22. April 2021
Französischer ESA-Astronaut Thomas Pesquet zur ISS aufgebrochen

Ers­ter Eu­ro­pä­er mit SpaceX auf dem Weg zur ISS

Start von Raumschiff „Crew Dragon“ des US-Weltraumkonzerns SpaceX mit Thomas Pesquet an Bord
Start von Raum­schiff „Crew Dra­gon“ des US-Welt­raum­kon­zerns SpaceX mit Tho­mas Pes­quet an Bord
Bild 1/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Start von Raumschiff „Crew Dragon“ des US-Weltraumkonzerns SpaceX mit Thomas Pesquet an Bord

Am 23. April 2021 ist das Raum­schiff „Crew Dra­gon“ des US-Welt­raum­kon­zerns SpaceX mit Tho­mas Pes­quet, dem fran­zö­si­schen Astro­nau­ten im Korps der Eu­ro­päi­schen Welt­rau­m­or­ga­ni­sa­ti­on ESA an Bord, um 11:49 Uhr Uhr mit­tel­eu­ro­päi­scher Som­mer­zeit zur In­ter­na­tio­na­len Raum­sta­ti­on ISS ge­star­tet.
Matthias Maurer und Thomas Pesquet
Mat­thi­as Mau­rer und Tho­mas Pes­quet
Bild 2/6, Credit: Novespace

Matthias Maurer und Thomas Pesquet

Mat­thi­as Mau­rer zu­sam­men mit sei­nem fran­zö­si­schen ESA-Astro­nau­ten­kol­le­gen Tho­mas Pes­quet beim ge­mein­sa­men Pa­ra­bel­flug.
Pesquet und Maurer vor Raketenstufe
Deutsch-fran­zö­si­sches Tan­dem vor ei­ner Fal­con-9-Ra­ke­ten­stu­fe
Bild 3/6, Credit: SpaceX

Deutsch-französisches Tandem vor einer Falcon-9-Raketenstufe

Der deut­sche ESA-Astro­naut Mat­thi­as Mau­rer (links) und sein fran­zö­si­scher ESA-Astro­nau­ten­kol­le­ge Tho­mas Pes­quet po­sie­ren ge­mein­sam vor ei­ner zu­rück­ge­kehr­ten Fal­con-9-Ra­ke­ten­stu­fe. Die bei­den wer­den die ers­ten Eu­ro­pä­er sein, die mit ei­ner pri­va­ten Raum­kap­sel zur ISS auf­bre­chen.
Gemeinsames Notfalltraining
Ge­mein­sa­mes Not­fall­trai­ning
Bild 4/6, Credit: Markowit/NASA

Gemeinsames Notfalltraining

Der deut­sche ESA-Astro­naut Mat­thi­as Mau­rer (links) und sein fran­zö­si­scher ESA-Astro­nau­ten­kol­le­ge Tho­mas Pes­quet muss­ten für ih­re Missio­nen viel trai­nie­ren. Oft ma­chen sie das ge­mein­sam. So ha­ben sie zum Bei­spiel am John­son Space Cen­ter der NA­SA in Hou­ston ei­nen Not­fall im Welt­raum ge­probt.
Gemeinsames Flugtraining
Ge­mein­sa­mes Flug­trai­ning
Bild 5/6, Credit: SpaceX

Gemeinsames Flugtraining

Der deut­sche ESA-Astro­naut Mat­thi­as Mau­rer (links) und sein fran­zö­si­scher ESA-Astro­nau­ten­kol­le­ge Tho­mas Pes­quet muss­ten für ih­re Missio­nen viel trai­nie­ren. Oft ma­chen sie das ge­mein­sam. So ha­ben sie zum Bei­spiel im SpaceX Crew Dra­gon Cock­pit in Ka­li­for­ni­en den Flug in den Welt­raum trai­niert.
Gemeinsame Menü-Auswahl
Ge­mein­sa­me Me­nü-Aus­wahl
Bild 6/6, Credit: Blair/NASA

Gemeinsame Menü-Auswahl

Der deut­sche ESA-Astro­naut Mat­thi­as Mau­rer (links) und sein fran­zö­si­scher ESA-Astro­nau­ten­kol­le­ge Tho­mas Pes­quet ha­ben viel ge­mein­sam un­ter­nom­men. So ha­ben sie zum Bei­spiel auch Es­sen für die Raum­sta­ti­on zu­sam­men pro­biert und aus­ge­sucht. Tho­mas Pes­quet gibt Mat­thi­as Mau­rer et­was von sei­nem fran­zö­si­schen Es­sen mit, und der deut­sche ESA-Astro­naut wird ihm auf der Sta­ti­on Es­sen aus dem Saar­land an­bie­ten.
  • Am 23. April 2021 um 11:49 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit ist Thomas Pesquet (ESA) gemeinsam mit Shane Kimbrough und Megan McArthur (beide NASA) sowie Akihiko Hoshide (JAXA) zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Die Crew Dragon-Kapsel mit den vier Raumfahrern an Bord soll voraussichtlich am 24. April 2021 um 11:10 Uhr MESZ an der Internationalen Raumstation ISS andocken.
  • Thomas Pesquet wird voraussichtlich eine Woche lang Ende Oktober 2021 mit dem deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer auf der ISS leben, arbeiten und forschen.
  • Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bereitet die "Cosmic Kiss"-Mission von Matthias Maurer gemeinsam mit der ESA vor und ist für die Auswahl und Koordination der deutschen Experimente und der deutschen Beiträge zur ISS verantwortlich.
  • Schwerpunkte: Astronautische Raumfahrt, Forschung in Schwerelosigkeit, Internationale Kooperation

Am 23. April 2021 um 11:49 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit ist Thomas Pesquet, französischer Astronaut im Korps der Europäischen Weltraumorganisation ESA, mit dem Raumschiff "Crew Dragon" des US-Weltraumkonzerns SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Er ist der erste Europäer, der mit einer von einem Privatunternehmen gebauten Kapsel in den Weltraum fliegt. "Wir wünschen Thomas Pesquet für seine Mission Alpha alles Gute. Wir freuen uns sehr darüber, dass er im Oktober einige Tage gemeinsam mit dem deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer an Bord der Raumstation arbeiten wird, bevor er den Staffelstab an Matthias übergibt - ein starkes deutsch-französisches Tandem im Weltraum und ein Paradebeispiel für die deutsch-französische Freundschaft", sagt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, die für die Auswahl und Koordination der Experimente und Beiträge aus Deutschland für die Internationale Raumstation verantwortlich ist.

Der gebürtige Saarländer und Werkstoffwissenschaftler Dr. Matthias Maurer wird im Herbst 2021 zur ISS starten und im Rahmen seiner ersten Mission "CosmicKiss" voraussichtlich rund sechs Monate an Bord der Raumstation in Schwerelosigkeit leben und arbeiten. Er wird dann wiederum von der italienischen ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti abgelöst. Erstmals sind so über eineinhalb Jahre lang drei Astronauten aus Europa an Bord der Raumstation tätig und arbeiten im Team mit ihren US-amerikanischen, russischen und japanischen Kollegen und Kolleginnen zusammen.

Eine intensive gemeinsame Zeit

Thomas Pesquet und Matthias Maurer werden voraussichtlich etwa eine Woche zusammen auf der ISS sein: "Thomas wird bei meiner Ankunft Kommandant der Raumstation sein und uns detailliert einweisen. Hierzu gehört vor allem auch die Auffrischung der Notfallmaßnahmen, sollte etwas schiefgehen. Wir sind ein gutes Team. So haben wir uns in Europa, den USA und Russland gemeinsam auf unsere Missionen vorbereitet. Angefangen von gemeinsamen Trainingseinheiten am Astronautenzentrum der ESA in Köln, am Johnson Space Center der NASA in Houston oder im SpaceX Crew Dragon Cockpit in Kalifornien. Auch in Russland haben wir zusammen trainiert. Privat haben wir ebenfalls einiges unternommen und nebenbei unser Essen für die Raumstation gemeinsam probiert und ausgesucht. Thomas gibt mir etwas von seinem französischen Essen mit und ich werde ihm auf der Station Essen aus dem Saarland anbieten. Da Thomas schon einmal auf der ISS war, konnte ich zudem durch viele Tipps von seiner Erfahrung profitieren und fühle mich sehr gut vorbereitet. Auf der ISS werden Thomas und ich Experimente mit starker deutsch-französischer Beteiligung durchführen. Bei einem darf ich sogar im Auftrag Frankreichs Mousse au Chocolat herstellen - und hoffentlich auch essen", schildert Matthias Maurer. Dieses Experiment hat neben dem kulinarischen Genuss den Schwerpunkt, das Schaumverhalten unter Schwerelosigkeit zu studieren - ein Thema, das nah an der Doktorarbeit von Matthias Maurer liegt.

Gemeinsame Experimente unterstreichen enge deutsch-französische Kooperation

Ein Beispiel für gemeinsame deutsch-französische Forschung ist das geplante Experiment "BIOFILMS". Hier sind die Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, die ESA, die Universität des Saarlandes und das Institut National des Sciences Appliquées (INSA) in Lyon auf französischer Seite beteiligt. Unter Raumfahrtbedingungen werden antimikrobielle Metalloberflächen auf die Bildung von bakteriellen Biofilmen untersucht. Mittels Lasertechnologie werden Strukturen auf Metalloberflächen erzeugt, die die Ansiedlung von Bakterien auf den Oberflächen verhindern. Auch das Experiment "Touching Surfaces" soll sich mit Mikroorganismen beschäftigen.

So führen Langzeitaufenthalte in einer Raumstation dazu, dass sich aus den mitgeschleppten "Eindringlingen" eine eigene Mikroflora entwickelt, die die Gesundheit der Astronauten beeinträchtigen kann - insbesondere, wenn sich ihre Zusammensetzung unter den Bedingungen des Weltraumfluges verändert. Außerdem können diese Biofilme zu Materialschäden führen. In "Touching Surfaces" werden neuartige Oberflächen auf antimikrobielle Wirksamkeit unter Weltraumbedingungen untersucht. Das deutsche Experiment, an dem das DLR, die Universität des Saarlandes, das University College London und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg beteiligt sind, soll auch von Thomas Pesquet bedient werden. Ebenso soll Matthias Maurer französische Experimente weiterführen - zum Beispiel "DREAMS" zur Untersuchung des Schlafs von Astronauten oder "Immersive Exercise" zur Steigerung der Trainingsmotivation mithilfe von Virtual Reality.

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