16. März 2022

For­schungs­boot „Jo­se­phi­ne“ für in­tel­li­gen­ten Ver­kehr auf See

Schülerin Lea tauft „Josephine“
Schü­le­rin Lea tauft „Jo­se­phi­ne“
Bild 1/2, Credit: ©DLR

Schülerin Lea tauft „Josephine“

Na­men­spa­tro­nin ist die Po­lar­for­sche­rin Jo­se­phi­ne Pea­ry, die im 19. Jahr­hun­dert meh­re­re Ex­pe­di­tio­nen in die Ark­tis un­ter­nahm.
Das Forschungsboot „Josephine“ ist eine zentrale Komponente des physischen Teils von eMIR
Das For­schungs­boot „Jo­se­phi­ne“ ist ei­ne zen­tra­le Kom­po­nen­te des phy­si­schen Teils von eMIR
Bild 2/2, Credit: OFFIS - Institut für Informatik

Das Forschungsboot „Josephine“ ist eine zentrale Komponente des physischen Teils von eMIR

„Jo­se­phi­ne“ dient als Platt­form und Sen­sor­trä­ger für di­ver­se For­schungs­pro­jek­te. Mit ihr wer­den vor­her vir­tu­ell er­mit­tel­te Da­ten in ei­nem See­ge­biet un­ter Real­be­din­gun­gen er­probt. Das See­ge­biet wur­de zu die­sem Zweck in­stru­men­tiert, das Equip­ment auf dem For­schungs­boot ist in­di­vi­du­ell an­pass­bar – je nach For­schungs­zweck.
  • Forschungsboot des DLR wurde am 15. März 2022 in Oldenburg getauft.
  • Es erhielt den Namen „Josephine“ und ist Teil des maritimen Testfelds eMIR.
  • Schwerpunkt: Maritimer Verkehr, hochautomatisiertes Fahren

Hochautomatisiertes und autonomes Fahren verspricht, unsere Mobilität sicherer, effizienter und komfortabler zu machen. Und das geschieht nicht nur an Land, sondern auch auf dem Wasser. Ein acht Meter langes mit modernster Sensorik ausgestattetes Forschungsboot des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) dient als Hauptversuchsträger des maritimen Forschungstestfelds eMIR. Am 15. März 2022 wurde das Boot von der Schülerin Lea in einer Forschungshalle des DLR in Oldenburg auf den Namen „Josephine“ getauft. Namenspatronin ist die Polarforscherin Josephine Peary, die im 19. Jahrhundert mehrere Expeditionen in die Arktis unternahm.

„Es freut mich sehr, dass nach unserem Start im neuen Oldenburger DLR-Institut Anfang dieses Jahres mit dem  Forschungsboot „Josephine“ der erste Versuchsträger offiziell in Betrieb geht“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. „Damit erweitern wir unsere Forschungsflotte um ein maritimes Mitglied. Es fungiert für Experimente innerhalb verschiedener Projekte als komplett fernsteuerbares Testfahrzeug für das autonome Fahren.“

„In Kürze wird uns noch ein weiteres Forschungsboot zur Verfügung stehen, das aufgrund seines besonderen Antriebs, seiner Sensorik und Aktorik für Experimente zum automatisierten bis hin zum vollständig autonomen Fahren eine ideale Versuchsplattform darstellt,“ erläutert Prof. Axel Hahn, Direktor des DLR-Instituts Systems Engineering für zukünftige Mobilität. „Nach virtuellen Tests werden so die Entwicklung und Erprobung neuer maritimer Technologien in physischen Tests vorangetrieben. Unsere maritime Forschung wird stets erweitert. Erst jüngst startete ein Projekt mit dem Fokus auf einem autonom arbeitenden Baggerschiff.“

Modern ausgestattetes Forschungsboot

„Josephine“ ist mit modernster Sensortechnik ausgestattet und kann die Navigationseinrichtungen großer Seeschiffe vollständig abbilden. Sie dient damit der Erprobung von Kommunikationstechnik und innovativer Sensorik von Assistenzsystemen sowie Automation bis hin zu einem vollständigen autonomen Betrieb. Der Außenbordmotor mit einer Leistung von 250 Pferdestärken ermöglicht Fahrten auch außerhalb der Küstengewässer. Die „Josephine“ ist für norddeutsche raue Wetterverhältnisse zertifiziert und wird sowohl in der Nord- als auch in der Ostsee für Erprobungsfahrten und Testkampagnen eingesetzt. Die Navigations- und Kommunikationstechnik besteht aus modernen Wind- und Bewegungssensoren. Je nach Einsatzzweck und dem entsprechenden Forschungsprojekt, ist die Technik an Bord der „Josephine“ flexibel erweiterbar.

Maritimes Testfeld eMIR

„Josephine“ kam bereits bei mehreren Versuchskampagnen zum Einsatz. Das Forschungsboot ist Hauptversuchsträger des physischen Teils des Testfelds e-Maritime Integrated Reference Platform (eMIR). Dieses trägt dazu bei, die Schifffahrt von morgen sicherer und effizienter zu machen. Das Testfeld besteht aus zwei Teilen: Einer realen Testumgebung auf See, LABSKAUS genannt, und der virtuellen Co-Simulationsinfrastruktur HAGGIS. Das Seegebiet von Brunsbüttel über Cuxhaven und Wilhelmshaven bis nach Helgoland wurde instrumentiert, um neuartige maritime Systeme erst simulationsbasiert und anschließend unter Realbedingungen zu testen. Diese Erprobungsmethode verspricht aussagekräftige Ergebnisse, weniger Kosten und deutlich geringere Risiken.

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