Girls'Day am Institut für Antriebstechnik

Am 23. April 2026 öffnete das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Rahmen des bundesweiten Girls’Day seine Türen am Standort Köln-Porz. Ziel des Aktionstages ist es, Schülerinnen der 6. bis 9. Klasse einen Einblick in Berufsfelder zu ermöglichen, bei denen der Frauenanteil typischerweise noch unter 40 Prozent liegt. Auch das Institut für Antriebstechnik hat sich an dem vom DLR_School_Lab organisierten Tag mit einem abwechslungsreichen Programm beteiligt.
Dr. Melanie Voges begleitet die Mädchen dafür in kleinen Gruppen zum Zwei-Wellen-Verdichter Prüfstand (M2VP) des Instituts, an dem bereits einige Exponate bereitstehen. Zunächst begrüßen Melanie und zwei weitere Mitarbeiterinnen des Instituts die Gruppe. Sie berichten von ihren verschiedenen Arbeitsfeldern als Wissenschaftlerinnen und Mechanikerinnen – ein kurzer Einblick in die Karrieremöglichkeiten, aber auch unterschiedlichen Forschungsbereiche am Institut.
Schon seit vielen Jahren unterstützt Melanie den Girls’Day am Institut. „Ich finde es total wichtig den Mädchen zu zeigen, was technisch-wissenschaftliche Berufe mit sich bringen können. Ich glaube, viele haben noch keine Idee, welche Möglichkeiten es in der Arbeitswelt gibt. Hier möchte ich Begeisterung wecken“, sagt sie. Doch nicht nur in Köln, sondern auch an anderen Standorten des DLR findet der Girls‘Day statt. Am Standort in Göttingen konnte das Institut für Antriebstechnik den Schülerinnen ebenfalls spannende Experimente zeigen.
Warum kann ein Flugzeug eigentlich fliegen?
Ein kurzer Einstiegsfilm lockert die Atmosphäre in Melanies Gruppe auf und dann geht es direkt los. Begeistert begeben sich die Besucherinnen zu einer Tafel mit der Überschrift „Warum kann ein Flugzeug eigentlich fliegen?“. Anschaulich erklärt Melanie die auf ein Flugzeug wirkenden Kräfte und warum dieses einen Antrieb benötigt. Zwischendurch stellt sie ein paar Fragen und die Mädchen dürfen mitraten.
Besonders spannend wird es beim praktischen Teil: Melanie stellt ein Experiment am Windkanal vor, welches die zuvor erläuterten Kräfte verdeutlicht. Nacheinander können die Mädchen selbst erleben, wie sich Auftrieb eigentlich anfühlt. Ein zunächst schwer wirkender Messingstab beginnt unter der Luftströmung im Windkanal mithilfe eines Flügelprofils nahezu zu schweben.
Melanie zeigt noch weitere Exponate und erklärt anschließend den Strömungseinfluss der Luft auf Tragflügel. Was passiert zum Beispiel, wenn man Parameter wie den Winkel ändert? Zwischendurch nimmt sie dabei immer wieder Bezug auf kleine Alltagsmomente, die die physikalischen Phänomene für die Schülerinnen greifbar machen.
Experimente im digitalen Windkanal
Zum Abschluss wartet eine kleine Challenge auf die Besucherinnen. Nacheinander entwerfen die Mädchen digitale Formen am Tablet, welche anschließend auf einer Leinwand gezeigt werden. Dort werden die Formen in einer möglichst realitätsnahen Simulation in einem Windkanal auf ihren Auftrieb und Luftwiderstand getestet. Wer es schafft, den größten Auftrieb zu erzielen, gewinnt! Besonders überraschend schneidet ein gemaltes Herz ab.
Die Zeit am Prüfstand vergeht viel zu schnell, doch der Tag ist noch lange nicht vorbei. Zurück am DLR_School_Lab gibt es den restlichen Tag weitere spannende Stationen bei anderen Instituten sowie einen Besuch beim Europäischen Astronautenzentrum. Melanie findet: „Ich glaube, manchmal muss man Themen auf den Sockel stellen und zeigen: das ist nicht so weit weg von der Realität – ihr könnt das alles machen, ihr müsst es nur wollen und anpacken.“ Sie hofft daher, einige Schülerinnen mit dem heutigen Tag motiviert zu haben.
Genau hier setzt auch die Women in Tech - Kampagne des Instituts an. Sie rückt Frauen in MINT-Berufen in den Mittelpunkt und gibt Einblicke in die Perspektiven und persönlichen Wege von Wissenschaftlerinnen und Mechanikerinnen am Institut. Auch Melanie berichtet dort von ihrem Weg am Institut für Antriebstechnik.