22. Januar 2020
DLR-Standort Cochstedt

Aufbau des Nationalen Erprobungszentrums für unbemannte Luftfahrtsysteme

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Zukunftsvision des Nationalen Erprobungszentrums am DLR-Standort Cochstedt
Zukunftsvision des Nationalen Erprobungszentrums am DLR-Standort Cochstedt
Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Zukunftsvision des Nationalen Erprobungszentrums am DLR-Standort Cochstedt

Luftgestützte Mobilitätslösungen in und zwischen besiedelten Gebieten (Urban Air Mobility) stellen Wissenschaft und Wirtschaft zukünftig vor zahlreiche Forschungsfragen. Die zukünftigen Aktivitäten am DLR-Standort Cochstedt werden sich dabei im Detail mit den vier großen Herausforderungen des unbemannten Fliegens beschäftigen: Vehikel-Technologie (incl. Erprobung von Demonstratoren, Antrieben, Energiespeichern), Flugführung (incl. Integration von UAS in den zivilen Luftraum), Regulierung (incl. Zertifizierung und Zulassung) sowie Akzeptanz und Wirkungsforschung (insbesondere hinsichtlich Lärm, Sicherheit und Umwelteinflüssen).

Unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) werden bereits heute unter anderem in der Katastrophenhilfe sowie für den Medikamententransport in entlegene Gebiete eingesetzt. Die gesamte Branche der unbemannten Luftfahrt erlebt ein rasantes Wachstum einhergehend mit der Entwicklung neuer Konzepte und Technologien aus denen schrittweise eine neue Industrie entsteht. Im Sommer 2019 hatte der Senat des DLR zugestimmt ein vom Bund und dem Land Sachsen-Anhalt finanziertes Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme zu schaffen. Das DLR erwarb den Flughafen Cochstedt. Nun beginnt der Aufbau, der das zentrale Erprobungszentrum in einem europaweit einmaligen hochinnovativen Forschungsnetzwerk zur UAS-Forschung etablieren wird.

Der Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Armin Willingmann erklärte: "Über Jahre hinweg fehlte dem Regional-Airport Cochstedt eine überzeugende Entwicklungsperspektive. Gemeinsam mit dem DLR ist es uns nun gelungen, die Grundlage zu schaffen für einen einzigartigen Forschungsflughafen mit vielversprechender Zukunftsperspektive. Davon profitieren Wirtschaft und Wissenschaft in Sachsen-Anhalt gleichermaßen. Die Universität Magdeburg und weitere Einrichtungen streben bereits jetzt enge Partnerschaften an. Darüber hinaus wird der künftige Forschungsflughafen ein hoch attraktiver Standort für Startups und Technologie-Unternehmen sein, so dass langfristig nicht nur beim DLR, sondern auch durch weitere Ansiedlungen neue, hochwertige Arbeitsplätze entstehen werden. Sachsen-Anhalt entwickelt sich zu einem Land der Zukunftstechnologien – Cochstedt steht hierfür beispielhaft."

"Mit dem Aufbau eines Nationalen Erprobungszentrums für Unbemannte Luftfahrtsysteme, sogenannter UAS, auf dem Flughafen Cochstedt entsteht eine europaweit einmalige Einrichtung, in der die Fähigkeiten und Kompetenzen des DLR auf dem Gebiet unbemannter Luftfahrtsysteme gebündelt werden", betont Prof. Rolf Henke, Luftfahrtvorstand des DLR. "Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir an der Technologieentwicklung und Zulassung sowie mit den Behörden an neuen Regelwerken zum Betrieb von UAS arbeiten. Der Standort wird zur Entwicklung und Erprobung neuer Luftfahrttechnologien dienen und für die Nutzung durch Kunden aus der Wirtschaft, wie Startups zur Verfügung stehen. Zudem soll ein Netzwerk aller zukünftigen Testfeldaktivitäten entstehen, mit dem Nationalen Erprobungszentrum als zentralem, integrativem Standort. Für Cochstedt spricht die Lage und die existierende Infrastruktur, die wir unter den Gesichtspunkten der Forschung noch weiter ausbauen werden."

Luftgestützte Mobilitätslösungen in und zwischen besiedelten Gebieten (Urban Air Mobility) stellen Wissenschaft und Wirtschaft zukünftig vor zahlreiche Forschungsfragen. Die zukünftigen Aktivitäten am DLR-Standort Cochstedt werden sich dabei im Detail mit den vier großen Herausforderungen des unbemannten Fliegens beschäftigen: Vehikel-Technologie (incl. Erprobung von Demonstratoren, Antrieben, Energiespeichern), Flugführung (incl. Integration von UAS in den zivilen Luftraum), Regulierung (incl. Zertifizierung und Zulassung) sowie Akzeptanz und Wirkungsforschung (insbesondere hinsichtlich Lärm, Sicherheit und Umwelteinflüssen).

Die Aktivitäten sind dabei eingebunden in DLR-weite Projekte und Kooperationen mit Partnern aus Forschung und Industrie in Deutschland, Europa und in der Welt. Das DLR arbeitet bereits wissenschaftlich im Bereich UAS-Forschung mit Großforschungseinrichtungen wie NASA (National Aeronautics and Space Administration), NLR (Netherlands Aerospace Centre) und JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) zusammen. Eine Zusammenarbeit mit der europäischen Luftsicherheitsbehörde EASA (European Union Aviation Safety Agency) ist zudem geplant. Das Testgelände wird Startups bis hin zur etablierten Luftfahrtindustrie für Forschung und Erprobung zugänglich sein und für Startups und KMUs eine Inkubator- und Enablerfunktion einnehmen. Aus Zulassungsgründen wird es erforderlich sein, dass neuartige unbemannte Luftfahrtsysteme unter realen Bedingungen in einer kontrollierten Umgebung umfassend erprobt und qualifiziert werden, wofür Cochstedt ideal geeignet ist und zentraler Ansprechpartner für die Koordination eines Netzwerkes bundesweiter Testfelder wird. Unter diesem Gesichtspunkt wird auch die Betriebsgenehmigung als Verkehrsflughafen aufrechterhalten, um für die Forschung ein möglichst breites Testspektrum zu erzielen.

Instandsetzung bis Mai 2021

Bis zum Frühjahr 2021 wird nun zunächst die Instandsetzung und Anpassung des Flughafens für den geplanten Forschungsbetrieb im Vordergrund stehen. Die vorhandene Technik wird überprüft und wo nötig ergänzt oder ersetzt. Am 1. Mai 2021 ist die Wiederaufnahme des Flugbetriebs geplant, bis dahin ist das DLR für den Aufbau der nötigen Infrastrukturen noch vom Betrieb befreit. In der Übergangszeit kann es im Laufe des Jahres 2020 bereits wie in den vergangenen Jahren unter anderem zu Testflügen des DLR-Forschungsflugzeugs A320 ATRA sowie des DLR-Demonstrators Alaady und anderen Projekten aus dem UAS-Bereich über dem Gelände kommen.

Kontakt
  • Andreas Schütz
    Leitung Media Relations, Pressesprecher
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
    Telefon: +49 2203 601-2474
    Fax: +49 2203 601-3249
    Linder Höhe
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