Cargo MPS Task Group trifft sich in Trauen

Die Arbeitsgruppe Cargo Minimum Performance Standard Task Group (Cargo MPS Task Group) ist ein Expertengremium, dem große Flugzeughersteller, die Zulieferindustrie, Forschungseinrichtungen, Universitäten und Luftfahrtbehörden angehören, die an Halon-Ersatz-Brandbekämpfungssystemen arbeiten.
Das International Aircraft Materials & Systems Forum wird zweimal jährlich in den Vereinigten Staaten oder in Europa von der Federal Aviation Administration (FAA) veranstaltet, um ihre Mitglieder über die neuesten Entwicklungen im Bereich Brandschutz zu informieren und einen branchenübergreifenden Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse und regulatorische Entwicklungen zu ermöglichen.
Im Rahmen des Forums trifft sich die Cargo Minimum Performance Standard Task Group (Cargo MPS Task Group), die ebenfalls von der FAA geleitet wird, regelmäßig, um an der Weiterentwicklung der FAA-Prüfvorschrift „Minimum Performance Standard for Aircraft Cargo Compartment Halon Replacement Fire Suppression Systems“ zu arbeiten. Für die meisten Anwendungen sind Halon-Feuerlöschmittel aufgrund ihrer schädlichen Auswirkungen auf die Ozonschicht nicht mehr zulässig. Die Produktion von Halonen ist bereits seit 1994 weltweit verboten.
Obwohl Halon-Brandbekämpfungssysteme für unbesetzte Flugzeugfrachträume noch immer im Einsatz sind, wurde die „Auslauffrist“ für diese Systeme Ende 2024 erreicht. Jeder neue Flugzeugtyp muss ab da an über ein halonfreies Feuerlöschsystem verfügen. Auch die bestehende Flotte ist davon betroffen, da EU-Vorschriften vorschreiben, dass bestehende Flugzeuge bis zum „Stichtag“ 2040 mit alternativen Feuerlöschsystemen nachgerüstet werden müssen. Daher wird intensiv an alternativen Feuerlöschsystemen für Frachträume geforscht, um diese Vorschriften zu erfüllen.
Wir haben uns sehr gefreut, das Treffen der Arbeitsgruppe in diesem Jahr in den Räumlichkeiten des Instituts in Trauen ausrichten zu dürfen. Neben Vertreterinnen und Vertretern der FAA und der EASA haben sich auch Mitarbeitende der großen Flugzeughersteller Airbus und Boeing sowie der Zulieferindustrie angemeldet und am Freitag an der Sitzung teilgenommen.
Das Institut für Antriebstechnik forscht seit über drei Jahrzehnten aktiv auf dem Gebiet der Brandversuche in Frachträumen und der Halon-Ersatzstoffe. Die derzeitige Frachtraum-Testzelle wurde ursprünglich in den 1990er Jahren gebaut und seitdem mehrfach umgerüstet. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Auswertung der Ergebnisse, die in den letzten fünf Jahren im Rahmen der Projekte AirPED (gefördert durch die EASA) und WAKOS (gefördert durch das BMWE im Rahmen von LuFo VI-2) mit der aktuellen Testzelle erzielt wurden. Zudem hatten die Mitglieder die Gelegenheit, die Testanlage vor Ort zu besichtigen.
Bislang gibt es nur zwei Testzellen, deren Ergebnisse von den Behörden, einschließlich der EASA, offiziell anerkannt werden: eine wird von der FAA betrieben, die andere von Boeing. In enger Zusammenarbeit mit Airbus arbeiten wir daran, sicherzustellen, dass unsere Testzelle künftig ebenfalls von den Behörden anerkannt wird. Auf diese Weise können wir direkt zur Zulassung alternativer Löschmittel ohne Halon beitragen. Das Treffen der MPS-Arbeitsgruppe war ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung.