Abteilung Kohlenstoffarme Reduktionsmittel



Die Industrie ist in Deutschland nach der Energiewirtschaft der Sektor mit dem zweithöchsten Treibhausgasausstoß. Industrielle Prozesse, z. B. der Stahl-, Zement- oder Aluminiumindustrie, die derzeit Erdgas, Kohle, Koks oder Graphit als Reduktionsmittel, Elektrodenmaterial oder Brennstoff verwenden, sind nicht durch "einfache" Elektrifizierung zu dekarbonisieren.
Die technologische Lücke und die langfristigen Herausforderungen bestehen in der Anpassung der verfahrenstechnischen Prozesse auf Basis alternativer Reduktionsmittel (CO₂-neutraler Wasserstoff und CO₂-neutraler Kohlenstoff). Dort wo die Möglichkeiten der CO₂-Vermeidung ausgeschöpft sind, kann mithilfe von Carbon Capture and Utilisation (CCU) CO₂ abgeschieden und erneut verwendet werden.
Die Abteilung
Die Abteilung Kohlenstoffarme Reduktionsmittel (LCR) untersucht daher für verschiedene Industriezweige Prozessumstellungen zur Vermeidung von CO₂-Emissionen durch die Substitution der emissionsverursachenden Rohstoffe sowie Anpassung der bestehenden Verfahren.
Viele energieintensive Prozesse in der Industrie verarbeiten Feststoffe bei hohen Temperaturen in oxidierenden oder reduzierenden Atmosphären. Für diese heterogenen Systeme hat die Abteilung eine Methodik entwickelt, um alternative Verfahren mit kohlenstoffarmen Energieträgern zu untersuchen. Empirische Untersuchungen in Pilotreaktoren sowie CFD-Simulationen von Gas-Feststoff-Systemen bilden die Grundlage für die Validierung sowie Skalierung der Prozesse auf Industriemaßstab.
Beispiele für die Forschungs- und Entwicklungsthemen der Abteilung LCR sind:
- Dekarbonisierung der Stahlherstellung unter Nutzung von regenerativ erzeugtem Wasserstoff als Reduktionsmittel
- gezielte Einbringung von Biomasse in den Direktreduktionsprozess
- Reduktion von Eisenoxiden zur weiteren Verwendung als metallischer Energieträger
- Retrofit von Kohlekraftwerken zur Verbrennung von metallischen Energieträgern
- CO₂-Abscheidung unter Produktion von Graphit und Wasserstoff
Bei der Prozessentwicklung und -anpassung fließen zudem die gewonnenen Erkenntnisse in die Arbeit der Abteilung für Simulation und virtuelles Design (SVD) ein. Durch Steigerung der Effizienz von Energieumwandlung und -nutzung sowie durch die zunehmende Implementierung erneuerbarer Energien kann schrittweise eine signifikante Minderung der CO₂-Emissionen erreicht werden.