29. Mai 2017

La­ser­for­schung: Adolf Gie­sen er­hält Tow­nes Award

Dr. Adolf Gie­sen, Preis­trä­ger des Tow­nes-Award 2017
Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Dr. Adolf Giesen, Preisträger des Townes-Award 2017

Für sei­ne For­schung und Ent­wick­lung im Be­reich des Schei­ben­la­sers wur­de Dr. Adolf Gie­sen mit dem Tow­nes-Award der Op­ti­cal So­cie­ty of Ame­ri­ca (OSA) aus­ge­zeich­net.
  • Der ehemalige Direktor des DLR-Instituts für Technische Physik wurde für seine Beiträge zur Entwicklung des Scheibenlasers mit dem Charles Townes Award ausgezeichnet.
  • Die Auszeichnung wird jährlich von der Optical Society of America vergeben.
  • Heute wird der Scheibenlaser unter anderem sehr erfolgreich in der industriellen Materialbearbeitung eingesetzt.
  • Schwerpunkte: Auszeichnungen, Lasertechnologie, Industrie 4.0

Die Op­ti­cal So­cie­ty of Ame­ri­ca (OSA) hat Dr. Adolf Giesen, ehemaliger Direktor des Instituts für Technische Physik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), mit dem renommierten Charles Hard Tow­nes Award ausgezeichnet. Der Preis würdigt die grundlegenden Beiträge des Forschers zur Entwicklung des Scheibenlasers und seine damit geleistete Pionierarbeit auf dem Gebiet der Festkörperlaser. Der Preis wurde im Rahmen der Laser-Konferenz CLEO am 14. Mai 2017 in San Jose, Kalifornien übergeben. Er ist benannt nach dem amerikanischen Physiker, Nobelpreisträger und Vorreiter der Laserforschung Charles Hard Tow­nes.

Langjährige Kompetenz im Bereich Laserentwicklung

Adolf Giesen leitete in den Jahren 2007 bis 2016 das am DLR-Standort Stuttgart ansässige Institut für Technische Physik. Das Institut erforscht mit seinen rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Lasersysteme für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt sowie in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung. Aktuelle Schwerpunktthemen sind die Detektion und Beseitigung von Weltraumschrott, die lasergestützte Ferndetektion von Gefahrstoffen, Lasereffektoren großer Reichweite und Entwicklungen zur lasergestützten Fluginstrumentierung. "In Namen des ganzen Instituts gratuliere ich Adolf Giesen herzlich zu dieser prestigeträchtigen Auszeichnung. Seine Arbeiten auf dem Bereich des Scheibenlasers haben nicht nur auf lange Zeit wichtige Impulse für die Wissenschaft gegeben, sondern auch besonders erfolgreich den Transfer in die industrielle Anwendung geschafft", so Prof. Thomas Dekorsy, Nachfolger von Adolf Giesen als Direktor des Instituts.

Durchbruch für den Scheibenlaser

Nach seiner Promotion in Physik an der Universität Bonn arbeitete Giesen zunächst am DLR-Institut für Technische Physik, dessen Direktor er später wurde, sowie am In­sti­tut für Strahl­werk­zeu­ge der benachbarten Uni­ver­si­tät Stutt­gart. Sein größter Erfolg war die Entwicklung des Scheibenlasers. Der Scheibenlaser ist eine Form des Festkörperlasers, bei dem das aktive Medium eine extrem dünne Kristallscheibe ist. So konnte das Kühlproblem im Hochleistungsbereich gelöst werden. Gemeinsam mit seinem Team erzielte Adolf Giesen immer höhere Laserleistungen bis in den Kilowatt-Bereich. Gleichzeitig konnte er durch patentierte Optik-Konzepte dem Scheibenlaser den Weg zum kommerziellen Einsatz in der industriellen Materialbearbeitung ebnen. Heute bildet der Scheibenlaser die Grundlage einer wichtigen Produktlinie des Werkzeugmaschinen- und Lasertechnikunternehmens Trumpf und ist damit eine Basis im Maschinenbau für die Industrie 4.0.

Kontakt
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