Georisiken

Flug über Offingen bei Günzburg
Die Regionen Schwaben und Bayern waren vom Starkregen Ende Mai und Anfang Juni 2024 besonders betroffen. Das DLR führte unter anderem Befliegungen durch, um den Einsatzkräften einen genauen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen und Lageinformationen zu erstellen. Das Bild hier wurde vom Cockpit aus aufgenommen und zeigt die Hochwasserlage am 3. Juni 2024 in Offingen bei Günzburg.
Credit:

DLR/Marc Puskeiler

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Georisiken bezeichnen das potenzielle Schadensausmaß, das aus dem Zusammenwirken von Naturgefahren (räumliche Verteilung, Intensität, Häufigkeit) mit den exponierten Elementen (z. B. Menschen, Gebäude, Infrastruktur, Sachwerte) und deren Vulnerabilität resultiert. Im Rahmen von EO4CAM stehen drei Naturgefahren im Fokus, die für Bayern nicht zuletzt aufgrund seiner topographischen Vielfalt besonders relevant sind: Fließgewässerhochwasser, Starkregenereignisse und Hangrutschungen.

Klimatische Veränderungen führen zu einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Starkregenereignissen sowie erhöhten Abflussspitzen in Fließgewässern. Gleichzeitig reduziert ein veränderter Bodenwasserhaushalt die Stabilität von Hanglagen, wodurch deren Rutschungsanfälligkeit steigt.

Mit Hilfe von Fernerkundungsdaten lassen sich Naturgefahren flächenhaft erfassen und modellieren sowie Gebiete identifizieren, die aufgrund natürlicher Gegebenheiten (z. B. Senken, Hang- und Tallagen) und anthropogener Einflüsse (z. B. Versiegelungsgrad) besonders exponiert sind. Des Weiteren ermöglichen diese Daten die Rekonstruktion vergangener Ereignisse, was wichtige Erkenntnisse für zukünftige Anpassungsmaßnahmen liefert.

Das Querschnittsthema Georisiken greift die Ergebnisse der Themenfelder Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Urbaner Raum als Grundlage für die Bewertung von Gefahrenlagen auf. Ziel ist es, gefährdete Areale zunächst für ausgewählte Pilotregionen zu lokalisieren und perspektivisch flächendeckend für ganz Bayern im EO4CAM Datenportal als Entscheidungsgrundlage für Kommunen und Landesbehörden bereitzustellen.

In enger Abstimmung mit Kommunen und dem Landesamt für Umwelt soll dabei der konkrete Informationsbedarf der Nutzenden identifiziert und bedarfsgerechte Produkte entwickelt werden, um Klimaanpassungsmaßnahmen gezielt planen und umsetzen zu können.

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