10. März 2016

Pan­ora­ma­blick auf die Erd­ku­gel im Ga­so­me­ter Ober­hau­sen

Mit dem Fahr­stuhl über die Er­de hin­aus
Bild 1/4, Credit: Gasometer Oberhausen.

Mit dem Fahrstuhl über die Erde hinaus

Vom glä­ser­nen Fahr­stuhl des Ga­so­me­ter Ober­hau­sen aus hat man ei­nen Blick auf die Er­de, wie sie sonst nur Astro­nau­ten ge­nie­ßen. Das DLR hat aus Sa­tel­li­ten­da­ten die Ani­ma­ti­on er­stellt, die auf die 20-Me­ter-Er­de pro­ji­ziert wird.
Blick von der Tri­bü­ne auf die künst­li­che Er­de
Bild 2/4, Credit: Gasometer Oberhausen.

Blick von der Tribüne auf die künstliche Erde

Die Aus­stel­lung "Wun­der der Na­tur" lässt im Ga­so­me­ter Ober­hau­sen ei­ne künst­li­che Er­de schwe­ben. Die Ani­ma­ti­on des DLR zeigt un­ter an­de­rem die Luft­strö­mun­gen oder auch den Wech­sel von Tag und Nacht auf der Erd­ku­gel.
Fo­tos wie "Mon­key" von Tim Flach sind Teil der Aus­stel­lung
Bild 3/4, Credit: Tim Flach.

Fotos wie "Monkey" von Tim Flach sind Teil der Ausstellung

Be­stand­teil der Aus­stel­lung: "Bo­ra­gi­naceae" von Rob Kes­se­ler
Bild 4/4, Credit: Rob Kesseler.

Bestandteil der Ausstellung: "Boraginaceae" von Rob Kesseler

Normalerweise sitzen Wettersatelliten in der ersten Reihe, wenn es um den besten Blick auf die Erde geht. Im Gasometer Oberhausen kann allerdings ab dem 11. März 2016 jeder diesen ganz speziellen Blick auf den blauen Planeten werfen: Im mächtigen, 100 Meter hohen Turm des Industriedenkmals schwebt für die neue Ausstellung "Wun­der der Na­tur" als Highlight eine Erdkugel mit 20 Metern Durchmessern. Aus Satellitendaten hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Stück für Stück und Schicht für Schicht eine Animation erstellt, die von zwölf Projektoren auf die Erdkugel gespielt wird. "Unser Ziel ist es, zum einen die Schönheit der Erde zu zeigen und zum anderen den Blick wie aus dem All zurück zur Erde zu ermöglichen", sagt Nils Sparwasser vom Earth Observation Center des DLR. 1,5 Millionen Bilder erzeugten die Forscher dafür. Das Ergebnis: Eine Erdkugel, auf der sich Tag und Nacht abwechseln oder auch Wolkenbänder die Luftströmungen um die Erde sichtbar machen. Wer mit dem Panorama-Aufzug an der Innenwand des Gasometers in die Höhe fährt, blickt umgerechnet aus 36.000 Kilometern Entfernung auf den Erdball. Zudem zeigt der Gasometer Oberhausen 150 großformatige Fotos von Tieren und Pflanzen von namhaften Fotografen wie Frans Lanting, Rob Kesseler, Tim Flach oder Anup Shah.

Puzzle für das große Ganze

"Mir ist keine größere künstliche Erde in dieser Form bekannt", erläutert Nils Sparwasser vom DLR. Am Anfang allerdings standen Datensätze von den verschiedensten Satelliten, mit und ohne Wolkenbedeckung, bei Tag oder auch bei Nacht und auch mit Phänomenen, die das menschliche Auge selbst nicht wahrnehmen kann. "Die Herausforderung war es, diese Daten zusammenzubringen und daraus die bestmögliche Animation zu erstellen." Aus einzelnen Stücken und Informationen der Fernerkundungsdaten, aus Radarsatelliten der SRTM-Mission bis hin zu Messungen der Wettersatelliten, wurde so nach und nach das große Ganze. Alle Puzzleteile wurden aufeinander abgestimmt und zusammengesetzt - "und das alles ergab eine 3D-Abbild der Erde". Insgesamt 115 Tage rund um die Uhr rechneten die Computer, um die Animation mit einer Auflösung von 58 Millionen Pixel zu erstellen.

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Flying over the craters of dwarf planet Ceres / Flug über Zwergplanet Ceres
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Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Begegnung von Wissenschaft und Poesie

Die Spezialfirma Intermediate Engineering, die für die technische Umsetzung zuständig ist, teilte dem DLR-Team die exakte Ausrichtung aller Projektoren mit. Diese wurden dann am Computer als Kameras in einen virtuellen Gasometer gesetzt und filmten das 3D-Modell der Erdkugel ab. Dadurch erhielt jeder Projektor eine eigene Animation, die zusammen ein nahtloses Bild der Erde erzeugen. Der Blick auf die schwebende Erdkugel zeigt, welche Informationen aus Fernerkundungsdaten gewonnen werden können. "Man sieht beispielsweise das Abregnen der Wolken über den Tropen als schwarze Flecken", sagt Nils Sparwasser. Für Kurator Prof. Peter Pachnicke bringt die Kooperation mit dem DLR zwei Dinge zusammen: "Es ist die Begegnung von wissenschaftlicher Bilderwelt und poetischer Sicht."

Satellitenbilder können Details im Bereich von wenigen Zentimetern zeigen und bieten Wellenlängenbereiche, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. "Die Fernerkundungsdaten zeigen uns aber nicht nur die Schönheit der Erde", sagt DLR-Wissenschaftler Nils Sparwasser. "Satelliten liefern uns kontinuierlich beispielsweise Informationen über den CO2-Gehalt oder über die Verschmutzung der Ozeane - und somit über ihren Gesundheitszustand."

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