20. Januar 2026

Neues Messsystem ermöglicht flexible Analyse von Eigenspannungen

Röntgendiffraktometer μ-X360J
Das Röntgendiffraktometer kann die Eigenspannungen bei additiv gefertigten Komponenten und geschweißten Strukturen bestimmen. Für den stationären Betrieb ist ein separates Robotersystem zur genauen Positionierung und Ausrichtung des Messgeräts vorhanden.
  • Das DLR-Institut für Maritime Technologien und Antriebssysteme hat ein neues Röntgendiffraktometer in Betrieb genommen.

  • Das Messgerät kann Eigenspannung bei additiv gefertigten Komponenten und geschweißten Strukturen bestimmen.

  • Eine Besonderheit des Gerätes ist aufgrund der kompakten Bauweise seine mobile Anwendbarkeit.

Das Institut für Maritime Technologien und Antriebssysteme hat ein neues hochmodernes Messsystem zur Untersuchung von Eigenspannungen in Metallbauteilen in Betrieb genommen. Diese inneren Spannungen entstehen zum Beispiel beim Schweißen oder beim 3D-Druck von Metallteilen und können über die Nutzungsdauer hinweg zu Rissen oder Materialversagen insbesondere in stark belasteten Bereichen wie Schiffsrümpfen, Offshore-Strukturen oder Antriebssystemen führen. Mit dem neu beschafften Röntgendiffraktometer μ-X360J können diese Eigenspannungen nun präzise, schnell und zerstörungsfrei gemessen werden.

Stationär und mobil einsetzbar

Ein besonderer Vorteil des neuen Geräts ist seine Flexibilität. Es kann sowohl stationär im Labor als auch mobil direkt vor Ort eingesetzt werden, zum Beispiel an großen oder fest installierten Strukturen. Möglich wird dies durch die sehr geringe Strahlenbelastung des verwendeten Röntgenstrahls und der kompakten Bauweise des Röntgendiffraktometers. Während ältere Geräte oft nur in speziell abgeschirmten Räumen betrieben werden dürfen, reicht bei diesem System ein Sicherheitsabstand oder eine einfache Abschirmung aus Plexiglas.

Warum sind diese Messungen so wichtig?

Eigenspannungen haben einen großen Einfluss darauf, wann und wo Risse entstehen. Gerade in der maritimen Industrie, wo Bauteile über viele Jahre hohen Belastungen ausgesetzt sind, spielt dies eine entscheidende Rolle für die Ermüdungslebensdauer und damit für die Sicherheit. Durch die gewonnenen Messergebnisse können Konstruktionen gezielt verbessert, Wartungsintervalle optimiert und Risiken frühzeitig erkannt werden.

Das neue Messsystem wird nicht nur in einem einzelnen Projekt eingesetzt, sondern soll künftig in zahlreichen Forschungsprojekten genutzt werden. Ziel ist es, einen nachhaltigen Beitrag zur Sicherheit, Zuverlässigkeit und Weiterentwicklung der maritimen Technik zu leisten.