Die zivile Überschallluftfahrt hat das Potential, Flugzeiten auf vielen Strecken durch eine erhöhte Reisefluggeschwindigkeit deutlich zu verkürzen. Derzeit existieren jedoch keine allgemein gültigen Zulassungsvorschriften für zivile Überschallflugzeuge. Hersteller müssen daher zentrale Designentscheidungen treffen, ohne sicher zu wissen, welche zukünftigen Standards gelten werden. Gleichzeitig stehen Zulassungsbehörden vor der Herausforderung, Regelwerke für Flugzeuge zu entwickeln, für die bislang nur wenige Daten verfügbar sind.
Daraus ergibt sich ein hoher Bedarf nationaler und europäischer Behörden an unabhängiger, wissenschaftlich fundierter Beratung zu den Umweltauswirkungen ziviler Überschallflugzeuge. Im Vorgängerprojekt STORMIE wurde von 2023 bis 2026 eine integrierte Plattform zum Entwurf und zur Bewertung ziviler Überschallflugzeugkonfigurationen aufgebaut. Ziel war es, Umwelteinflüsse wie
Start- und Landelärm
Emissionen
Überschallknall
verlässlich vorherzusagen.
Weiterentwicklung der Entwurfs- und Bewertungsmethoden
In STORMIE-2 bauen wir diese Entwurfs- und Bewertungsfähigkeiten gezielt weiter aus. Als „virtuellen Hersteller“ an der Schnittstelle zwischen Industrie und Behörden entwickeln wir und analysieren die drei im Vorgängerprojekt entworfenen Konfigurationen mit aerodynamischen und flugmechanischen Methoden höherer Genauigkeit weiter.
Ergänzend untersuchen wir Varianten der Entwürfe, um Sensitivitäten und Unsicherheiten systematisch zu bewerten und deren Einfluss auf die Umwelteinwirkungen zu quantifizieren. Darüber hinaus analysieren wir
Flotten- und Flughafenszenarien, um die Auswirkungen auf den Luftverkehr im Gesamtsystem besser zu verstehen.
Flugeigenschaften und Pilotensicht gemeinsam mit den am Projekt beteiligten DLR-Instituten untersuchen wir außerdem im AVES-Flugsimulator.
Die gewonnenen Erkenntnisse bringen die nominierten Expertinnen und Experten des DLR in die Arbeit des ICAO-Ausschusses für Umweltschutz in der Luftfahrt (CAEP) ein, um die Definition zukünftiger Zertifizierungsrandbedingungen für zivile Überschallflugzeuge wissenschaftlich zu unterstützen.
Unser Institut leitet das Projekt und verantwortet den Konzeptentwurf, das aerodynamische Design sowie die Bewertung des Überschallknalls. Dabei kommen unter anderem der institutseigene Strömungslöser TAU sowie die CFD-Software von ONERA, DLR und Airbus (CODA) zum Einsatz. STORMIE-2 eröffnet vielfältige Möglichkeiten zur internationalen Zusammenarbeit. Unter Einhaltung der Exportkontrollvorgaben teilen wir entworfene Konfigurationen und ausgewählte Ergebnisse mit interessierten Partnern.
Projekt
STORMIE-2 - Supersonic Transport Open Research Models and Impact on Environment
Laufzeit
1/2026 - 12/2028
Projektbeteiligte
DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik (Leitung)
DLR-Institut für Antriebstechnik
DLR-Institut für Flugführung
DLR-Institut für Flugsystemtechnik
DLR-Institut für Lufttransportsysteme
DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
DLR-Institut für Systemarchitekturen in der Luftfahrt