SolarPACES 2026 in Bad Neuenahr-Ahrweiler gestartet – DLR als Gastgeber



- Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist Gastgeber der 32. SolarPACES Konferenz.
- Die Konferenz findet vom 15. bis zum 19. September in Bad Neuenahr-Ahrweiler statt.
- Es ist die die weltweit führende Konferenz zu konzentrierter Solarenergie sowie thermischen und chemischen Energiesystemen.
Am Dienstag, 15. September ist die 32. SolarPACES 2026 in Bad Neuenahr-Ahrweiler gleich mit mehreren Highlights gestartet: Die Begrüßung von 390 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, besuchte die Konferenz und obendrein wurde eine Premiere gefeiert.
Zu Beginn begrüßten die beiden Chairmen, Prof. Robert Pitz-Paal und Dr. Benedikt Kölsch die Teilnehmenden aus 31 Ländern von sechs Kontinenten im atmosphärischen Saal des Kurhauses in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Teilnehmenden können sich in den folgenden vier Tagen auf 152 Präsentationen in 17 Themenbereichen freuen, gaben die beiden Chairmen einen Überblick. Zudem stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 159 Poster aus. Der Großteil der Beiträge spezialisiere sich auf das Thema thermische Energiespeicher.
Prof. Meike Jipp, Bereichsvorständin für Energie und Verkehr des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) richtete ihre Worte im Namen des DLR als Gastgeber ans Publikum. Sie betonte, dass es beim DLR bei der Energiewende nicht einfach darum gehe, eine Energiequelle durch eine andere zu ersetzen. „Es geht darum, Lösungen für ein Energiesystem zu entwickeln, das wirtschaftlich tragfähig, widerstandsfähig und klimaneutral ist.“
Klimaneutralität durch Innovation
Im Anschluss hießen die Chairmen Mona Neubaur willkommen, die sowohl die Bedeutung der Energiewende als auch den DLR-Standort Jülich für NRW betonte: „Der Weg zur Klimaneutralität gelingt nur durch Innovation. Und genau dafür schlägt das Herz hier bei uns in NRW. Am Forschungsstandort Jülich sehen wir eindrucksvoll, wie der Weg in die fossilfreie Zukunft aussieht. Ob Solarenergie, synthetische Kraftstoffe oder modernste Wärmespeicher – hier entsteht die Technologie, die wir für ein klimaneutrales Morgen brauchen“, sagt sie, und weiter: „Unser Ziel ist klar: wir wollen dieses enorme Potenzial und das Wissen in unserem Land konsequent stärken und ausbauen. Daran arbeiten wir im Ministerium jeden Tag mit voller Kraft.“


Alina Gilmanova sprach Begrüßungsworte im Namen von „Women+ in Concentraded Solar“. Die Initiative, die sich 2022 auf einer SolarPACES Konferenz gegründet hat, hat sich zum Ziel gesetzt, unterrepräsentierten Geschlechtern eine Stimme zu geben und für mehr Sichtbarkeit zu sorgen. Dabei sei Diversität in der Forschung wichtig, betonte Gilmanova: „Vielfalt bringt neue Fähigkeiten, Perspektiven und Einstellungen mit sich.“
Joint Session der SolarPACES mit EuroSun
Das wissenschaftliche Programm startete mit einer Premiere: Da zwei der weltweit führenden internationalen Konferenzen im Bereich der Solarthermie – die SolarPACES in Bad Neuenahr-Ahrweiler und die EuroSun 2026 in Freiburg – zeitgleich in Deutschland stattfinden, gab es zum ersten Mal ein gemeinsames Programm beider Konferenzen.

Eine gegenseitige Live-Übertragung ins jeweilige Plenum ließ alle Beteiligten zunächst zurückblicken auf 50 Jahre Energieforschung in Deutschland – um anschließend die Zukunft zu beleuchten. Es folgten zwei gemeinsame Sessions zu den Themen „Sustainable Heat for Industrial Processes“ sowie „Thermal Energy Storage“.
Neben dem gemeinsamen Programm am ersten Konferenztag ist es für Teilnehmende möglich, mit ihrem Konferenz-Ticket auch persönlich die jeweils andere Veranstaltung zu besuchen. Diese enge Kooperation ermöglicht es, über einzelne Technologien und Forschungsgemeinschaften hinauszuschauen – unumgänglich für eine Transformation des Energiesystems.
Risiko mindern und Forschungsinfrastruktur nutzen
Kooperieren und gemeinsam die vorhandene Forschungsinfrastruktur nutzen, um das Risiko bei Technologieentwicklungen zu mindern – dazu motivierte auch Prof. Christian Sattler, Institutsleiter des DLR-Instituts für Future Fuels in seiner Plenary Speech „From Lab Beyond Mega Watt – Risk mitigation by large scale R&D infrastructure“ das Publikum. „Vor der Einführung von innovativen Technologien in den Markt bieten Forschungseinrichtungen wie das DLR die Möglichkeit, diese unter geschützten Rahmenbedingungen zu skalieren und zu testen“, sagte Prof. Sattler.


Das DLR-Institut für Solarforschung stellte auf der SolarPACES Konferenz ihr neues Exponat vor. Es zeigt anhand eines Multi-Touch-Tables, in welchen Temperaturbereichen Solarwärme wie eingesetzt werden kann. Es wird deutlich: Bei der Nutzung im Nahwärmenetz, als Industriewärme oder im hohen Temperaturbereich, wie bei der Zementherstellung, wird jeweils das richtige System benötigt. Die Anwendung dieses Exponats zeigt, dass das DLR Lösungen für die verschiedenen Systeme entwickelt, vermisst und optimiert.
Abgerundet wurde der erste Tag der SolarPACES in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit einer „Welcome Reception“ bei sommerlichen Temperaturen auf der Terrasse des Kurhauses.