Funktionsweise von Wärmenetzen

Wärmenetze sind ein zentraler Baustein der Energiewende: Sie verbinden erneuerbare Wärmequellen, Speicher und Verbraucher zu einem effizienten Gesamtsystem und ermöglichen so eine zuverlässige und klimafreundliche Wärmeversorgung.

In einem Wärmenetz wird die Wärme über den Vorlauf mithilfe von Pumpen zu den angeschlossenen Verbrauchern transportiert. Dort sorgen Hausübergabestationen dafür, dass die Wärme von dem Netzmedium auf das interne Heiz- oder Warmwassersystem übertragen wird, ohne dass das Medium direkt in das Gebäude gelangt. Nach der Wärmeabgabe fließt das abgekühlte Medium über den Rücklauf zurück zur zentralen Erzeugungsanlage, wo es erneut erhitzt wird.

In solaren Wärmenetzen stammt ein Teil der benötigten Wärme aus großskaligen Solarthermieanlagen. Die solar erzeugte Wärme wird in das bestehende Wärmenetz eingespeist und analog zu konventionell erzeugter Wärme an die Verbraucher verteilt. Solche Systeme ermöglichen die direkte Nutzung erneuerbarer Energie im Wärmesektor und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion fossiler Brennstoffe und der damit verbundenen CO₂-Emissionen.

Schematische Darstellung eines Wärmenetzes
Schematische Darstellung eines Wärmenetzes mit einer Solarthermieanlage, thermischen Speicher, sowie Vor- und Rücklauf zu den angeschlossenen Verbrauchern.

Thermische Speicher übernehmen dabei eine Schlüsselrolle, da sie eine flexible Netzintegration der Solarthermie ermöglichen und zur Stabilisierung des Netzbetriebs beitragen, indem sie Schwankungen zwischen Erzeugung und Nachfrage ausgleichen. Sie erlauben es, überschüssige Wärme aufzunehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu nutzen, wodurch der solare Nutzungsgrad und die Gesamteffizienz des Systems erhöht werden.


Wärmenetze unterscheiden sich je nach Aufbau, Betriebstemperaturen und eingesetzten Wärmequellen. Klassische Wärmenetze arbeiten häufig mit hohen Vorlauf- und Rücklauftemperaturen. Modernere Wärmenetze gehen zunehmend einen anderen Weg. Niedertemperatur- und kalte Wärmenetze arbeiten mit deutlich geringeren Temperaturen und ermöglichen so geringere Wärmeverluste im Netz.

Vorteile eines Wärmenetzes


Je nach Anwendungsfall kann das Wärmenetz individuell ausgelegt und schrittweise entwickelt werden, wodurch Wärmenetze eine hohe Zukunftssicherheit bieten und den langfristigen Umbau der Wärmeversorgung unterstützen. Kommunen und Versorger können so von der langfristigen Infrastruktur profitieren. Wärmenetze können neben ökologische auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Durch die zentrale Erzeugung von Wärme können Anlagen effizienter betrieben werden als viele einzelne Heizsysteme, denn Wartung, Betrieb und Erneuerung konzentrieren sich auf wenige zentrale Komponenten. Zudem können steigende Preise einzelner Energieträger durch den Einsatz erneuerbarer Energien ausgeglichen werden.

Kontakt

Dr.-Ing. Eckhard Lüpfert

Abteilungsleiter Konzentrierende Solartechnologien
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Solarforschung
Linder Höhe, 51147 Köln-Porz