29. November 2019
Mikrogasturbinen-Technologie

DLR eröffnet Forschungsplattform für dezentrale Energieversorgung am Standort Stuttgart

Startschuss für die Technologieplattform Dezentrale Energien
Startschuss für die Technologieplattform Dezentrale Energien
Bild 1/3, Quelle: © DLR/FrankEppler

Startschuss für die Technologieplattform Dezentrale Energien

Offizielle Einweihung der Versuchsanlage Technologieplattform Dezentrale Energien am DLR-Standort Stuttgart. Von links nach rechts: Prof. Manfred Aigner (Direktor DLR-Institut für Verbrennungstechnik), Katrin Schütz (Staatssekretärin Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg), Dr. Anke Kovar (Leitung DLR-Standort Stuttgart), Prof. Karsten Lemmer (DLR-Vorstand Energie und Verkehr).

Technologieplattform Dezentrale Energien am Standort Stuttgart
Technologieplattform Dezentrale Energien am Standort Stuttgart
Bild 2/3, Quelle: © DLR/FrankEppler

Technologieplattform Dezentrale Energien am Standort Stuttgart

Blick hinter die Kulissen der Technologieplattform Dezentrale Energien am DLR-Standort Stuttgart. Von links nach rechts: Prof. Karsten Lemmer (DLR-Vorstand Energie und Verkehr), Prof. Manfred Aigner (Direktor DLR-Institut für Verbrennungstechnik), Katrin Schütz (Staatssekretärin Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg), Dr. Anke Kovar (Leitung DLR-Standort Stuttgart).

Komponenten einer Mikrogasturbine
Mikrogasturbinen: Junge Technologie mit großem Potenzial
Bild 3/3, Quelle: © DLR/FrankEppler

Mikrogasturbinen: Junge Technologie mit großem Potenzial

Mikrogasturbinen bilden das Herzstück der Technologieplattform Dezentrale Energien am DLR-Stuttgart. Ziel ist es, alltagstaugliche Konzepte für die dezentrale Energieversorgung zu entwickeln und zu testen. Prof. Manfred Aigner (Direktor des DLR-Instituts für Verbrennungstechnik, rechts) erklärt die Komponenten einer solchen Mikrogasturbine (von links nach rechts: Prof. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Energie und Verkehr; Dr. Anke Kovar, Leiterin DLR-Standort Stuttgart; Katrin Schütz, Staatssekretärin Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg).

  • Dezentrale Konzepte für die Energieversorgung spielen eine wichtige Rolle bei Realisierung der Energiewende.
  • Mit der Technologieplattform Dezentrale Energien hat das DLR eine einzigartige Versuchsanlage aufgebaut, um speziell Konzepte auf Basis von Mikrogasturbinen zu testen und zu entwickeln.
  • Mit Hilfe dieser kleinen Turbinen lassen sich Strom und Wärme effizient und flexibel erzeugen. Gleichzeitig arbeiten sie schadstoffarm und können mit einer Vielzahl von Brennstoffen betrieben werden.
  • Schwerpunkte: Energie, Energieeffizienz

Alltagstaugliche Konzepte für eine dezentrale Energieversorgung spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Energiewende. Werden Strom und Wärme nahe beim Verbraucher erzeugt, lassen sich Verluste bei Transport und Umwandlung auf ein Minimum reduzieren. Mit der Technologieplattform Dezentrale Energien hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Stuttgart eine einzigartige Versuchsanlage aufgebaut, um Blockheizkraftwerke auf Basis von Mikrogasturbinen unter realen Anwendungsbedingungen zu testen und weiterzuentwickeln – in engem Verbund mit Partnern aus Industrie und Forschung. Knapp sieben Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und des DLR flossen in den letzten drei Jahren in den Aufbau der Anlage, die am DLR-Institut für Verbrennungstechnik angesiedelt und am 29. November 2019 feierlich eröffnet worden ist.

Mikrogasturbinen: Junge Technologie mit großem Potenzial

Mit Hilfe von Mikrogasturbinen können Strom und Wärme hocheffizient und flexibel je nach Bedarf erzeugt werden. Gleichzeitig arbeiten sie besonders schadstoffarm und lassen sich mit unterschiedlichen konventionellen wie erneuerbaren Brennstoffen betreiben. Sie können in privaten, gewerblichen oder öffentlichen Gebäuden sowie in kleineren und mittleren Betrieben zum Einsatz kommen – auch als klimafreundliche und energieeffiziente Alternative zu Öl- und Gasheizungen. „Mikrogasturbinen sind eine junge Technologie mit großem Potenzial für unsere Energieversorgung der Zukunft. Mit Hilfe der Technologieplattform Dezentrale Energien erproben die Forscherinnen und Forscher des DLR neue Versorgungskonzepte auf ihre Alltagstauglichkeit und entwickeln konkrete Lösungen, um die Energiewende kostengünstiger und effizienter zu gestalten“, erläuterte Prof. Karsten Lemmer, Vorstand Energie und Verkehr des DLR, anlässlich der Einweihung. Die Versuchsanlage ist zudem in die laufende Versorgung des DLR-Standorts Stuttgart mit Strom und Wärme eingebunden und leistet somit einen Beitrag, dessen Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten.

„Die Forschung am DLR-Institut für Verbrennungstechnik hat sich international einen exzellenten Ruf erarbeitet. Mit der Technologieplattform Dezentrale Energien wird diese Forschung weiter vorangetrieben und ein für die Energiewende sehr relevantes Thema gestärkt: brennstoff- und lastflexible Mikrogasturbinen. Für die Forschungsarbeiten in den kommenden Jahren wünsche ich viel Erfolg. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und hoffe, dass diese schnell als marktfähige Produkte ihren Weg in die Anwendung finden“, sagte der für Energiepolitik zuständige Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Andreas Feicht. „Innovation entsteht häufig dort, wo unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven zusammenkommen. Die Technologieplattform Dezentrale Energien ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Sie kann einen wichtigen Beitrag leisten, um einer der größten Herausforderungen unserer Zeit, dem Klimawandel, erfolgreich zu begegnen“, so Staatssekretärin Katrin Schütz aus dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

Anwendungsnahe Forschung und Entwicklung gemeinsam mit Industrie

Zentraler Bestandteil der Technologieplattform sind mehrere Mikrogasturbinen unterschiedlicher Hersteller und Leistungsklassen – von vier Kilowatt elektrischer Leistung beispielsweise zum Einsatz in Ein- und Mehrfamilienhäusern bis hin zu 300 Kilowatt für die Versorgung von Gewerbetrieben oder Krankenhäusern. Die Bandbreite der Forschungsarbeiten reicht von der Untersuchung einzelner Komponenten wie beispielsweise innovativer Brennersysteme bis hin zur Analyse gesamter Kraftwerksanlagen inklusive der benötigen Betriebs- und Regelungsstrategien. Mehr als zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DLR arbeiten bereits im Rahmen der Technologieplattform Dezentrale Energien an einer Vielzahl von Projekten und in enger Kooperation mit Industriepartnern aus den Bereichen Energieversorgung und Kraftwerkstechnik.

Zusätzlich zum Einsatz im Energiebereich untersucht das DLR auch Anwendungsmöglichkeiten von Mikrogasturbinen in der Luftfahrt und im Verkehr – zum Beispiel als Hilfstriebwerk (Auxiliary Power Unit, APU) für die Stromversorgung in Flugzeugen oder um Elektrizität für Klimatisierung und Antrieb von Bussen oder Lastkraftwagen bereitzustellen.

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