Jasmin Flamm

„Als Mechanikerin kann man sich alles selber herstellen“
„Ich hatte tatsächlich nicht so den Draht zur Mechanik“, sagt Jasmin ehrlich. Sie wusste nur, dass sie gerne etwas Praktisches in ihrem Beruf machen wollte. Nachdem sie zufällig in das Berufsfeld reingeschnuppert hatte, entdeckte sie die Ausbildung als Industriemechanikerin beim DLR und dachte sich: „Warum probierst du es nicht einfach mal aus.“
Gerade die Konstruktion machte ihr in der Ausbildung besonders viel Spaß, weil man so viel selber machen kann: „Als Mechanikerin kann man sich alles selber herstellen“.
Nach der Ausbildung als Mechanikerin hat Jasmin schnell gemerkt, „da geht noch mehr“, und fing kurzerhand eine Weiterbildung als Maschinenbautechnikerin an. Das Tolle daran: sie konnte direkt von ihrer Arbeit an den Prüfständen profitieren und im Rahmen der Abschlussarbeit ein Bauteil für den Prüfstand entwickeln. „Das kam auch in der Berufsschule sehr gut an“, gibt sie zu. Besonders hilfreich war hier auch der Zugang zu dem Wissen der ArbeitskollegInnen am Prüfstand, die Jasmin immer unterstützt haben, wenn sie eine Frage hatte. „Das ist dann sehr hilfreich, wenn man ganz viele WissenschaftlerInnen um sich herum hat“, scherzt sie.
Das würde Jasmin jungen WissenschaftlerInnen mitgeben: „Ich hatte vorher gar nichts mit mechanischer Arbeit zu tun. Ich habe als Kind gerne gebastelt, aber das war‘s dann auch. Aber ich habe es einfach ausprobiert. Wenn man im Studium oder der Ausbildung noch unentschlossen ist, kann man auch gut nach freiwilligen Praktika schauen oder auch nur einen Tag irgendwo reinschnuppern – Versuch macht klug!"
„Ich komme mir sehr oft wie ein kleiner Detektiv vor“
Das Arbeitsfeld am Prüfstand ist sehr vielfältig – einen typischen Arbeitsalltag gibt es für Jasmin nicht. Doch gerade deshalb macht ihr die Arbeit so viel Spaß: „Es wird wirklich nie langweilig“.
„Ich mag gerne Krimis und ich komme mir sehr oft wie ein kleiner Detektiv vor, wenn wir uns neue Möglichkeiten raussuchen müssen, um irgendwas umzusetzen“, sagt sie scherzhaft. Wenn WissenschaftlerInnen an den Prüfständen einen bestimmten Versuch durchführen wollen, muss Jasmin mit ihren KollegInnen überlegen, wie das Projekt am besten umgesetzt wird. „Je nach Projekt müssen einzelne Bauteile gefertigt oder neue Prototypen gebaut werden, die für die Montage von Prüflingen am Prüfstand wichtig sind“.
Wenn dann alles für den Test bereit ist, unterstützt Jasmin auch die Versuche: Software anpassen, Bauteile in die Teststrecke einbauen oder die Messtechnik kalibrieren. Und das ist nur ein kleiner Teil der Aufgabenfelder, die der Beruf für sie bietet.
Doch auch wenn gerade kein größeres Projekt ansteht, wird es nicht langweilig an den Prüfständen: „Es gibt zwischendurch immer Einzelteile die man reparieren oder neu kalibrieren muss. Und auch die Prüfstände müssen in regelmäßigen Abständen gewartet oder durch neue Technik ersetzt werden“, sagt Jasmin.
Natürlich kann diese Vielfältigkeit auch zu Herausforderungen führen. Doch für Jasmin bedeutet es meistens etwas Neues zu lernen: „Wie viele Sachen ich mir schon angeschaut habe oder in die ich mich reingelesen habe – da wächst man sehr über sich hinaus“. Gerade der intensive Austausch mit den Kollegen im Team steht für Jasmin daher im Vordergrund. Auch weitere Fortbildungen sind möglich, wenn das nötige Fachwissen mal nicht direkt im Team vorhanden. Für sie ist es daher wichtig „immer mal wieder über den eigenen Tellerrand zu schauen“.
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