Neue Forschungsanlage für das Bunkern von Flüssigwasserstoff beauftragt

- Mit der Anlage werden reale Erprobung und digitale Methoden verbunden.
- Der Transfer von Flüssigwasserstoff soll modelliert und simuliert werden, die Modelle an der realen Anlage validiert und auf dieser Grundlage der Gesamtprozess weiter optimiert werden.
- Die nun in Auftrag gegebene einmalige LH₂-Bunkeranlage wird bis zu 500 kg Flüssigwasserstoff pro Stunde transferieren.
- Schwerpunkt: Verkehr
Wie lässt sich Flüssigwasserstoff sicher, effizient und mit möglichst geringen Verlusten auf Schiffe übertragen?
Mit einer neuen LH₂-Bunkerstation wollen wir den Transfer von Flüssigwasserstoff künftig unter realen Bedingungen untersuchen, digital modellieren und optimieren. Flüssigwasserstoff kann künftig sowohl als Energieträger an Bord eines Schiffes als auch als Ladung eine Rolle spielen. Voraussetzung dafür sind sichere und effiziente Prozesse beim Bunkern. Genau hier setzt unsere neue Forschungsanlage an.
Die Marine Service GmbH aus Hamburg wird für das DLR-Institut für Maritime Technologien und Antriebssysteme eine LH₂-Bunkerstation realisieren, die erste Forschungsanlage dieser Art weltweit. Die Station kann bis zu 500 Kilogramm Flüssigwasserstoff pro Stunde transferieren und wird umfangreich mit Sensorik ausgestattet.
Vermeidung von Boil-Offs
Ein wichtiger Punkt sind dabei Verdampfungsverluste, sogenanntes Boil-off. Flüssigwasserstoff wird bei sehr niedrigen Temperaturen gelagert und transportiert. Beim Transfer kann Wärme in das System gelangen und ein Teil des Wasserstoffs verdampfen. Mit der neuen Anlage wollen wir genauer untersuchen, wie diese Verluste entstehen und wie sie reduziert werden können.
Fachpersonal trainiert den Umgang mit Wasserstoff
Darüber hinaus können wir mit der Bunkerstation weitere sicherheitsrelevante Prozesse untersuchen, beispielsweise die Inertisierung von Leitungen und Systemen. Gleichzeitig soll die Anlage künftig genutzt werden, um Crews und weiteres Fachpersonal für den sicheren Umgang mit Flüssigwasserstoff zu trainieren.
Damit entsteht eine Forschungsinfrastruktur, mit der wir den Transfer von Flüssigwasserstoff nicht nur an einzelnen Komponenten, sondern im Zusammenspiel des gesamten Systems untersuchen können. Ziel ist es, Prozesse sicherer und effizienter zu machen und damit eine Grundlage für den möglichen Einsatz von Flüssigwasserstoff in der Schifffahrt zu schaffen.
Die Marine Service GmbH wurde mit der Realisierung der Anlage beauftragt. Die Lieferung ist für Ende 2028 vorgesehen.
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Kontakt
Dr. Lars Baetcke