27. Juli 2018
Bei Katastrophen den Überblick behalten

DLR-Projekt VABENE++ unterstützt neue Schnell-Einsatz-Gruppe des BRK bei Lageanalysen

Lagebesprechung bei der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) mit Kartenmaterial des DLR
Lagebesprechung bei der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) mit Kartenmaterial des DLR
Bild 1/4, Quelle: BRK, alle Rechte vorbehalten, jegliche Weiterverbreitung untersagt.

Lagebesprechung bei der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) mit Kartenmaterial des DLR

Bei der Vorstellung ihrer Einsatzgruppe simulierte das BRK auch eine Lagebesprechung. Mit dabei: Veronika Gstaiger vom DLR-Projekt VABENE++ (2.v.l.). Auf Basis von Fernerkundungsdaten unterstützen das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformationen und VABENE++ die SEG bei der Einsatzplanung.

Mit Amphibienfahrzeugen durch unwegsames oder überflutetes Gelände
Bild 2/4, Quelle: BRK, alle Rechte vorbehalten, jegliche Weiterverbreitung untersagt.

Mit Amphibienfahrzeugen durch unwegsames oder überflutetes Gelände

Die SEG soll auch bei Katastrophenlagen wie Überschwemmungen oder schweren Stürmen Einsatzorte erreichen können und hat dazu unter anderem das Amphibienfahrzeug "ARGO" (im Bild) angeschafft.

Simulierte Rettung
Bild 3/4, Quelle: BRK, alle Rechte vorbehalten, jegliche Weiterverbreitung untersagt.

Simulierte Rettung

Bei der Vorstellung der Einsatzgruppe demonstrierte die neue SEG die Rettung eines Menschen mithilfe des Amphibienfahrzeugs "ARGO".

Die Fahrzeugflotte der Schnell-Einsatz-Gruppe
Bild 4/4, Quelle: BRK.

Die Fahrzeugflotte der Schnell-Einsatz-Gruppe

Gerüstet für jedes Gelände soll die SEG sein. Dafür stehen ihnen nicht nur Amphibienfahrzeuge, sondern auch geländegängige Rettungsfahrzeuge zur Verfügung.

  • Das DLR Forschungsprojekt VABENE++ wird mit der neuen Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) zusammenarbeiten. Die SEG wurde am 26. Juli vom BRK vorgestellt; sie soll bei Katastrophen schwer zugängliche Einsatzorte erreichen.
  • Die DLR-Forscher entwickeln neue Systeme und Techniken, um bei Katastrophen und Großereignissen die Einsatzkräfte mit aktueller Lageanalyse vor allem durch Verkehrsüberwachung aus der Luft zu unterstützen.
  • VABENE++ testete bereits mehrfach Technologien in Einsätzen. Die Erkenntnisse wurden in Echtzeit ausgewertet und den Einsatzkräften direkt zur Verfügung gestellt.
  • Schwerpunkt(e): Intelligente Mobilität, Sicherheit, Digitalisierung

Das Projekt Projekt VABENE++ am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Bayerische Rote Kreuz (BRK) haben angekündigt, ihre Zusammenarbeit auszuweiten: Das DLR wird auch die neu gegründete Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) - G.I.L.T., was für Gelände, Infrastruktur, Logistik und Transport steht, des BRK immer wieder bei Übungen und Einsätzen begleiten. Vor Ort sollen Systeme und Methoden getestet werden, um Einsatzkräften bessere Lageinformationen zur Verfügung zu stellen.

Das BRK hatte am 26. Juli eine Schnell-Einsatz-Gruppe vorgestellt, um besser für Katastrophen gewappnet zu sein. Denn Hochwasser und schwere Stürme können Verkehrswege und wichtige Infrastruktur zusammenbrechen lassen - Straßen werden durch umgefallene Bäume oder Überschwemmungen blockiert. Die SEG soll auch in solchen Situationen Einsatzorte erreichen und Menschen versorgen oder retten können. Dazu wurde sie unter anderem mit Amphibienfahrzeugen ausgestattet.

Daten von Helikoptern, Flugzeugen und Satelliten helfen den Einsatzkräften

VABENE++ entwickelt Systeme und Methoden, mit denen Rettungskräfte bei Katastrophen oder Großereignissen einfach und schnell Lageinformationen gewinnen können. Die Forscher sind vor allem auf Verkehrsbeobachtung aus der Luft spezialisiert - dazu werten sie Kameradaten aus Flugzeugen oder Helikoptern in Echtzeit aus und kombinieren sie mit Daten und Karten des Zentrums für satellitengestützte Kriseninformationen (ZKI) des DLR.

Ihre Technologien testete VABENE++ in der Vergangenheit bereits mehrfach bei Einsätzen - auch zusammen mit dem BRK. Die gewonnen Informationen stellten die Forscher den Einsatzkräften direkt zur Verfügung und unterstützten damit deren Arbeit. "Wir sind höchst dankbar für die Zusammenarbeit mit VABENE++. Durch die Daten, die wir nur vom DLR bekommen können, und die direkten Ansprechpartner dort können wir bessere Lagebilder erstellen und beispielsweise ein besseres Verkehrsmanagement betreiben", sagt Uwe Kippnich, der Projektleiter dieser neuen SEG. Auch die Forscher profitieren von den Einsätzen: "Für uns ist es super, mit dem BRK eine operative Schnittstelle zu haben. Wir können direkt bei Einsätzen forschen, unsere Systeme in der Praxis testen und dabei auf die Einsatzkräfte abstimmen", sagt Veronika Gstaiger, Forscherin bei VABENE++.

Für Einsatzkräfte entwickelte VABENE++ unter anderem einen Multikopter-Drohnen-Schwarm, der vollautomatisch Gebiete kartieren kann. Mit wenigen Handbewegungen auf einem Laptop oder Computer können Einsatzkräfte die Drohnen ausschwärmen lassen. Diese teilen unter sich das Gebiet auf; eine Software verbindet später die Aufnahmen.

  • Das Projekt VABENE++

    In dem DLR-Forschungsprojekt werden leistungsfähige Unterstützungswerkzeuge für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und Verkehrsbehörden für den Umgang mit Katastrophen und Großveranstaltungen entwickelt. Im Rahmen des DLR-Verkehrsforschungsprogramms arbeiten in diesem Projekt sechs verschiedene DLR-Institute sowie Partnereinrichtungen fachübergreifend zusammen. Sie werden von den Flugbetrieben des DLR unterstützt. Die Inhalte von VABENE++ gliedern sich in unterschiedliche Forschungsaktivitäten des DLR mit sicherheitsrelevantem Bezug ein. Diese werden von der Programmkoordination Sicherheit des DLR koordiniert.

Die Forschung von VABENE++ half bereits beim Kirchentag 2017 und dem G7-Gipfel 2015

In verschiedenen Situationen unterstützten Feld-Tests von VABENE++ bereits Einsatzkräfte. Beim Abschlussgottesdienst des Kirchentags 2017 in Wittenberg wertete VABENE++ vom DLR-Hubschrauber aus den Verkehr auf den Zufahrtswegen sowie die Parkplatzauslastungen aus. Beim G7-Gipfel 2015 in Bayern testete VABENE++ ebenfalls Systeme zur Verkehrsbeobachtung und wies den Rettungskräften bei vollen Straßen den schnellsten Weg zum Einsatzort. Darüber hinaus wertete VABENE++ mit einer Kamera aus, wie viele Einsatzwägen gerade im Reservezentrum zur Verfügung standen. Auch untersuchten die Wissenschaftler aus der Luft die Dynamik von Menschenmengen auf dem Oktoberfest und dem Southside Festival.

VABENE++ und BRK möchten auf ihre gute langjährige Zusammenarbeit aufbauen: "Wir stehen bereits seit Jahren in Kontakt und haben sehr gute Erfahrungen mit VABENE++ gemacht, daher wollen wir diese Zusammenarbeit nun bei der SEG weiterführen. Durch die Hilfe des DLR können wir am Ende auch der Bevölkerung besser helfen", sagt Rudi Cermak, Katastrophenschutzbeauftragter des BRK. Auch Veronika Gstaiger von VABENE++ blickt positiv auf die kommenden Aufgaben. "Wir freuen uns, die Schnell-Einsatz-Gruppe von Anfang an begleiten zu dürfen, damit an Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen anknüpfen zu können und neue Technologien dort einsetzen zu können, wo aktuelle Informationen wirklich benötigt werden".

Kontakt
  • Dorothee Bürkle
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
    Media Relations
    Telefon: +49 2203 601-3492
    Telefax: +49 2203 601-3249
     
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  • Veronika Gstaiger

    Institut für Methodik der Fernerkundung, Photogrammetrie und Bildanalyse
    Telefon: +49 8153 28-3179
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  • Florian Kammermeier
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Politikbeziehungen und Kommunikation
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    Linder Höhe
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  • Die Fahrzeugflotte der Schnell-Einsatz-Gruppe

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