CoMet 2.0 Arctic

Das Ziel von CoMet 2.0 Arctic war es, flugzeuggetragene Fernerkundungs- und In-situ-Daten zu erfassen, um neue Erkenntnisse über die Verteilung und die zeitlichen Veränderungen der beiden wichtigsten anthropogenen Treibhausgase, Kohlenstoffdioxid und Methan, sowie deren Tracern in hohen nördlichen Breiten zu gewinnen. Die Ergebnisse des Projekts bereiten zum einem künftige Satellitenmissionen wie MERLIN vor  und tragen zum anderen zu einen verbesserten Verständnis des globalen Methan- und Kohlenstoffkreislaufs bei. Dabei sollten synergetischen Kombinationen aktiver und passiver Fernerkundungsmethoden für Treibhausgasmessungen weiterentwickelt und technologische Fortschritte unterstützt werden, die für die Validierung aktueller Satellitenmissionen sowie für die Entwicklung zukünftiger Erdbeobachtungssatelliten erforderlich sind. Vier Jahre nach der Vorgängermission (CoMet 1.0) wurde nun die damals entwickelte Instrumentierung komplett auf dem Forschungsflugzeug HALO eingesetzt.

Im Rahmen des Projekts wurden zentrale wissenschaftliche Fragestellungen der aktuellen Treibhausgasforschung untersucht. Dazu gehört der Beitrag großer arktischer Feuchtgebiete zum sommerlichen Treibhausgasbudget im Vergleich zu Emissionen aus natürlichen geologischen Quellen, Biomasseverbrennung sowie der Förderung fossiler Brennstoffe.

Die 6-wöchige Flugmesskampagne fand dazu vom 6. August bis 16. September 2022 in Kanada statt. Als Kampagnenbasis diente der Flughafen in Edmonton, von wo aus 13 wissenschaftliche Flüge durchgeführt werden konnten. Kanada ist ein hervorragendes Untersuchungsgebiet, weil hier nicht nur einige der größten arktischen Feuchtgebiete liegen, sondern auch antrhopogene Quellen wie Erdöl- und Erdgasfelder, Kohleminen und Mülldeponien zum Treibhasugasbudget beitragen.

Während der Kampagne kam ein Subset der bereits während CoMet 1.0 eingesetzten Instrumentierung zum Einsatz welche als optimierte Nutzlast auf dem Forschungsflugzeug HALO integriert wurde. Im Vordergrund der Kampagne stand neben der Fortführung der synergetischen Verwendung verschiedener Messinstrumente zur Erfassung verschiedener Treibhausgase, vor allem die Quantifizierung von Emissionen von arktischen Feuchtgebieten wie zum Beispiel bei den Hudson Bay Lowlands, dem Mackenzie Delta und in der Region um die Stadt Lloydminster, sowie Emissionen von diffusen anthropogene Quellen von kleineren Gas- und Ölförderschächten oder Kohleminen.

Nutzlast auf dem Forschungsflugzeug HALO

Instrument

Messgrößen und Beschreibung

CHARM-F

Integrated Path Differential Absorption Lidar zur

Messung der integrierten Teilsäule von CO2 und CH4 (XCO2 & XCH4) zwischen Flugzeug und Boden

MAMAP2DL

Passives bildgebendes Spektrometer unter nutzung der Sonneneinstrahling zur Messung der integrierten Teilsäule von CO2 und CH4 (XCO2 & XCH4) zwischen Flugzeug und Boden

JIG - Jena Instrument for Green- house gas measurements

In-situ Messungen von CO2, CH4, CO, and H2O

JAS - Jena Airborne Sampler

Luftprobensammler für das Monitoring von CO2, CH4, CO, N2O, H2, SF6, sowie deren Isotope 13C in CH4, 2H in CH4, 13C in CO2 und 18O in CO2

MIRACLE

In situ Messungen von CO2, CH4, C2H6, und dem Methanisotop D13C(CH4)

specMACS - Hyperspectral imager

Hyperspektralkamera im sichtbaren und nahen infraroten Spektralbereich (400 – 2500 nm); polarisierter Weitwinkelimager

FOKAL

Monitoring der Frequenzstabilität der CO2 online Wellenlänge von CHARM-F

BAHAMAS - BAsic HAlo Measurement And Sensor system

Meteorologische Basisparameter wie Druck, Temperatur, 3-D Windvektoren, sowie Flugzeuglagedaten

meterologische Dropsonden

Profile der relativen Feuchte, Temperatur und Druck

Projektbeteiligte und Internationale Kooperationspartner

  • AMPAC - Arctic Methane and Permafrost Challenge
  • Government of the Northwest Territories, Environment and Natural Resources
  • Environment and Climate Change Canada (ECCC)
  • NRCan Geological Survey of Canada
  • Canadian Space Agency
  • Northern Forestry Centre, Edmonton
  • National Research Council (NRC) Flight Research Laboratory
  • University of Toronto
  • McGill University, Montreal
  • University of Alberta, Environmental Soil Science
  • University of Montreal
  • Environmental Defense Fund (EDF)
  • Fluxlab
  • University of Saskatchewan, Institute of Space and Atmospheric Studies
  • GHGSat Inc.

Weiterführende Links

Berichterstattung