GRETA – Das „Grüne“ Raketentriebwerk

Wie kann das Raketentriebwerk der Zukunft aussehen? Wie können neue Fertigungstechniken wie 3D-Druck die Entwicklung vereinfachen und den Bau günstiger werden lassen? Können neue Treibstoffe den Betrieb weniger schädlich machen? Das wird im Projekt GRETA untersucht.

GRETA steht für GReen BERTA und wartet mit zahlreichen technischen Neuerungen auf: Es ist eine Weiterentwicklung des 3D-gedruckten Triebwerks BERTA (BiErgoler RaumTransportAntrieb – Biergol: Raketentreibstoff aus zwei Komponenten). Anders als BERTA, das giftige und krebserregende Treibstoffe verwendet, wird GRETA mit hochkonzentriertem Wasserstoffperoxid und Ethanol betrieben – sie sind sowohl deutlich nachhaltiger herzustellen als auch erheblich ungefährlicher in der Handhabung und Lagerung.

Mehr Leistung für zukünftige Trägerraketen und die Exploration des Mondes

Triebwerke wie GRETA und BERTA können sehr zuverlässig und mehrfach gezündet werden. Sie können als Triebwerke für sogenannte Kick-Stufen fungieren, wie beispielsweise die in Entwicklung befindliche ASTRIS Kick-Stufe der Ariane-6-Trägerrakete. Sie wird ermöglichen, mehrere Nutzlasten sehr effizient in unterschiedlichen Erdumlaufbahnen abzusetzen oder Satelliten mit einem Direkteinschuss in den Zielorbit zu bringen. So kann der entsprechende Satellit ohne ein separates Triebwerk auskommen, was ihn leichter und günstiger macht. Weitere Anwendungsszenarien für das GRETA-Triebwerk können zukünftige Oberstufen von Kleinen Trägerraketen oder der Antrieb von Mondlandefähren sein.

Zum Test des GRETA Triebwerks wurde von ArianeGroup im Auftrag von ESA FLPP ein mobiler Prüfstand entwickelt und gebaut, der für die absolvierte Testkampagne nach Trauen transportiert wurde.

Günstigere und bessere Triebwerke durch 3D-Druck

3D-Druck liefert für den Triebwerksbau verschiedene Vorteile. So lassen sich Produktionszeiten signifikant verringern. Derzeit werden Brennkammern schmiedend produziert und anschließend Kühlkanäle ausgefräst. Übliche Lieferzeiten betragen bis zu eineinhalb Jahre. Durch 3D-Druck können vollständige Triebwerke hingegen innerhalb weniger Wochen geliefert werden.

GRETA wird durch sogenanntes Laserschmelzen hergestellt. Hierbei wird Metallpulver per Laser geschmolzen und in Schichten aufgetragen. So können komplexe Strukturen erzeugt werden, die sich in konventionellen Verfahren nicht herstellen lassen. Somit können etliche Bearbeitungsschritte und damit Entwicklungs- und Produktionskosten eingespart werden.

Erster Heißgastest erfolgreich bestanden

Zwischen Juli und November 2025 hat das Raketentriebwerk GRETA seine erste Testkampagne erfolgreich bestanden. Beim so genannten Heißgastest wird das Triebwerk zunächst gezündet, dann in den stabilen Betrieb gebracht und schließlich kontrolliert heruntergefahren. Während des Versuchs messen Zahlreiche Instrumente essenzielle Daten, wie Druck oder Temperatur, die zur weiteren Optimierung des Triebwerks verwendet werden. Der Test fand am Standort Trauen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) statt, der gemeinsam mit ArianeGroup und der Bundeswehr genutzt wird.

GRETA ist ein Projekt im Future Launchers Preparatory Programme (FLPP) der Europäischen Weltraumorganisation ESA, dessen Beiträge durch die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR koordiniert werden. ArianeGroup Ottobrunn ist als Hauptauftragnehmer für Entwicklung und Bau des Triebwerks zuständig. Die nächste Projektphase beginnt im Februar 2026 und wird das getestet Triebwerk für einen möglichen Betrieb im Flug optimieren.

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