Next Generation Scientists: Aktionen und Mitmach-Experimente für den Nachwuchs

Mit zahlreichen Aktionen rund um die Mission Cosmic Kiss von Matthias Maurer möchte das DLR junge Menschen für die Raumfahrt und damit auch für Naturwissenschaften und Technik begeistern. Diese reichen von Mitmach-Experimenten über spezielle Wettbewerbe, bei denen Schulklassen Klimaschutzkonzepte erarbeiten sollen, bis hin zu Funkkontakten zur ISS mit Schulen. Die Maßnahmen auf einen Blick:

Mitmach-Aktion: Hand in Hand um die Welt

Über 1000 Schülerinnen und Schüler im Alter von acht bis zwölf Jahren haben an der Mitmach-Aktion „Hand in Hand um die Welt“ des DLR teilgenommen und sich als „Klassen-Selfies“ selbst gemalt. Dabei mussten sich alle Kinder so zeichnen, dass sie sich in einer langen Reihe die Hände geben. Zusammengesetzt bilden 30 Gewinner-Motive auf einem zehn Meter langen Textilstreifen, der sich während der Mission an Bord der ISS befand, eine Menschenkette. Doch bei „Hand in Hand um die Welt“ gab es nur Gewinner, denn die restlichen Zeichnungen wurden elektronisch auf einen USB-Stick gespeichert und flogen so ebenfalls gemeinsam mit Matthias viele Male um unseren Planeten. Nach seiner Rückkehr bekamen die Klassen, deren „Selfies“ in ausgedruckter Form im All gewesen waren, ihr Bild samt Zertifikat zur Ausstellung zurück – ein „Kunststück Weltraum“ zur dauerhaften Inspiration im Klassenzimmer.

Schulwettbewerbe Beschützer der Erde und CalliopEO

Mit dem Schulwettbewerb „Beschützer der Erde – Space for Change“ ging die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR bereits zum dritten Mal auf die Suche nach jungen „Klima- und Umwelthelden“. Schülerinnen und Schüler im Alter von zwölf bis 14 Jahren entwickelten ihre nachhaltigen Ideen zum Schutz unseres Klimas und unserer Umwelt und sahen damit als Jungforscher unsere Welt mit anderen Augen. Matthias begleitete den Wettbewerb als Botschafter aus dem All. Während seiner Mission sandte er den jungen „Klima- und Umwelthelden“ Videobotschaften und vermittelte wichtige Informationen zu den verschiedenen Klimazonen. Auch CallipEO war ein Aufruf an Schülerinnen und Schüler bis zum Alter von 13 Jahren, sich mit Umweltfragen zu beschäftigen. Dafür programmierten sie einen mit Sensoren ausgestatteten ISS-Minicomputer mit ihren eigenen „Umweltexperimenten“.

Mitmach-Experiment: Touching Surfaces

Langzeitaufenthalte des Menschen auf einer Raumstation lassen aus eingeschleppten Mikroorganismen eine eigene Mikroflora entstehen. Dieses „Weltraumbiotop“ kann zum einen Auswirkungen auf die Gesundheit der Astronauten haben, zum anderen aber auch zu Materialschäden führen. Hier müssen neue Hygienemaßnahmen entwickelt werden. Dafür wurden in „Touching Surfaces“ mit einem Laser Nanostrukturen auf neuartigen Oberflächen aus Kupfer und Messing aufgebracht und diese dann auf deren antimikrobielle Wirkung untersucht. Das wissenschaftliche Experiment hat auch eine „Education-Komponente“: Mehrere Schulen erhielten identische Materialproben, die von den Schülerinnen und Schülern im Alter von zwölf bis 17 mit Fingerabdrücken gezielt kontaminiert wurden. Diese Proben blieben auf der Erde und sind ein wichtiger Teil des Experiments, denn sie wurden mit denen im Weltraum verglichen. Alle Proben wurden zusammen mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Forscherinnen und Forschern am DLR ausgewertet – ein Touch von „Citizen Science“.

ARISS: Schülerinnen und Schüler funken mit Matthias Maurer auf der ISS

Im Zuge Projekts „Amateur Radio on the International Space Station“ (ARISS) brachten die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR und der Deutsche Amateur-Radio-Club e.V. (DARC) Raumfahrt ins Klassenzimmer. Zwölf Schulen und drei Schülerlabore des DLR - die sogenannten DLR_School_Labs - nahmen per Funk mit dem Astronauten Kontakt auf. Die Schülerinnen und Schüler hatten dann die Gelegenheit, Matthias Maurer ihre Fragen zu stellen. Bereits bei beiden Missionen des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst hatte diese Aktion an insgesamt 15 Schulen und vier Schülerlaboren stattgefunden.

Space Seeds II: Weltraumblumen beobachten

Bei der Mitmach-Aktion 01 „Space Seeds II“ forschen Grundschulkinder mit Wildblumensamen, die sich für längere Zeit an Bord der ISS befunden haben. Nach der Cosmic Kiss-Mission wurden sie wieder zur Erde zurückgebracht. Wie haben die Samen die Reise ins All überstanden? Dazu fand ein Schulwettbewerb im Schuljahr 2022/23 statt. Teilnehmen dürften Grundschulkinder der dritten und vierten Klassen. Die Klassen erhielten neben begleitendem Unterrichtsmaterial die „Space Seeds“ aus dem All und Vergleichssamen zum Aussäen und Beobachten. Kinder werden so selber zu Forschenden und gleichzeitig sensibilisiert für das Thema Biodiversität und den Schutz unseres einmaligen Planeten.

Dzhanibekov-Experiment: Faszination Rotation in Schwerelosigkeit

Ein verblüffender Effekt, den schon der Kosmonaut Dzhanibekov 1985 im All bemerkt hatte, wurde bei diesem Experiment genauer untersucht - und zwar mit verschiedenen Duplo-Figuren. Es geht dabei um die seltsame Taumelbewegung eines mehrachsigen Objekts. Dabei wechselt sich die scheinbar stabile Rotation plötzlich mit einem schnellen Wenden und Kippen der Drehachse ab. Der Versuch wurde auch dazu genutzt, Jugendliche für die oftmals überraschende „Welt der Physik“ zu begeistern.

Kontakt

Martin Fleischmann

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
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