Energiesystemanalyse
Die Abteilung Energiesystemanalyse generiert systemanalytisches Wissen, welches wir sektorenübergreifend bis hin zur globalen Ebene und basierend zum Teil auf eigenentwickelten Methoden und Modellierungstools bereitstellen.
Wissensintegration in der Energiesystemanalyse zur diskursiv-reflexiven Bewertung von Transformationspfaden unter verschiedenen gesellschaftlichen Perspektiven
In Politik und Wirtschaft basieren Entscheidungsprozesse zur zukünftigen Entwicklung des Energiesystems häufig auf wissenschaftlicher Beratung. Diese wiederum stützt sich vor allem auf weit entwickelte primär techno-ökonomisch optimierende Systemmodellierungen. Bei diesem Ansatz bleiben jedoch unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven sowie vielfältiges, zum Teil auch praktisches Hintergrundwissen oft unberücksichtigt. Wichtige Implementierungsaspekte und Umsetzungsrisiken der Transformation werden folglich nicht beachtet, was die Robustheit von Schlussfolgerungen aus den Modellierungen in Frage stellt. Entsprechend gibt es einen Mangel an gut strukturierten partizipativen Energiesystemanalysen, obwohl fundiertes Wissen über die gute Praxis von Szenarienstudien existiert. Um hier methodische Fortschritte zu erzielen, soll im Forschungsprojekt WiETrans (gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) ein neues Instrumentarium entwickelt werden, mit dem relevantes qualitatives und quantitatives Wissen als Bewertungsgrundlage einbezogen werden kann.
Forschungsprojekt WiETrans | |
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Laufzeit | Oktober 2024 bis September 2027 |
Förderung durch | Bundesministerium für Wirtschaft und Energie |
Projektbeteiligte |
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Um diese Forschungsziele zu erreichen, müssen im Projekt WiETrans neue Ansätze entwickelt werden, damit Handlungsmöglichkeiten, Rollen und Betroffenheiten in der Gesellschaft adäquat berücksichtigt werden können. Für die Umsetzung sind hierzu interdisziplinär relevante Informationen mit hoher Transparenz zu integrieren, in ihrer Komplexität zu reduzieren und geeignet zu visualisieren. So können sie für eine multi-dimensionale, diskursiv-reflexive Bewertung alternativer Optionen und Pfade durch unterschiedliche Akteure und aus mehreren Perspektiven genutzt werden. Hierzu werden in einem transdisziplinären Co-Design-Prozess die folgenden Elemente kombiniert:
Das Szenarienmodell beinhaltet eine bilanzierende Abbildung des Energiesystems und standardisierbare Schnittstellen, beispielsweise zu zeitlich/räumlich aufgelösten oder sektoralen Modellierungen und deren Ergebnissen. Diese können sich zum Beispiel auf Infrastrukturbedarf, Umweltwirkungen oder regulative Anforderungen an die Refinanzierung neuer Anlagen beziehen. Durch Referenztechnologien und -annahmen lassen sich Szenarien aus verschiedenen Studien vergleichen. Die hohe technische Granularität gewährleistet dabei die genaue Zuordnung von qualitativen Informationen zu Anforderungen, Randbedingungen und Implementierungshemmnissen. Über Verfahren zur Komplexitätsreduktion werden die Informationen verdichtet und mit Hilfe der Visualisierung zur flexibel änderbaren Grundlage für die Entscheidungsunterstützung zusammengestellt.
Das Institut für Vernetzte Energiesysteme verfolgt im Projekt WiETrans das Ziel, ein transparentes entscheidungsunterstützendes System zur Wissensintegration zu entwickeln. Dieses soll Schnittstellen zu verschiedenen detaillierten Analysemethoden beinhalten und so die inhaltliche Basis für eine multi-dimensionale und diskursiv-reflexive Bewertung alternativer Transformationsoptionen und -pfade schaffen. Gemeinsam mit weiteren Projektbeteiligten befasst sich das Projektteam des Instituts zudem mit der Anbindung an die Visualisierungsumgebung, der Komplexitätsreduktion und dem Innovation-Lab-Workflow. Darüber hinaus sind die DLR-Forschenden an der Durchführung einer Fallstudie unter Einbindung von Stakeholdern beteiligt.