15. Juni 2015

Nächt­li­cher Kon­takt mit Phil­ae

Phil­ae auf dem Ko­me­ten 67P/Chu­ryu­mov-Ge­r­asi­men­ko
Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko

Phil­ae auf dem Ko­me­ten. Der Ko­met Chu­ryu­mov-Ge­r­asi­men­ko ist ein Ob­jekt aus dem Kui­per-Ed­ge­worth-Gür­tel, ei­ner ring­för­mi­gen Re­gi­on in un­se­rem Son­nen­sys­tem au­ßer­halb des Nep­tu­nor­bits. Er be­wegt sich auf ei­ner el­lip­ti­schen Bahn zwi­schen Ju­pi­ter und Er­de um die Son­ne und ge­hört da­mit zur Ju­pi­ter-Fa­mi­lie. (Vi­deo-Still aus "Missi­on ins Un­ge­wis­se II – Der Ko­me­ten­lan­der Phil­ae")

Lander Philae hat sich am 14. Juni 2015 erneut gemeldet: Von 23.22 Uhr an sendete er bis 23.26 Uhr einige Datenpakete, die nun im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgewertet werden. "Allerdings war dieses Mal die Verbindung zu ihm relativ instabil", sagt Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR. Am 13. Juni 2015 hatte der Lander sich zum ersten Mal nach seinem fast siebenmonatigen Winterschlaf für 85 Sekunden zurückgemeldet und erste Daten zu seinem Zustand gesendet. Auch nach dem zweiten Kontakt bestätigten die aktuellen Daten, dass Philae auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko in einem guten Zustand steht und betriebsbereit ist. Nun sollen die Bahnen des Orbiter Rosetta angepasst werden, damit längere Kontaktzeiten zu Philae möglich sind.

Ausreichend Energie und eine nicht ganz so eisige Betriebstemperatur bringt Philae zurzeit bereits mit - immerhin drei Stunden Sonnenlicht pro Kometentag erreichen ihn und versorgen den Lander mit Energie. Bisher hatte man nur mit 1,3 Stunden Beleuchtung gerechnet. Bevor das Team im Lander-Kontrollzentrum des DLR Philae in rund 304 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde kommandieren kann, müssen stabile und längere Verbindungen zum Lander ermöglicht werden. Nur dann können die vorbereiteten Kommandos für die wissenschaftliche Arbeit mit seinen zehn Instrumenten an Bord hochgeladen werden und die nächsten Experimente beginnen.

In welcher Reihenfolge die Instrumente zum Zuge kommen, wird festgelegt, sobald Philaes Gesundheitszustand genau feststeht. "Zunächst werden sicherlich die nicht-mechanischen Instrumente zum Einsatz kommen, also Instrumente, die nicht bohren oder hämmern", erläutert DLR-Wissenschaftler Stephan Ulamec. Ganz vorne mit dabei sind voraussichtlich auch Instrumente, die nur wenig Energie verbrauchen und auch nur geringe Datenmengen zur Erde schicken müssen. Mit dem Aufwachen von Philae könnte es zum ersten Mal möglich sein, auf einem Kometen vor Ort zu forschen, während dieser auf dem Weg zur Sonne immer aktiver wird.

Die Mission

Rosetta ist eine Mission der ESA mit Beiträgen von ihren Mitgliedsstaaten und der NASA. Rosettas Lander Philae wird von einem Konsortium unter der Leitung von DLR, MPS, CNES und ASI beigesteuert.

Kontakt
  • Manuela Braun
    Stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on Raum­fahrt
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Pro­gramm­stra­te­gie Raum­fahrt­for­schung und -tech­no­lo­gie
    Telefon: +49 2203 601-3882
    Hansestraße 115
    51149 Köln
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  • Dr. Stephan Ulamec

    Nutzer­zen­trum für Welt­raum­experi­mente (MUSC), Raum­flug­be­trieb und Astro­nauten­trai­ning
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