-X-Band-Mission (TerraSAR-FOX). Diese Mission wird als Nachfolger von TerraSAR-X und TanDEM-X den Bedarf der Nutzer an X-Band-Daten und -Produkten in Deutschland decken, nationale und internationale Forschung ermöglichen sowie wichtige Beiträge zu Copernicus und zum Katastrophenschutz (beispielsweise zur International Charta Space & Major Disasters) leisten.

TerraSAR-FOX ist als multistatische Mission konzipiert, die aus einer engen Formation von drei Satelliten besteht. Alle Satelliten verfügen über Sende- und Empfangsfähigkeiten und werden bahnbrechende Radartechnologie nutzen, um die führenden Radarfähigkeiten, die Deutschland mit TerraSAR-X und TanDEM-X erreicht hat, aufrechtzuerhalten und sogar zu verbessern.

Missionsparameter

  
Start
15. Juni 2007
Startplatz
Baikonur, Kasachstan
Trägerrakete
DNEPR-1
Orbithöhe
514 km
Inklination
97,44°
Satellitenmasse
ca. 1200 kg
Satellitengröße
5 m Höhe x 1,3 m Durchmesser
Energieverbrauch
800 W
Missionsbetrieb
Deutsches Raumfahrt-Kontrollzentrum Oberpfaffenhofen (DLR)
Satellitenkommandierung
DLR Bodenstation Weilheim
Datenempfang
DLR Bodenstation Neustrelitz
Missionsdauer
mindestens 5 Jahre

Weiterführende Links:

Downloads

Kontakt

Erdbeobachtung

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
Königswinterer Straße 522-524, 53227 Bonn