10. März 2026

Isolationsstudien als Schlüssel zur Vorbereitung zukünftiger Raumfahrtmissionen

Schlafkapseln für 100 Tage Isolation
Im Isolationsmodul des :envihab stehen die sechs Schlafkapseln der Crew über- und nebeneinander. Sie haben ein eigenes Belüftungssystem, sind stark schallisoliert und bieten ein wenig Privatsphäre.
  • ESA-Isolationsstudie SOLIS100 startet im April 2026.
  • Neue Website zur Studie gibt Einblicke in die Forschung.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Exploration, Raumfahrtmedizin

Zum Start der ESA-Isolationsstudie SOLIS100 im April 2026 geht nun eine neue Website des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin online, die Einblicke in die Forschung zu Isolationsstudien gibt. Unter SOLIS100 – Studie zur Wirkung von Isolation auf den Menschen finden Interessierte Informationen zu Durchführung und wissenschaftlichem Hintergrund solcher Analog-Studien für zukünftige Raumfahrtmissionen.

SOLIS100 startet im April 2026 im :envihab des DLR in Köln. Sechs sorgfältig ausgewählte Teilnehmende leben dort 100 Tage lang gemeinsam in einer abgeschlossenen und ressourcenbegrenzten Umgebung. Die von der European Space Agency (ESA) geleitete Studie dient als bodengebundenes Analog für zukünftige Missionen zum Mond und Mars.

Zukünftige astronautische Missionen werden weit über den erdnahen Orbit hinausführen und sind mit langen Reisezeiten sowie begrenzten Ressourcen verbunden. Crews müssen über Monate oder sogar Jahre in isolierten und beengten Umgebungen zusammenarbeiten und dabei ein hohes Maß an Eigenverantwortung übernehmen. Gleichzeitig sind Unterstützung und mögliche Rettungsmaßnahmen von der Erde nur eingeschränkt verfügbar.

Isolationsstudien sind daher ein wichtiges Instrument der Raumfahrtforschung. In kontrollierten Umgebungen untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschafler, wie sich Isolation, Enge und begrenzte Ressourcen auf Gesundheit, Verhalten und Leistungsfähigkeit von Menschen auswirken. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, Risiken für Langzeitmissionen besser zu verstehen und Strategien zur Unterstützung von Crews zu entwickeln – etwa für die Auswahl, das Training und die medizinische und psychologische Betreuung zukünftiger Astronautinnen und Astronauten.

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Kontakt

Friederike Wütscher

Institutsbeauftragte für Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
Linder Höhe, 51147 Köln
Tel: +49 2203 601 3328