1. September 2015

Auf dem Weg nach Kou­rou – LI­SA Pa­th­fin­der ver­lässt Eu­ro­pa

LI­SA Pa­th­fin­der auf dem Weg nach Kou­rou
Bild 1/6, Credit: Airbus Defence & Space/ESA.

LISA Pathfinder auf dem Weg nach Kourou

LI­SA Pa­th­fin­der tritt sei­nen Weg zum Start­platz nach Kou­rou an.
LI­SA Pa­th­fin­der in War­te­stel­lung
Bild 2/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

LISA Pathfinder in Wartestellung

Das Wis­sen­schafts­mo­dul von LI­SA Pa­th­fin­der (oben, mit gold­far­be­ner Ther­ma­li­so­lie­rung) war­tet zu­sam­men mit sei­nem An­triebs­mo­dul (un­ten) in der In­te­gra­ti­ons­hal­le der IABG in Ot­to­brunn auf den Trans­port zum Start­platz nach Kou­rou.
Mon­ta­ge der LI­SA Pa­th­fin­der-Son­de
Bild 3/6, Credit: Airbus Defence & Space.

Montage der LISA Pathfinder-Sonde

Bei der Fir­ma IABG in Ot­to­brunn wur­de das LI­SA Tech­no­lo­gy Packa­ge (LTP) in das Wis­sen­schafts­mo­dul von LI­SA Pa­th­fin­der in­te­griert. Links ne­ben der ro­ten Box sind vier der Kol­lo­id-Mi­kro-New­ton-Trieb­wer­ke für die hoch­emp­find­li­che La­ge­re­ge­lung der Son­de zu er­ken­nen.
LTP-In­te­gra­ti­on in Ot­to­brunn
Bild 4/6, Credit: Airbus Defence & Space.

LTP-Integration in Ottobrunn

Im Ju­ni 2015 wur­de bei der Fir­ma IABG in Ot­to­brunn das LI­SA Tech­no­lo­gy Packa­ge (LTP) in das Wis­sen­schafts­mo­dul von LI­SA Pa­th­fin­der ein­ge­baut. Im Hin­ter­grund links steht auch das An­triebs­mo­dul zur In­te­gra­ti­on be­reit.
LI­SA Pa­th­fin­der kurz vor dem Akus­tik­test
Bild 5/6, Credit: Airbus Defence & Space.

LISA Pathfinder kurz vor dem Akustiktest

Das Wis­sen­schafts­mo­dul von LI­SA Pa­th­fin­der (oben) und das An­triebs­mo­dul (un­ten) in ih­rer Start­kom­bi­na­ti­on mit ther­mi­scher Iso­lie­rung (MLI) vor dem Akus­tik­test bei der Fir­ma IABG in Ot­to­brunn An­fang Ju­li 2015. Der Akus­tik­test stellt si­cher, dass die Son­de die enor­men Schall­schwin­gun­gen, die wäh­rend der ers­ten Se­kun­den nach Zün­dung der Ra­ke­ten­trieb­wer­ke beim Start ent­ste­hen, un­be­scha­det über­steht.
Leck­test von LI­SA Pa­th­fin­der
Bild 6/6, Credit: Airbus Defence & Space.

Lecktest von LISA Pathfinder

Das An­triebs­mo­dul von LI­SA Pa­th­fin­der wird wäh­rend ei­nes Leck­tests bei der IABG in Ot­to­brunn im Ju­li 2015 auf sei­ne Gas­dich­tig­keit ge­tes­tet.

+++ Die Raumsonde LISA Pathfinder ist mittlerweile sicher am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guyana) angekommen. Die Raumsonde wurde vom Firmangelände von Airbus Defence & Space in Stevenage (Großbritannien) mit einer Antonov An-124 zum Félix Eboué Airport in Cayenne geflogen, wo sie am Morgen des 8. Oktober 2015 (Ortszeit) angekommen ist. Die Technologiedemonstrationsmission wird voraussichtlich am 2. Dezember 2015 mit einer Vega-Rakete starten. +++

Die Raumsonde DLR LI­SA Pa­th­fin­derist nun bereit, ihre Reise von Europa zum Startplatz am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana anzutreten. Nach dem Überprüfen der Startbereitschaft – dem sogenannten "Flight Acceptance Review" – am 3. September 2015 wird der Transportcontainer bei der IABG Ot­to­brunn geschlossen und die Sonde anschließend nach Südamerika transportiert. Dort wird sie dann auf die europäische Vega-Rakete montiert, mit der sie voraussichtlich Anfang Dezember mit dem sechsten Start dieses Trägers zu ihrer lang geplanten Technologie-Demonstrationsmission abheben wird. Der umfangreiche deutsche Beitrag vor allem zur Nutzlast der Mission wird wesentlich vom Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert.

LISA Pathfinder und eLISA – Gravitationswellen aus dem Weltall

LISA Pathfinder ebnet den Weg für das von der Europäischen Weltraumorganisation ESA geplante Gravitationswellenobservatorium eLI­SA (evol­ved La­ser In­ter­fe­ro­me­ter Space An­ten­na). Die Mission soll im Weltraum wichtige Technologien für eLISA erproben, deren Funktions- und Leistungsfähigkeit am Erdboden nicht oder nur eingeschränkt getestet werden kann. eLISA soll ab 2034 Gravitationswellen aus dem Weltraum „beobachten“ und damit den energiereichsten und heftigsten astrophysikalischen Ereignissen unseres Universums auf die Spur kommen. Mit Hilfe von Gravitationswellen lassen sich direkte Erkenntnisse über Phänomene wie zum Beispiel Supernovae, enge Doppelsternsysteme bestehend aus Weißen Zwergen und Neutronensternen und Kollisionen von hochkompakten Schwarzen Löchern mit einigen Sonnenmassen bis hin zu den zentralen Objekten in Galaxienkernen mit der milliardenfachen Masse der Sonne gewinnen. Gravitationswellensignale aus der Zeit unmittelbar nach dem Urknall können uns außerdem mehr über die Entstehung unseres Universums verraten.

Einstein sagte die Gravitationswellen voraus

Gravitationswellen breiten sich als winzige Störungen der Raumzeit im Weltall aus. Sie wurden durch den deutschen Physiker Albert Einstein bereits 1916 auf der Grundlage seiner im Jahr zuvor veröffentlichten Allgemeinen Relativitätstheorie vorausgesagt. Nahezu auf den Tag genau einhundert Jahre nach dieser bedeutenden Veröffentlichung vom 25. November 1915 wird LISA Pathfinder nun zu seiner Mission aufbrechen und damit einen wichtigen Schritt hin auf dem Weg zum Nachweis niederfrequenter Gravitationswellen aus dem Weltraum gehen – eine ungeplante Hommage an das Werk Einsteins.

LISA Pathfinder – eine europäische Erfolgsgeschichte mit großem deutschem Anteil

Neben der ESA sind an LISA Pathfinder Forschungseinrichtungen und Industriefirmen aus Italien, Deutschland, Großbritannien, Spanien, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden beteiligt. Bei der Airbus Defence & Space GmbH in Friedrichshafen wurde das Kernstück der Nutzlast – das LISA Technology Package (LTP) – gebaut und bei der Firma IABG in Ottobrunn bei München in den Satelliten integriert. Der deutsche Beitrag wird neben der Air­bus De­fence and Spacemaßgeblich vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Albert-Einstein-Institut (AEI) in Hannover geleistet und von der Max-Planck-Gesellschaft sowie dem DLR Raumfahrtmanagement finanziert. Mit dem "Disturbance Reduction System" (DRS) stellt das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA eine zweite Nutzlast bei, die ähnlich wie das LTP die Technologie für kommende Gravitationswellenmissionen testen soll.

Kontakt
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    Stra­te­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
    Telefon: +49 228 447-120
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
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  • Dr. Hans-Georg Grothues

    Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, Ex­tra­ter­re­strik
    Telefon: +49 228 447-348
    Fax: +49 228 447-745
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