DLR-Vorstand vergibt Auszeichnung „Exceptional Achievements in Science 2025“ an Dr.-Ing. Hans Christian Gils

Simone Ahlers
- Der Titel „DLR Exceptional Achievements in Science” wurde in diesem Jahr erstmals als Nachfolger der Ehrung „DLR Senior Scientist“ vergeben. Er gilt als eine der höchsten Auszeichnungen, die das DLR im wissenschaftlichen Bereich vergibt.
- Hans Christian Gils vom Institut für Vernetzte Energiesysteme erhielt die Auszeichnung unter anderem für seine herausragenden Leistungen im Bereich der sektorengekoppelten Energiesystemmodellierung.
- Geehrt wurde Gils im Rahmen des diesjährigen Science BBQ am DLR-Standort in Oldenburg durch die Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla.
- Schwerpunkte: Auszeichnungen, Energiesystemmodellierung, Energiesystemanalyse
Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen ist Dr.-Ing. Hans Christian Gils vom Institut für Vernetzte Energiesysteme mit dem Titel „DLR Exceptional Achievements in Science 2025“ ausgezeichnet worden. Die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla würdigte den 41-jährigen Physiker und Ingenieurswissenschaftler am 1. Juli 2025 im Rahmen des diesjährigen Science BBQ am DLR-Standort Oldenburg unter anderem für sein ausgezeichnetes Fachwissen im Bereich der sektorengekoppelten Energiesystemmodellierung, seine vielzitierten Publikationen sowie seine hohe Anerkennung in der Fachwelt. Der Titel „DLR Exceptional Achievements in Science” wurde in diesem Jahr erstmals als Nachfolger der Ehrung „DLR Senior Scientist“ vergeben und gilt als eine der höchsten Auszeichnungen, die das DLR im wissenschaftlichen Bereich vergibt.
Hans Christian Gils' Karriere im DLR begann im Jahr 2010 in der damaligen Abteilung Systemanalyse und Technikbewertung des Instituts für Technische Thermodynamik in Stuttgart. Dort begründete er 2019 die Forschungsgruppe Energiesystemmodellierung. Diese leitet er seit 2021 unter dem Dach des Instituts für Vernetzte Energiesysteme in ungewöhnlicher Konstellation mit einer in Oldenburg ansässigen Zwillingsgruppe. Gils war maßgeblich an der Gestaltung des gemeinsamen Leitungskonzeptes beteiligt und hat mit seinen Führungsqualitäten dazu beigetragen, dass sich ein standortübergreifendes „Wir-Gefühl“ aller Gruppenmitglieder entwickelt konnte.
Zu Hans Christian Gils' Forschungsschwerpunkten innerhalb der Energiesystemmodellierung zählen die Bereiche Sektorenkopplung, Wasserstoff und Resilienz. Als Meilenstein zur Planung von zukünftigen Energiesystemen gilt das Modellierungstool REMix, das im Rahmen einer langjährigen Szenarienarbeit im DLR entstanden ist. An dessen inhaltlicher und strategischer Weiterentwicklung ist Gils seit Jahren maßgeblich beteiligt. Das Tool ist seit September 2023 online verfügbar und berücksichtigt sektorenübergreifend unterschiedlichste Technologien, um zukünftige Energiesysteme im nationalen oder internationalen Maßstab abzubilden. Die Eigenentwicklung des DLR hat bereits Einzug in zahlreiche Anwendungen in Industrie und Forschung gefunden. Mit 1747 Nennungen ist REMix in der wissenschaftlichen Literatur derzeit die erfolgreichste Software im Programm Energiesystemdesign der Helmholtz-Gemeinschaft.
Durch die Leitung gleich mehrerer großer Drittmittelprojekte innerhalb weniger Jahre hat Gils dem DLR Strahlkraft in Industrie, Politik und Gesellschaft verliehen. So hat zum Beispiel die New Zealand-German Platform For Green Hydrogen Integration in Kooperation mit der University of Canterbury und der University of Auckland in Neuseeland zahlreiche Synergien zwischen allen Beteiligten geschaffen und bereits das Interesse beider Regierungen geweckt. Im Projekt Drive2X wiederum wird mit REMix die Marktfähigkeit der Rückspeisung aus Fahrzeugbatterien ins Stromnetz untersucht. Anhand von Ladestationen für Batteriefahrzeuge in mehreren europäischen Städten werden dabei die Auswirkungen auf die Emissionen im europäischen Energiesystem erforscht.
Neben seiner praxisbezogenen – und vielfach politiknahen – Arbeit hat sich Hans Christian Gils mit zahlreichen Publikationen einen Namen in der Wissenschafts-Community gemacht. Allein Scopus zählt 1839 Zitationen. Sein erfolgreichstes Paper als Einzelautor kommt allein auf über 350 Nennungen. Er kann auf mehr als 60 Konferenzbeiträge bei nationalen und internationalen Konferenzen verweisen. Dieses Renommée zeigt Wirkung: Die Publikationen von Hans Christian Gils werden von renommierten Institutionen verwendet, etwa von der International Energy Agency, der OECD, der Europäischen Kommission und den Vereinten Nationen. Zudem stärkt er auch die Nachwuchsausbildung in erheblichem Maße, indem er Promotionsarbeiten fachlich betreut und bewertet – sowohl innerhalb des DLR als auch an Universitäten in Finnland, Dänemark, Australien und Neuseeland. Somit leistet er auch auf dieser Ebene einen signifikanten Beitrag zum Gelingen der Energiewende.
„Im Namen des Instituts für Vernetzte Energiesysteme gratuliere ich Hans Christian Gils herzlich zu dieser großartigen Auszeichnung“, sagt Institutsdirektor Prof. Dr. Carsten Agert. „Ich bin dankbar, dass wir mit ihm eine beeindruckende wissenschaftliche Persönlichkeit bei uns am Institut wissen. Die Auszeichnung ‚Exceptional Achievements in Science‘ ist der verdiente Lohn für sein jahrelanges Engagement – als analytischer Denker und Macher, aber auch als Netzwerker, Nachwuchsförderer, Teamplayer und Führungspersönlichkeit. Hans Christian Gils trägt maßgeblichen Anteil daran, dass die Energiesystemmodellierung heute eines der Aushängeschilder des Instituts ist.“