5. September 2016

DLR-Feu­er­sa­tel­lit BI­ROS ent­lässt Klein­sa­tel­lit BEE­SAT-4 er­folg­reich ins All

Ein­bau des Klein­sa­tel­li­ten BEE­SAT-4 in BI­ROS
Bild 1/3, Credit: DLR.

Einbau des Kleinsatelliten BEESAT-4 in BIROS

Vor dem Start des Feu­er­de­tek­ti­ons­sa­tel­li­ten BI­ROS ins All, der be­reits am 22. Ju­ni 2016 war, wur­de der Pi­co­sa­tel­lit BEE­SAT-4 von ei­nem Mit­ar­bei­ter der TU Ber­lin in BI­ROS ein­ge­baut. Der Klein­sa­tel­lit soll wäh­rend sei­ner ein­jäh­ri­gen Missi­on un­ter an­de­rem In­for­ma­tio­nen zur prä­zi­sen Po­si­ti­ons- und Or­bit­be­stim­mung sam­meln so­wie mit­hil­fe ei­ner Ka­me­ra Fo­to­se­ri­en und Ein­zel­bil­der von der Erd­ober­flä­che auf­neh­men. Die er­ho­be­nen Te­le­me­trie­wer­te und Bild­da­ten wer­den an­schlie­ßend an BI­ROS ge­sen­det, der sie zur Aus­wer­tung an die Bo­den­sta­ti­on der TU Ber­lin schickt.
Flug­mo­dell von BEE­SAT-4
Bild 2/3, Credit: Technische Universität Berlin.

Flugmodell von BEESAT-4

Die Dar­stel­lung zeigt ein Flug­mo­dell von BEE­SAT-4. Der wür­fel­för­mi­ge Pi­co­sa­tel­lit (Cu­be­Sat) hat ei­ne Kan­ten­län­ge von zehn Zen­ti­me­tern. Der Klein­sa­tel­lit wur­de von Mit­ar­bei­tern und Stu­die­ren­den der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät (TU) Ber­lin ent­wi­ckelt, ge­baut und vom DLR Raum­fahrt­ma­na­ge­ment mit Mit­teln des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie (BM­Wi) ge­för­dert.
Be­stand­tei­le des Klein­sa­tel­li­ten BEE­SAT-4
Bild 3/3, Credit: Technische Universität Berlin.

Bestandteile des Kleinsatelliten BEESAT-4

Der Pi­co­sa­tel­lit BEE­SAT-4 ent­hält ei­nen re­dun­dan­ten Bord­com­pu­ter, Bat­te­ri­en, ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem so­wie Sen­so­ren, die zur La­ge­be­stim­mung be­nö­tigt wer­den. Zu­sätz­lich wird der GPS-Emp­fän­ger Phoe­nix des DLR zur prä­zi­sen Po­si­ti­ons- und Or­bit­be­stim­mung ein­ge­setzt. Mit­hil­fe ei­ner ein­ge­bau­ten Ka­me­ra wer­den ver­schie­de­ne Auf­nah­men von der Erd­ober­flä­che ge­macht, die die La­ge des Sa­tel­li­ten be­stä­ti­gen.

Am 9. September 2016 um 13.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit hat der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte und gebaute Feuerdetektionssatellit BIROS (Bi-Spektral Infrared Optical System) den Picosatelliten BEE­SAT-4 (Berlin Educational and Experimental Picosatellite) in 515 Kilometern über der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen im All ausgesetzt. Der würfelförmige Satellit mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern wurde von Mitarbeitern und Studierenden der Technischen Universität (TU) Berlin entwickelt, gebaut und vom DLR: Klein­sa­tel­li­ten-Pro­jek­te mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

BEESAT-4 soll nun mithilfe des eingebauten GPS-Empfängers Phoenix Informationen zur präzisen Positions- und Orbitbestimmung sammeln und mit einer speziellen Kamera Fotoserien und Einzelbilder von der Erdoberfläche aufnehmen, um die Lage des Satelliten zu bestätigen. Die Telemetriewerte und Bilddaten werden anschließend an den "Muttersatelliten" BIROS gesendet, der sie zur Auswertung an die Bodenstation der TU Berlin schickt. BIROS war am 22. Juni 2016 erfolgreich vom indischen Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre gestartet.

"Die genaue Kenntnis der Position des Picosatelliten (CubeSat) ist die Voraussetzung für Formationsflüge mehrerer Satelliten. Formationsflüge bieten vor allem in der Klasse der Picosatelliten den Vorteil, dass Aufgaben und Funktionen auf verschiedene Satelliten aufgeteilt werden können. Weiterhin ermöglichen mehrere Satelliten insgesamt längere Überflugzeiten über die Bodenstationen zur Übertragung von Telemetrie- und Nutzlastdaten. Zudem können interessante Gebiete mehrfach überflogen werden", erläutert Sascha Weiß, Projektleiter von BEESAT-4 an der TU Berlin, und ergänzt: "Mit BEESAT-4 setzen wir unsere Reihe von Picosatelliten fort. Konkret möchten wir in den nächsten zwölf Monaten die Position des Satelliten mithilfe des GPS-Empfängers Phoenix bestimmen, um den Orbit von BEESAT-4 vorhersagen zu können.

Die Mission von BEESAT-4 baut auf dem Wissen und den Erfahrungen der bisherigen BEESAT-Missionen auf, sodass der Großteil der Arbeit nicht in den Bau des Satelliten floss, sondern in die Entwicklung der komplexen Software. "Zu unserem Team gehören seit 2013 zwei wissenschaftliche Mitarbeiter und zwei Studenten. "Mit der Entwicklung und dem Betrieb von BEESAT-4 haben wir die Praxisnähe für die studentische Ausbildung am Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin ausbauen können: Zahlreiche Studierende haben im Rahmen der Mission ihre Abschlussarbeiten geschrieben", erklärt Sascha Weiß.

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  • Christian Nitzschke
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  • Sascha Weiß
    Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Ber­lin

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