19. Juni 2026

29. Sonnenkolloquium: Solarwärme von 100 bis 1.000 Grad Celsius – Technologien, Praxis, Perspektiven

  • Das 29. DLR-Sonnenkolloquium hat unter dem Thema „Solarwärme von 100 bis 1.000 Grad Celsius – Technologien, Praxis, Perspektiven“ mit 140 Teilnehmenden in Köln stattgefunden.
  • Die Veranstaltung bringt jedes Jahr Fachleute aus Industrie und Forschung zusammen, um neue Methoden, Tools und Technologien in der Solarthermie zu erörtern.

Zum 29. Mal hat das DLR-Sonnenkolloquium am Donnerstag, 18. Juni, mit 140 Teilnehmenden in Köln stattgefunden. Die DLR-Institute für Solarforschung und Future Fuels hatten dazu unter dem Thema „Solarwärme von 100 bis 1.000 Grad Celsius – Technologien, Praxis, Perspektiven“ eingeladen.

Solarwärme von 100 bis 1.000 Grad Celsius ermöglicht vielfältige Anwendungsbereiche: Das Spektrum erstreckt sich vom Gebäudebereich über Nah- und Fernwärmenetze bis hin zu industrieller Prozesswärme und Hochtemperaturkonzepten. Im Laufe der Veranstaltung wurden technologische Lösungen für Gebäude und Quartiere, solare Prozesswärme mit Parabolrinnen, solare Wärmenetze sowie Hochtemperatur-Solarthermie und Solarturmsysteme diskutiert.

Das jährlich stattfindende Sonnenkolloquium bringt Fachleute aus Industrie und Forschung zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der Solarenergie zu beleuchten und sich auszutauschen.

Gebäude und Quartiere

Nach der Begrüßung durch Institutsleiter vom DLR-Institut für Solarforschung Prof. Dr. Robert Pitz-Paal führte Dr. Benedikt Kölsch, DLR-Institut für Solarforschung, durch die erste Session zum Thema Gebäude und Quartiere.

Zunächst gab Dominik Bestenlehner von der Ritter Solartechnik GmbH & Co. KG einen Einblick, wie Solarthermie effizient und wirtschaftlich gestaltet werden kann und betonte dabei insbesondere deren Flächeneffizienz sowie die regionale Wertschöpfung durch eine Produktion der Sonnenkollektoren und der Anlagenkomponenten in Deutschland und der Europäischen Union.

Einen Perspektivwechsel in die Forschung zur Solarthermie für Gebäude und Quartiere bot anschließend Dr. Harald Drück vom Institut für Gebäudeenergetik der Thermotechnik und Energiespeicherung (IGTE) der Universität Stuttgart. Die Forschungsthemen reichten von multivalenten, hocheffizienten Wärmespeichern, über Gesamtenergieversorgungssysteme bis hin zu Wissenstransfer und Marktetablierung.

Solare Prozesswärme mit Parabolrinnen

In das Thema Solare Prozesswärme mit Parabolrinnen führte Navina Konz vom DLR-Institut für Solarforschung ein. Ein Projektbespiel der Protarget AG veranschaulichte Dr. Eckhard Lüpfert vom DLR-Institut für Solarforschung. Die Firma hat für die Athener Brauerei Heineken in Patras – der größten Brauerei Griechenlands – ein Dampfkraftwerk mit konzentrierter Solarthermie (CST) und Parabolrinnenkollektoren errichtet, einschließlich eines thermischen Energiespeichers (TES).

Dr. Gerhard Weinrebe von GlassPoint gab anschließend einen Einblick in die industrielle Prozesswärme im internationalen Kontext und unterstrich dabei den Wert der Solarenergie insbesondere im Hinblick auf die Konflikte im Nahen Osten.

Anschließend vertiefte Dr. Stefan Wilbert, DLR-Institut für Solarforschung, das Thema des Condition Monitorings und des Nowcastings in Prozesswärmeanlagen und verdeutlichte, warum sie für einen sicheren und effizienten Anlagenbetrieb wichtig sind.

Solare Wärmenetze

Dr. Jana Stengler vom DLR-Institut für Solarforschung leitete durch den Themenblock Solare Wärmenetze, in dem zunächst Silas Tamm von Solites über Projekte und Perspektiven der Solarthermie für Wärmenetze sprach. Dabei stellte er zum Beispiel die größte deutsche Solarthermieanlage für Wärmenetze in Leipzig vor und gab einen Überblick über Anlagen, die aktuell in Deutschland in Betrieb, im Bau und in Vorbereitung sind.

Anschließend stellte Matthias Loevenich, DLR-Institut für Solarforschung, Werkzeuge und Konzeptstudien für innovative Versorgungslösungen mit Parabolrinnen-Kollektoren vor und stellte heraus, dass die solare Versorgungslösung mit Parabolrinnen-Kollektoren im Technologievergleich die niedrigsten Wärmegestehungskosten zeigen.

Hochtemperatur-Solarthermie und Solartürme

Das letzte Themengebiet des Tages stellte Dr. Nicole Neumann, DLR-Institut für Future Fuels, vor: Hochtemperatur-Solarthermie und Solartürme. Patrick Hilger von der Synhelion AG brachte den Zuhörerinnen und Zuhörern die solarthermochemische Brennstofferzeugung näher, indem er das Geschäftsmodell der Synhelion AG und deren aktuellen Entwicklungen vorstellte.

Über den autonomen Betrieb solarthermischer Hochtemperaturanlagen am Beispiel Jülich sprach Dr. Mathias Kuhl, DLR-Institut für Solarforschung. Er stellte das Projekt Solar Energy Autopilot (SOLEA) vor, in dem zunächst eine anlagenweite Gesamtarchitektur zusammengeführt und anschließend der autonome Betrieb demonstriert wurde und das nun als Konzept auf andere CST-Anlagen, Kraftwerke und industrielle Prozesswärme übertragbar ist.

Zum Abschluss des Kolloquiums ging Institutsleiter Prof. Dr. Christian Sattler näher auf die Forschungsfelder des Instituts für Future Fuels ein und gab einen Ausblick auf die kommenden Jahre.

Besichtigung Mondzentrum LUNA

Nach dem fachlichen Teil des Sonnenkolloquiums hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, das neue Mondzentrum LUNA kennenzulernen – eine gemeinsame Forschungs- und Trainingsanlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Köln, in der zukünftige Mondmissionen unter realistischen Bedingungen auf der Erde vorbereitet und getestet werden.

Die anschließende Möglichkeit zum intensiven Netzwerken mit fachlichem Austausch im Sonnenschein bildete einen passenden Ausklang des Tages.

Wir bedanken uns bei allen Referenten und Gästen für die Teilnahme und ihre inspirierenden fachlichen Beiträge und wir freuen uns auf das Jubiläum in 2027 zum 30. Sonnenkolloquium!

Kontakt

Sigrun Damerau

Leiterin Institutskommunikation
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Solarforschung
Linder Höhe, 51147 Köln-Porz
Tel: +49 2203 601-1117

Kristin Hofer

Referentin Institutskommunikation
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Solarforschung
Linder Höhe, 51147 Köln-Porz
Tel: +49 2203 601-1904