28. April 2020

DLR und ARE­NA2036 dru­cken Ge­sichts­vi­sie­re ge­gen Tröpf­chen­in­fek­ti­on

Zusätzlicher Schutz vor Tröpfcheninfektion
Zu­sätz­li­cher Schutz vor Tröpf­chen­in­fek­ti­on
Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Zusätzlicher Schutz vor Tröpfcheninfektion

Auf dem For­schungs­cam­pus ARE­NA2036 in Stutt­gart kön­nen täg­lich bis zu rund 500 Ge­sichts­vi­sie­re als Nach­schub für Kli­ni­ken und Arzt­pra­xen mit drin­gen­dem Be­darf ge­fer­tigt wer­den.
  • Forschungscampus ARENA2036 hilft, Versorgungsengpässe von Gesichtsvisieren in der Corona-Krise zu überbrücken.
  • DLR hat 3D-Drucker umgerüstet, um Kopfhalter für Gesichtsschutz zu fertigen.
  • Kliniken und Arztpraxen können Schilde gegen Tröpfcheninfektion bei der ARENA2036 beziehen.

Auf dem Stuttgarter Forschungscampus ARENA2036 haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie Partner aus Industrie und Wissenschaft Mitte März 2020 eine gemeinsame Hilfsaktion gestartet, um den Nachschub von Gesichtsvisieren zu unterstützen. Aufgrund von Versorgungsengpässen in der Corona-Krise können momentan nicht alle medizinischen Einrichtungen ihren dringenden Bedarf an Visieren aus den üblichen Bezugsquellen decken. Die ARENA 2036 bietet daher Kliniken und Arztpraxen die Möglichkeit, unter www.arena2036.de/covid-19 komplett montierte Gesichtsvisiere kostenlos zu beziehen, bis sich der reguläre Markt wieder stabilisiert hat.

Für Kliniken und Arztpraxen kostenlose Gesichtsvisiere

Die aktuellen Lieferengpässe führten zu Unterstützungsaufrufen seitens mehrerer Kliniken und Arztpraxen im Großraum Stuttgart sowie durch die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg. Mit ihrem Einsatz wollen die Forscherinnen und Forscher der ARENA2036 helfen, die aktuelle Versorgungsknappheit zu überbrücken und haben ihre Aktionen in der ARENA2036 gebündelt. Daran beteiligt sind das DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte, die Universität Stuttgart sowie weitere Partnerunternehmen, unter anderem Trumpf. Das Kunststoffgranulat für die 3D-Drucke hat Covestro Deutschland kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Visiere bestehen aus einem durchsichtigen Folienschild, das mit Hilfe eines Kopfhalters direkt vor dem Gesicht getragen wird. Neben Atemschutzmasken sollen die Gesichtsschilde Personal beim direkten Kontakt mit infizierten Patienten zusätzlich gegen Tröpfcheninfektionen schützen. Die Gesichtsvisiere der ARENA2036 werden im 3D-Druck- und Laser-Cutting-Verfahren hergestellt. Diese Technologien ermöglichen eine rasche und unkomplizierte Herstellung von Bauteilen ohne aufwändigen Formenbau oder dem Einsatz von Werkzeugmaschinen.

Auf den 3D-Druckern des DLR entstehen aktuell die Halter für die Folienschilder. „Zusammen mit dem Personal mehrerer Kliniken in Stuttgart und Reutlingen konnten wir die Visiere noch besser auf die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Bei der vorangegangenen Machbarkeitsprüfung mussten wir beispielsweise auch auf gute Hautverträglichkeit der verwendeten Materialien achten“, erläutert Prof. Tjark Siefkes, stellvertretender Direktor des Instituts für Fahrzeugkonzepte. „Auch die Funktion für die Ausrichtung des Schildes und die Fertigung der Visiere in den angefragten Stückzahlen konnten wir zeitnah und unkompliziert optimieren.“

Täglich bis zu mehrere hundert Visiere

Derzeit fertigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DLR in Stuttgart rund 100 Gesichtsschilde. Ehrenamtliche Mitarbeitende bauen die Visiere vor Ort zusammen und versenden sie. „Bei Bedarf können alle Partner in der ARENA 2036 im Schnitt bis zu 500 Visiere pro Tag herstellen“, so Nicolas Unger, wissenschaftlicher Mitarbeiter am DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte.

Über die ARENA2036

ARENA2036 steht für „Active Research Environment for the Next generation of Automobiles”. Auf dem vom DLR mitgegründeten und 2017 eingeweihten Forschungscampus arbeiten Partner aus Industrie und Entwicklung normalerweise an neuartigen Fahrzeugkonzepten und Produktionstechnologien für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft. In Zusammenarbeit mit Kliniken konnten die Forschungspartner gemeinsam ihre Technologiekompetenzen erfolgreich einbringen und zeitnah für diese Krisensituation umwidmen.

Auch an weiteren Standorten in Braunschweig, Bremen und Oberpfaffenhofen hat das DLR seine 3D-Drucker für die Fertigung von Gesichtsvisieren erfolgreich getestet und umgerüstet. Anlass hierfür war auch eine Anfrage der Europäischen Kommission zur Unterstützung bei der Herstellung dringend benötigter medizinischer Geräte.  

Kontakt
  • Dr. Jens Mende
    Kom­mu­ni­ka­ti­on Stutt­gart und Ulm
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Po­li­tik­be­zie­hun­gen und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 711 6862-229
    Fax: +49 711 6862-636
    Pfaffenwaldring 38-40
    70569 Stuttgart
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  • Prof. Dr. -Ing Tjark Siefkes
    Stell­ver­tre­ten­der Di­rek­tor und Ab­tei­lungs­lei­ter
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für Fahr­zeug­kon­zep­te
    Telefon: +49 30 67055-691
    Pfaffenwaldring 38-40
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  • Dr. Anke Kovar
    Lei­tung der Stand­orte Stutt­gart und Lam­polds­hau­sen
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
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