Forschungsprojekt SCOPE.efzn

Szenarien, Optionen und Parameterräume für aktuelle energiepolitische Entscheidungsprozesse

In den vergangenen Jahren wurde eine beträchtliche Anzahl von wissenschaftlichen Szenarien und Leitstudien zur Energiewende in Deutschland veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen weichen zum Teil stark voneinander ab. Grund dafür ist, dass die jeweils zugrundeliegenden Energieszenarien auf unterschiedlichen Annahmen über zukünftige technologische, politische und wirtschaftliche Entwicklungen im Energiesystem beruhen. Zusätzlich kommen vielfältige Methoden zur Modellierung zum Einsatz. Um diese unterschiedlichen Leitstudien einzuordnen und bisher nicht berücksichtigte Faktoren und Systemparameter in einer szenariobasierten, wissenschaftlichen Sensitivitätsrechnung zu analysieren, hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz das Forschungsvorhaben SCOPE.efzn („Szenarien, Optionen und Parameterräume für aktuelle energiepolitische Entscheidungsprozesse“) ins Leben gerufen.

Forschungsprojekt SCOPE.efzn

 

Laufzeit

Juni 2025 bis Mai 2026

Förderung durch

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Projektbeteiligte

  • Institut für Vernetzte Energiesysteme
  • Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (efzn)
  • Leibniz Universität Hannover, Institut für Festkörperphysik
  • Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH)

Das Projekt SCOPE.efzn verfolgt das Ziel, basierend auf einer Meta-Analyse und Simulationen konkrete Handlungsoptionen für die Politik zu formulieren. Anders gesagt: Es geht ausdrücklich nicht um die Erstellung einer weiteren Leitstudie. Um die praxisnahe Qualitätssicherung und Rückkopplung der Forschungsergebnisse zu gewährleisten, wird das Gesamtprojekt um das Transferelement eines sogenannten Sounding Boards erweitert. Dieses beschreibt ein transdisziplinäres Gremium, bestehend aus unterschiedlichen Akteursgruppen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, das die Perspektiven unterschiedlicher Akteursgruppen aufnehmen soll. Mit seinem praxisnahen und partizipativen Charakter dient das Sounding Board somit als konkreter Rückkopplungs- und Spiegelmoment für die Herausforderungen, Wünsche und Bedarfe dieser Akteursgruppen.

Das Institut für Vernetzte Energiesysteme betrachtet im Projekt SCOPE.efzn eine Sammlung ausgewählter Szenarien im Rahmen einer Metaanalyse. Einige von ihnen haben einen rein prognostischen Charakter oder untersuchen ergebnisoffen die Wirkung bestimmter Maßnahmen, andere hingegen zeigen technisch und ökonomisch plausible Wege auf, wie die energiepolitischen Ziele Deutschlands und insbesondere die Klimaneutralität im Jahr 2045 erreicht werden kann. Sie alle beruhen aber auf zum Teil sehr unterschiedlichen Randannahmen, etwa in Bezug auf die Bevölkerungsentwicklung, die Wirtschaftsleistung und -struktur, Energieträger-Preise oder Technologieentwicklung.

Die Vorgehensweise des DLR-Projektteams sieht vor, zunächst jene Transformationsstrategien für Sektoren zu identifizieren, bei denen die verschiedenen Szenarien zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Auf Basis dieser Spannungsfelder werden anschließend zusammen mit weiteren Projektbeteiligten ein Referenzszenario sowie Sensitivitätsanalysen entwickelt. Aus diesen lassen sich schließlich mit Hilfe eines Energiesystemmodells die Konsequenzen der Unsicherheiten für den Transformationsprozess ausloten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden schließlich die Basis, um auf einer einzigartig breiten wissenschaftlichen Datengrundlage konkrete Handlungsoptionen benennen zu können.

Mehr Informationen

Kontakt

Energieszenarien und Technologiebewertung

Forschungsgruppe
Institut für Vernetzte Energiesysteme