Dr. Melanie Voges

„Ich wollte zurück in die Wissenschaft“
Melanie verbrachte die ersten Jahre nach ihrem Studium im industriellen Umfeld. Doch relativ schnell wurde der Ingenieurin klar: „Ich wollte zurück in die Wissenschaft, angewandte Forschung war für mich der treibende Faktor“. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) war ihr bereits bekannt und als sich die Möglichkeit ergab, wechselte sie an das Institut für Antriebstechnik.
Als Wissenschaftlerin arbeitete Melanie zunächst an der Entwicklung von Laser-optischen Messtechniken für die Anwendung in der Turbomaschine. Das Testumfeld der Flugtriebwerks- und Gasturbinen-Komponenten bringt dabei viele Herausforderungen mit sich. Einerseits müssen Geschwindigkeitsmessungen bei rotierenden Schaufelreihen durchgeführt werden, ohne die Strömung selbst zu beeinflussen. Andererseits stellen die hohen Temperaturen in Brennkammern und Turbinen große Anforderungen an das Material der Messtechnik.
Melanie kümmerte sich in den ersten Jahren am Institut viel um die Entwicklung und Vorbereitung von Messtechniken für den speziellen Einsatz an den Prüfständen des Instituts. Mittlerweile ist sie weniger im Labor, sondern übernimmt stattdessen mehr organisatorischen Aufgaben. „Es ist schon länger her, dass ich mal einen Laser in der Hand hatte“, scherzt sie.
Sie kümmert sich heute zum Beispiel um das Projektmanagement und sorgt dafür, dass ihre Kolleginnen und Kollegen ein möglichst gut ausgestattetes Arbeitsumfeld vorfinden. „Mit den Jahren gewinnt man an Erfahrung, bekommt mehr Verantwortung in den Projekten und schließlich fand ich mich auch in der Rolle der Projektleiterin wieder“, erklärt sie.
Das würde Melanie jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mitgeben: „Den Mut zur Lücke finden! Man darf nicht so viel an sich zweifeln, man kann nur dazulernen. Gerade in der persönlichen Entwicklung ist das Wort ‚Scheitern‘ so furchtbar fehl am Platz. Das sind alles Lernschritte, und wenn man feststellt, dieser Weg ist nicht meiner, ist das eine wahnsinnig positive Erkenntnis“.
„Jede kleine Entwicklung ist für manche Anwendung ein Meilenstein“
Die Herausforderung beim Projektmanagement: „Man muss immer diesen Spagat schaffen, zwischen den Entwicklungsschritten, die wir brauchen, um Anwendungen voran zu treiben und dem, was uns an Zeit und Kapazitäten zur Verfügung steht“. Soweit möglich, schafft sie daher bewusst Freiräume in ihrem Team, um einerseits Messkampagnen in Projekten konzentriert zu Ende zu bringen und andererseits neue messtechnische Ansätze auszuprobieren. „Damit auch das Forscherherz erfüllt wird“ sagt Melanie lachend.
„Jede kleine Entwicklung ist für manche Anwendung ein Meilenstein“. Daher legt Melanie besonderen Wert darauf, auch kleine Erfolge oder Highlights in ihrer Arbeitsgruppe sichtbar zu machen: „Ich liebe diese Momente, wo jemand zu mir kommt und sagt: Schau mal! Das hat funktioniert.“ Sie freut sich sehr, wenn man gemeinsam merkt, dass sich die harte Arbeit auszahlt. „Das sind viele kleine Schritte, die ich aber einfach total gerne anerkenne. Denn das sind die Dinge, die einen durch den Alltag tragen“.
Den eigenen Weg gehen
Melanie ist froh über ihre Erfahrung am Institut für Antriebstechnik. „Rückblickend stelle ich fest, dass ich auf meinem beruflichen Weg vieles richtig gemacht habe und mich nicht von meinen Zielen abbringen ließ. Und da bin ich auch ein kleines bisschen stolz drauf“, gibt sie zu.
Ein ganz persönliches Highlight war für sie die Promotion. Diese fand komplett projektbegleitend statt und hat ihr gezeigt, wie wertvoll gute Zusammenarbeit, auch über die Institutsgrenzen hinaus, ist. Für die Entwicklung von optischer Messtechnik wurde Melanie damals gemeinsam mit einem Kollegen sogar mit dem jährlich ausgeschriebenen DLR-Wissenschaftspreis ausgezeichnet.
Das DLR ist grundsätzlich bestrebt, Mitarbeitenden mit wissenschaftlichem Hochschulabschluss die Möglichkeit zur Promotion zu eröffnen. „Das Institut für Antriebstechnik bietet da sehr vielseitige Möglichkeiten sich wissenschaftlich einzubringen“, sagt Melanie. „Da findet sich im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik und aus der Physik vieles, was man machen kann“.
Ob man eine eher leitende oder rein wissenschaftliche Karriere anstrebt – das hängt von den persönlichen Interessen ab. Im DLR sind verschiedene Karrierepfade möglich und können durch ein umfangreiches Bildungsprogramm für Nachwuchs- und Führungskräfte weiterverfolgt werden. Auch am Institut für Antriebstechnik wird die persönliche Weiterentwicklung sehr gefördert: „Natürlich gehört auch ein kleines bisschen Glück dazu, aber ich habe bisher noch nicht erlebt, dass sich Türen nicht öffnen“.
Wenn du noch mehr über die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten beim DLR erfahren möchtest, schau auf der Seite für Qualifizierung und Weiterbildung vorbei. Auch für Studierende und Promovierende gibt es ein umfangreiches Angebot.
