Praxisbeispiel Avery Dennison in Turnhout, Belgien

Solar erzeugte Prozesswärme für einen Chemiebetrieb

Parabolrinnenanlage für Prozesswärme für einen Chemiebetrieb in Turnhout, Belgien
Blick auf das Kollektorfeld mit Balance of Plant (BoP) und Betonspeicher in Turnhout.
Credit:

Avery Dennison

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Das Parabolrinnenfeld in Turnhout liefert Wärme an den Chemiebetrieb Avery Dennison. Es besteht aus Parabolrinnenkollektoren des Typs EuroTrough, bei denen ein Modul eine Aperturbreite von 5,77 Metern und eine Aperturweite von 12 Metern besitzt.

Turnhout weist ähnliche Wetterbedingungen, wie für deutsche Standorte auf. Die Anlage gilt daher als Referenzfall für den Einsatz von Parabolrinnenkollektoren zur Bereitstellung von industrieller Prozesswärme in gemäßigten Klimazonen.

Im Solarkreislauf wird ein Silikonöl verwendet, mit welchem Temperaturen bis ungefähr 350 Grad Celsius im Betrieb gefahren werden. Die Wärme wird über einen Wärmeübertrager an den Verbraucherkreislauf abgegeben, der Zieltemperaturen zwischen 260-295 Grad Celsius erhält. Dabei erreicht die Anlage bei einer Kollektorfläche von insgesamt 5.540 Quadratmetern eine thermische Leistung von 2,5 Megawatt. Da der Wärmebedarf auf der Verbraucherseite schwankt, wird überschüssige Wärme in einen Betonspeicher des Herstellers Energy Nest mit einer Wärmekapazität von ungefähr 4,5 Megawattstunden gespeichert. Bei Bedarf kann die gespeicherte Wärme dann an den Verbraucher abgegeben werden.

Entwickelt und umgesetzt wurde das System von den Unternehmen Azteq und Solarlite. Die erzeugte Wärme wird zu den Trockenöfen der Produktionslinien geleitet, wo sie für die Beschichtung von Klebebändern eingesetzt wird.

Kontakt

Dr.-Ing. Eckhard Lüpfert

Abteilungsleiter Konzentrierende Solartechnologien
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Solarforschung
Linder Höhe, 51147 Köln-Porz