SOLIS100 – Studie zur Wirkung von Isolation auf den Menschen



SOLIS100 ist eine von der Europäischen Weltraumorganisation ESA geleitete und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführte Isolationsstudie. Mit dieser werden die Auswirkungen von 100 Tagen Isolation, Enge und Ressourcenbegrenzung auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden des Menschen untersucht. Die Studie findet im :envihab, der luft- und raumfahrtmedizinischen Forschungsanlage des DLR in Köln, statt und dient als bodengebundenes Analog für zukünftige Langzeitmissionen zum Mond und Mars.
Während der Studie leben sechs sorgfältig ausgewählte Probandinnen und Probanden für 100 Tage gemeinsam in einer abgeschlossenen Umgebung. Ihr Alltag orientiert sich an dem von Astronautinnen und Astronauten und umfasst Teamarbeit, wissenschaftliche Aufgaben sowie operative Herausforderungen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, den zukünftigen medizinischen, ernährungsbezogenen und psychologischen Unterstützungsbedarf von Crews auf Langzeitmissionen besser zu definieren und die Vorbereitung auf astronautische Flüge in den tiefen Weltraum zu verbessern.
Zukünftige astronautische Raumfahrtmissionen zielen darauf ab, über den erdnahen Orbit hinauszugehen. Geplant sind Missionen zum Mond und zum Mars, einschließlich der Errichtung einer permanenten Mondbasis. Diese Vorhaben bringen neue psychische und physische Herausforderungen mit sich, da sie mit langen Reisezeiten, ausgedehnten Missionsdauern und einer erhöhten Eigenverantwortung der Crewmitglieder in isolierten und beengten Umgebungen verbunden sind. Hinzu kommt, dass im Notfall keine unmittelbaren Rettungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Gesundheitliche Auswirkungen von Enge und Ressourcenbegrenzung
Um Raumfahrende auf die Herausforderungen vorzubereiten, sind qualitativ hochwertige bodengebundene Analogstudien unerlässlich. Die Ressourcen für reale Raumfahrtmissionen sind begrenzt und die Menge verfügbarer Daten aus tatsächlichen Raumflügen ist gering. Isolationsstudien werden daher seit Langem als Analoga für Raumfahrtmissionen eingesetzt, um zu untersuchen, wie sich Isolation, Enge und Ressourcenbegrenzung auf die Gesundheit, das Verhalten und die Leistungsfähigkeit von Menschen auswirken. Die derzeitige Datenlage ist jedoch weiterhin begrenzt, sodass zusätzliche Forschung unter kontrollierten Bedingungen notwendig ist, um die psychischen und physischen Effekte dieser Extrembedingungen besser zu verstehen.
Ziel der Isolationsstudie SOLIS100 ist es, während einer 100-tägigen Isolationsphase standardisierte Daten zu erheben, um diese mit zukünftigen Kampagnen in derselben Einrichtung vergleichen zu können. Mit der Pilotstudie SOLIS8, die 2024 ebenfalls am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin im :envihab stattfand, testeten die Forschenden die Anlage und die geplante Struktur einer längeren Isolationsstudie.
Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, Risiken besser vorherzusagen, die Auswahl und das Training von Crews zu optimieren sowie Strategien zur Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit während Langzeitmissionen zu entwickeln.
Nachrichten zu den SOLIS-Isolationsstudien
Projekt SOLIS100 – Auswirkungen von 100 Tagen Isolation
- Laufzeit: 2025 bis 2027
- Federführendes Institut: DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
- Projektart: Grundfinanzierung
- Fördermittelgeber: Drittmittelprojekt im Auftrag der Europäische Weltraumorganisation (ESA)
