MAPHEUS 17 erfolgreich gestartet
Am 1. Oktober 2026 ist die Höhenforschungsrakete MAPHEUS erfolgreich gestartet. An Board befand sich mehr als 360 Kilogramm Nutzlast, aus wissenschaftlichen Experimenten und Technologiedemonstrationen. Rund sieben Minuten lang und in knapp 300 Kilometern Höhe konnte die Schwerelosigkeit für Experimente genutzt werden.
Die Mission vereint Experimente aus der Werkstofforschung, der Soft-Matter-Forschung und der Quantensensorik mit Technologietests für zukünftige Raumfahrtanwendungen.
Wissenschaftliche Experimente:
Mit ARTEC (AeRoGel TEchnology for Cast alloys) wird die Erstarrung technologisch relevanter Gusslegierungen unter Mikrogravitation untersucht. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, die grundlegenden Prozesse während der Erstarrung von Metallen besser zu verstehen.
Das SOMEX-Modul (SOft Matter EXperiment-Modul) widmet sich der Untersuchung kolloidaler aktiver Materie unter Mikrogravitation. Das Experiment ermöglicht es, das Verhalten dieser komplexen Systeme ohne den störenden Einfluss der Schwerkraft zu untersuchen.
MOSAIC: Mikroexperimente im CubeSat-Format
Zwei MOSAIC-Module (Micro-Experiments on Sounding Rockets As Insert Cubes) beherbergen insgesamt zehn Experimente im 1U- und 2U-CubeSat-Format.
Zu den Experimenten, die als Gäste auf MAPHEUS 17 mitfliegen, gehören unter anderem NV-Diamant-basierte Quantensensoren für hochpräzise Magnetfeldmessungen. Die Sensoren wurden vom OSCAR-Team der Universität Hasselt in Belgien entwickelt.
Weitere Experimente untersuchen die Veränderung der Membranfluidität unter Mikrogravitation und erproben einen miniaturisierten Rheometer. Ergänzt wird die wissenschaftliche Nutzlast durch kleine Experimente, die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des DLR_School_Lab und der deutschen Bildungsinitiative Jugend hackt entwickelt haben.
Damit verbindet MOSAIC wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung mit der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
COSMO: Technologietests für zukünftige Missionen
Das COSMO-Modul (Collaborative Science Module for MORABA internal experiments) dient als Plattform für verschiedene interne Technologiedemonstrationen.
Im Rahmen der Mission werden unter anderem Technologien für die Datenübertragung mit hoher Bandbreite, die Verarbeitung von GPS-Signalen sowie neue Flugcomputer erprobt. Die Flugcomputer wurden vom schottischen Start-up Aurora Avionics entwickelt.
Die MAPHEUS-Mission bringt damit Forschung, Technologieentwicklung, Nachwuchsförderung und internationale Zusammenarbeit auf einer gemeinsamen Plattform zusammen. Die Höhenforschungsrakete bietet den beteiligten Teams die Möglichkeit, neue wissenschaftliche Ansätze und Technologien unter realen Bedingungen der Mikrogravitation zu erproben.
