Forschungsprojekt EIS2035+

Klimakompatible Antriebstechnologien der Zukunft

Gemeinsam mit 8 anderen DLR-Instituten untersucht das Institut für Antriebstechnik in EIS2035+ (Entry Into Service) neuartige Triebwerkstechnologien, die in der nächsten Triebwerksgeneration für Kurz- und Mittelstrecken zur Anwendung kommen.

Der Flugverkehr hat einen erheblichen Anteil am anthropogenen Einfluss auf das Klima. Um die Klimawirkung des Luftverkehrs nachhaltig zu reduzieren, ist es entscheidend, Emissionsquellen genau zu analysieren und innovative Technologien zu entwickeln, die eine klimafreundlichere Luftfahrt ermöglichen. Das Projekt EIS 2035+ verfolgt daher das Ziel, zukunftsweisende und klimakompatible Antriebstechnologien für die nächste Generation von Flugzeugtriebwerken zu etablieren, die im Laufe der 2030er Jahre ihren Markteintritt finden sollen. Durch eine ganzheitliche Weiterentwicklung von Komponenten, Systemen und Simulationsmethoden sollen wesentliche Fortschritte bei der Reduktion von Emissionen, der Steigerung der Effizienz und der Verkürzung von Entwicklungszeiten (engl. time-to-market) erzielt werden.

Das Kurz- und Mittelstreckenflugzeug F25, das im Virtuellen Hangar des DLR verfügbar ist, dient im Rahmen des Projekts als Plattform zur Integration detaillierterer und verbesserter Triebwerksmodelle. Verschiedene technologischen Entwicklungen werden im Laufe des Projekts auf die Gesamtsystemebene zurückgeführt und ermöglichen eine präzisere Bewertung der Triebwerksleistung als auch eine Analyse der Gesamtkonfiguration in Bezug auf unterschiedliche Flugtrajektorien und deren Klimawirkung. Teil dieser technologischen Entwicklungen ist die Entstehung einer konsistenten Entwicklungsumgebung für elektrische Antriebsysteme im GTlab-Simulationsumfeld, die eine beschleunigte und präzisere Auslegung zukünftiger Triebwerksgenerationen ermöglicht. Ebenfalls wird daran geforscht, den Bauraum, speziell die axiale Baulänge des Übergangskanals des Verdichtungssystems, erheblich zu reduzieren, ohne die aerodynamische Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen und so eine messbare Verbesserung der Kraftstoffeffizient zu bewirken. Die Entwicklung innovativer Fügetechnologien für Titan-FVK-Hybride Bauweisen soll zudem den Einsatz von leichten temperaturbeständigen Strukturen in Triebwerksbereichen ermöglichen, um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Parallel dazu werden Brennverfahren für Magerbrennkammern untersucht, um das Teillastverhalten mit herkömmlichem Kerosin und nachhaltigen, aromatenfreien synthetischen Kraftstoffen (SAF) zu analysieren und Emissionen von zukünftigen Triebwerken zu reduzieren.

Abschließendes Ziel ist die Integration der erarbeiteten Technologien in das Gesamtsystemmodell und eine Analyse in Bezug auf Effizienz, Emissionen, Gewicht und Klimawirkung auf Triebwerks-, Flugzeug- und Flottenebene. Auf dieser Basis können technologische Zusammenhänge fundiert bewertet, Entwicklungspfade zielgerichtet abgeleitet und die Wirkung neuer Antriebskonzepte auf System- und Klimabilanzebene verlässlich abgeschätzt werden, um eine klimakompatible Luftfahrt ab 2035 zu ermöglichen.

Laufzeit

01.01.2026 - 31.12.2028

Förderung

DLR-Projekt

Schlagwörter

Entry Into Service, hybrid-elektrisches Fliegen, Bauraumverkürzung, Titan-FVK-Hybridbauweisen, Simulation, Sustainable Aviation Fuels

Kontakt

Dr.-Ing. Aaron Kasper

Projektleiter
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Antriebstechnik