31. März 2022
Einblick in die Energieforschung

Grü­ne Frak­ti­onss­pit­ze zu Be­such im DLR-Jü­lich

Solartürme im Versuchsbetrieb
So­lar­tür­me im Ver­suchs­be­trieb
Bild 1/3, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Solartürme im Versuchsbetrieb

So­lar­tür­me im Ver­suchs­be­trieb
Politik und Forschung vor den Jülicher Solartürmen.
Po­li­tik und For­schung vor den Jü­li­cher So­lar­tür­men.
Bild 2/3, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Politik und Forschung vor den Jülicher Solartürmen.

An­ke Pa­gels-Kerp, Ka­tha­ri­na Drö­ge, Brit­ta Haßel­mann, Ver­ena Schäf­fer, Chris­ti­an Satt­ler (v.l.n.r.)
Zu Besuch bei Synlight, der größten künstlichen Sonne.
Zu Be­such bei Syn­light, der größ­ten künst­li­chen Son­ne.
Bild 3/3, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Zu Besuch bei Synlight, der größten künstlichen Sonne.

Bern­hard Hoff­schmidt, Brit­ta Haßel­mann, Chris­ti­an Satt­ler, An­ke Pa­gels-Kerp, Ka­tha­ri­na Drö­ge (v.l.n.r.)
  • Schwerpunkte: Energieforschung, Energiewende, Erdbeobachtung

Angehörige der Fraktionsspitzen von Bündnis90/Die Grünen in Bund und Ländern informierten sich am 31. März 2022 in Jülich über die aktuellen Forschungsthemen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die DLR-Bereichsvorstände Dr. Anke Pagels-Kerp und Prof. Dr. Christian Sattler gaben einen Einblick in zukunftsweisende Projekte aus den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoff, Energiespeicher sowie der satellitengestützten Umweltbeobachtung.

Die Wege zur Energiewende und der angestrebten Versorgungssicherheit durch umweltfreundliche und erneuerbare Energien sind vielfältig. Maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Bedarfe und auch Flexibilität und Wirtschaftlichkeit sind notwendig um die Ziele zu erreichen.

Im Rahmen einer Informationsreise durch das Braunkohlerevier hatten die Gäste rund um die Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Britta Haßelmann und Katharina Dröge, bereits einen Eindruck von der durch fossile Energieträger nachhaltig geprägten Landschaft erhalten. In Jülich zeigten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der DLR-Institute für Solarforschung und Future Fuels Wege auf, wie die vorhandene Kraftwerksinfrastruktur im Zuge der Energiewende weiter genutzt werden kann („Third Life für Kraftwerke“). Dann allerdings mit erneuerbaren Energien und leistungsstarken thermischen Speichern, statt mit Kohle und Gas.

Versuchsanlagen

Beim Stichwort erneuerbare Energien fällt der Fokus in Jülich automatisch auf die beiden Türme der Solarforschungsanlage. Über 2.000 Spiegel erzeugen hier Temperaturen bis zu 700 Grad Celsius. Die Großforschungsanlagen Solarturm Jülich und Synlight bilden gemeinsam eine weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur für Experimente mit konzentriertem Sonnenlicht. Sie ermöglichen die Weiterentwicklung der Solarturmtechnologie hin zu höheren Temperaturen, besserer Effizienz und niedrigeren Stromgestehungskosten.

Die Synlight-Anlage darf sich zurecht als die größte künstliche Sonne der Welt bezeichnen. Rund 150 Xenon-Kurzbogenlampen ermöglichen Versuche im Technikumsmaßstab, unter genau definierten und wiederholbaren Bedingungen.

Die Arbeit beider DLR-Institute ist in internationale Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Anwendern aus der Industrie eingebunden.

Wasserstoff

Ein weiterer Aspekt der konzentrierenden Solarstrahlung, die Herstellung von Wasserstoff, faszinierte die Besucherinnen und Besucher besonders. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren erfolgt die Aufspaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff durch solar erzeugte Hitze und einen Oxidationsprozess. Dabei entsteht ein CO2-frei verbrennendes Produkt, ohne dass bei der Produktion Kohlenstoff emittiert wird.

Wasserstoff kann nicht nur direkt als Kraftstoff verwendet werden, er ist auch ein chemischer Grundstoff für die Herstellung weiterer Produkte.

Ein Ansatz für die Mobilität der Zukunft sind strombasierte Kraftstoffe – auch E-Fuels oder Power-to-Liquid-Kraftstoffe (EPP) genannt. Bei der Herstellung dieser flüssigen Treibstoffe werden Kohlenstoff und Wasserstoff verwendet. Der Kohlenstoff wird aus der Luft extrahiert und der Wasserstoff wird mittels Elektrolyse aus erneuerbarem Strom gewonnen. Durch dieses Verfahren ist es möglich, Leistungsspitzen, die im Stromnetz zum Beispiel bei sehr sonnigen und windigen Phasen anfallen, zu speichern und bei Bedarf zu nutzen.

Der Blick von oben

DLR-Bereichsvorständin für Raumfahrt, Dr. Anke Pagels-Kerp, machte am Beispiel des geplanten Satelliten-Duos „Tandem-L“ deutlich, welche Bedeutung die Erdbeobachtung bei dem Monitoring des globalen Klimas hat. Mit Tandem-L ließen sich dynamische Prozesse auf der Erdoberfläche in einer bisher nicht erreichten Qualität und Auflösung dokumentieren. Mit seinen neuartigen Abbildungstechniken und seiner enormen Aufnahmekapazität würde Tandem-L dringend benötigte Informationen zur Bio-, Geo-, Kryo- und Hydrosphäre liefern. Tandem-L könnte damit entscheidend zu einem besseren Verständnis des Systems Erde und seiner Dynamik beitragen.

Die Politikerinnen und Politiker bedankten sich für den Einblick und die angeregten Gespräche zeigten, dass reges Interesse an weiteren Hintergrundinformationen besteht.

Kontakt
  • Michel Winand
    Kom­mu­ni­ka­ti­on Köln, Bonn, Jü­lich, Aa­chen, Rhein­bach und Sankt Au­gus­tin
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Kom­mu­ni­ka­ti­on und Pres­se
    Telefon: +49 2203 601-2144
    Linder Höhe
    51147 Köln
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  • Prof. Dr. Christian Sattler
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Be­reichs­vor­stand Ener­gie und Ver­kehr (kom­missa­risch)
    Linder Höhe
    51147 Köln
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