27. Februar 2015

Und noch ein hel­ler Fleck auf Zwerg­pla­net Ce­res

Helle Flecken auf Ceres
Hel­le Fle­cken auf Ce­res
Bild 1/2, Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA.

Helle Flecken auf Ceres

Auf der Ober­flä­che von Ce­res gibt es meh­re­re un­ge­wöhn­lich hel­le Fle­cken. Der hells­te von ih­nen, in­mit­ten ei­nes großen Ein­schlags­kra­ters, ist auf die­sem Bild deut­lich zu er­ken­nen. Eben­falls gut sicht­bar ist, dass sich an­schei­nend im sel­ben Ein­schlags­be­cken ein wei­te­rer, et­was we­ni­ger hel­ler Fleck be­fin­det. Die­se Auf­nah­me stammt vom deut­schen Ka­me­ra­sys­tem (Fra­ming Ca­me­ra) an Bord der NA­SA-Raum­son­de Dawn und wur­de am 19. Fe­bru­ar 2015 aus knapp 46.000 Ki­lo­me­tern Ent­fer­nung ge­macht.
Aufbau des Asteroiden Ceres
Auf­bau des Aste­ro­iden Ce­res
Bild 2/2, Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA.

Aufbau des Asteroiden Ceres

Pla­ne­ten­for­scher schät­zen, dass der As­te­ro­id Ce­res ei­nen be­acht­li­chen Was­seran­teil von 15 bis 25 Pro­zent auf­weist, der in Form ei­nes 100 Ki­lo­me­ter di­cken Was­se­reis-Man­tels un­ter der Krus­te ver­bor­gen ist.

Dieses Bild des Zwergplaneten Ceres wurde am 19. Februar 2015 vom deutschen Kamerasystem an Bord der NASA-Raumsonde Dawn aus knapp 46.000 Kilometern aufgenommen. Auf der Oberfläche von Ceres gibt es mehrere ungewöhnlich helle Flecken. Der hellste von ihnen, inmitten eines großen Einschlagskraters, ist auf diesem Bild deutlich zu erkennen. Ebenfalls gut sichtbar ist, dass sich anscheinend im selben Einschlagsbecken ein weiterer, etwas weniger heller Fleck befindet.

Die Wissenschaftler können diese hellen Regionen auf der Oberfläche des Zwergplaneten aber noch nicht erklären. Diese Aufnahmen mit der Framing Camera aus der momentanen Entfernung haben nur eine Bildauflösung von vier Kilometern pro Bildpunkt (Pixel). Das wird sich ab dem 6. März 2015 ändern. Dann ist das Einschwenken der Raumsonde in eine Umlaufbahn um Ceres vorgesehen. Ab Mai wird sie dann genauere Daten von der Oberfläche liefern können.

50 Jahre Quarantäne für Dawn

Dawn wird sich im Laufe der Mission bis auf etwa 400 Kilometer der Oberfläche von Ceres nähern. Nach dem Ende der Mission im kommenden Jahr soll die Sonde für mindestens fünfzig Jahre den Zwergplaneten auf einer stabilen Bahn in einer Art "Quarantäne" umkreisen. Damit soll verhindert werden, dass irdische Mikroben, die möglicherweise der Sonde anhaften, bei einem Absturz auf die Oberfläche von Ceres gelangen. Denn wenn dort eines Tages Spuren einfachen Lebens entdeckt werden sollten, sollten diese auf keinen Fall von einem "Import" von der Erde herrühren.

Aufgrund der in mehr als 400 Millionen Kilometer zur Sonne im Vergleich zur Erde viel geringeren Sonneneinstrahlung mit entsprechend niedrigen Temperaturen auf Ceres besteht die Oberfläche des Zwergplaneten zum Großteil aus gefrorenen leichten und flüchtigen Elementen, die kaum verdampfen. Ceres weist in seinen äußeren Zonen vermutlich einen beachtlichen Wasseranteil von 15 bis 25 Prozent auf und wird deshalb auch als "nasser" Asteroid bezeichnet. Planetenforscher schätzen, dass Eis in einer 100 Kilometer dicken Schicht im Mantel unter der Kruste verborgen ist. Zudem könnte es auf dem Zwergplaneten eine dünne Atmosphäre geben: Einige Astrobiologen spekulieren sogar über einstiges einfaches Leben auf Ceres.

Die deutsche Kamera ermöglicht Asteroidenansicht in 3D

Die Framing Camera der Raumsonde Dawn nimmt die Oberfläche von Ceres aus verschiedenen Perspektiven und unter wechselnden Lichtverhältnissen auf. Nach Erreichen der Umlaufbahn wird Ceres zunächst aus 4500 Kilometern Entfernung charakterisiert, ehe der Orbit gegen Ende des Jahres auf 1500 Kilometer abgesenkt wird und sich die Sonde Anfang 2016 Ceres bis auf etwa 400 Kilometer der Oberfläche nähert. Alle in diesen Umlaufbahnen gewonnenen Aufnahmen sind dann die Grundlage für 3D-Modelle des Zwergplaneten. Diese dreidimensionalen Bilder ermöglichen es den Forschern, geologische Formen detailliert zu analysieren.

Die Dawn Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

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