In den vergangenen Jahrzehnten wurden unter anderem durch die Ausstattung von Flugzeugen mit der neuesten und leiseren Triebwerkstechnologie (Nebenstromtriebwerke der dritten Generation) erhebliche Fortschritte hin zu leiseren und effizienteren Luftfahrzeugen gemacht. Mittlerweile konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den am Boden ankommenden Lärm dieser leiseren Flugzeuge umfangreich messen und sind dadurch in der Lage, ihren Einfluss auf zukünftige Luftflotten zu prognostizieren.
In dem DLR-Projekt FluiD-21 analysiert und berechnet das Institut für Aerodynamik und Strömungsmechanik gemeinsam mit den Projektpartnern die Lärmimmission für repräsentative, konstruierte Flughäfen bis zum Jahre 2050. Dafür führen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch eine Analyse der einzelnen Unsicherheiten bei Fluglärmberechnungen durch. Diese Ergebnisse helfen ihnen zum einen, Fluglärmberechnungen besser interpretieren zu können und zum anderen Empfehlungen auszusprechen, wie diese speziell in großen Entfernungen adäquater durchgeführt werden können. Dafür untersuchen sie auch lärmarme An- und Abflugverfahren, deren Umsetzung durch das Pilotenassistenzsystem LNAS unterstützt werden.
Berechnete Fluglärmimmission für einen konstruierten Flughafen mit zwei Start- und Landebahnen.
Darüber hinaus untersuchen die Projektbeteiligten, den Einfluss von möglichen ordnungspolitischen Maßnahmen auf die zukünftige Lärmbelastung. In diese Überlegungen beziehen sie die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung in Deutschland ein. Die Untersuchungen über die Wirkung von Fluglärm auf ältere Menschen ist erforderlich, um eine repräsentative Gesamtaussage über zukünftige Fluglärmwirkungen tätigen zu können.
Das DLR-Projekt FluiD-21 leistet einen erheblichen Anteil daran, die zukünftige Umsetzbarkeit des von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) geforderten „Balanced Approach to Aircraft Noise Management“ in Deutschland realitätsnah zu beschreiben, politische Ziele (z.B. ACARE FlightPath 2050 Goals) zu überprüfen und geeignete Empfehlungen auszusprechen.
Projekt
FLUID-21 - Entwicklung der Fluglärmsituation in Deutschland im 21. Jahrhundert
Laufzeit
1/2020 - 6/2023
Funding
DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik (Leitung)