22. Mai 2026

Zwei neue GIFDS-VLF-Stationen in Finnland

GIFDS VLF-Empfänger.
Credit:

Daniela Banys

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Im Rahmen des AIR-MoPSy-Projekts wurden kürzlich in Finnland zwei neue VLF-Empfangsstationen (Very Low Frequency) des Global Ionospheric Flare Detection System (GIFDS) installiert. Die neuen Stationen stärken die Beobachtungskapazitäten in Nordeuropa und liefern wertvolle Daten für die Ionosphären- und Weltraumwetterforschung im Ostseeraum.

Das GIFDS-Netzwerk überwacht kontinuierlich VLF-Sendersignale, um plötzliche ionosphärische Störungen zu erkennen, die durch Sonneneruptionen und andere Weltraumwetterereignisse verursacht werden. Diese Sonneneruptionen können insbesondere die Funkkommunikation und die Satellitennavigation stören, die auf stabile ionosphärische Bedingungen angewiesen sind. Die AIR-MoPSy-Initiative kombiniert Technologien zur Überwachung der Atmosphäre und der Ionosphäre, um zu untersuchen, wie die Sonnenaktivität die Ausbreitung von Funkwellen und die Funktionsfähigkeit kritischer technologischer Systeme beeinflusst.

Die GIFDS-VLF-Stationen empfangen Signale, die von leistungsstarken Sendern der Marine im VLF-Bereich ausgestrahlt werden. Diese Radiowellen breiten sich innerhalb des Wellenleiters Erde–Ionosphäre aus, insbesondere in der D-Region in Höhen zwischen etwa 60 und 90 Kilometern. Schwankungen in der Amplitude und Phase der empfangenen Signale geben Aufschluss über Veränderungen der Elektronendichte in der unteren Ionosphäre und ermöglichen somit eine kontinuierliche Überwachung dieser Region.

Dank des dichten VLF-Sender-Netzwerks in ganz Europa bieten die Messungen eine gute Abdeckung des baltischen und nordeuropäischen Raums. Weltraumwetterereignisse wie solare Röntgenflares können die Ionisierung in der D-Region rasch erhöhen und so die Ausbreitungsbedingungen von Funkwellen vom VLF- bis zum Hochfrequenzbereich (HF) verändern. Durch die Analyse dieser Signalstörungen können die GIFDS-Stationen die Reaktion der Ionosphäre auf Sonneneruptionen direkt überwachen und dabei helfen, die Auswirkungen auf Kommunikations- und Navigationssysteme zu untersuchen.

Die neuen VLF-Stationen wurden am Observatorium des Finnischen Meteorologischen Instituts in Nurmijärvi und am Nyrölä-Observatorium in der Nähe von Jyväskylä installiert, das vom Astronomieverein Sirius betrieben wird.

Wir möchten unseren finnischen Kooperationspartnern herzlich für ihre Unterstützung, ihr Fachwissen und ihre Gastfreundschaft danken, die diese Installationen ermöglicht haben.

Besonderer Dank gilt Kirsti Kauristie, Elias Hirvonen, Arto Oksanen und Juha Oksa.