12. November 2017
DLR bei der Agritechnica in Hannover

Hel­fer aus dem All: Sa­tel­li­ten­da­ten für die di­gi­ta­le Land­wirt­schaft

Hel­fer aus dem All – Sa­tel­li­ten­kar­ten für die Land­wirt­schaft
Bild 1/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Helfer aus dem All – Satellitenkarten für die Landwirtschaft

Sa­tel­li­ten­kar­ten kön­nen den Land­wir­ten groß­flä­chi­ge In­for­ma­tio­nen über den Zu­stand von Feld­früch­ten und Acker­bö­den ge­ben, al­so zu ei­ner nach­hal­ti­gen, ef­fi­zi­en­ten und letzt­lich auch res­sour­cen­scho­nen­den Land­wirt­schaft bei­tra­gen.
Smart Far­ming oder di­gi­ta­le Land­wirt­schaft
Bild 2/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Smart Farming oder digitale Landwirtschaft

Zur di­gi­ta­len Land­wirt­schaft ge­hö­ren auch ent­spre­chend aus­ge­stat­te­te Trak­to­ren.
Sa­tel­li­ten­kar­ten lie­fern Er­trags­pro­gno­sen – hier Rü­ben­er­trag
Bild 3/3, Credit: Vista GmbH.

Satellitenkarten liefern Ertragsprognosen – hier Rübenertrag

Sa­tel­li­ten­kar­ten lie­fern dem Land­wirt in kur­zen Zeitab­stän­den ei­ne ver­läss­li­che Er­trags­pro­gno­se. Auf die­ser Grund­la­ge kann er ge­nau pla­nen, wann er das Feld abern­tet. Im Bild sieht man die Er­trags­än­de­rung im Zeit­raum An­fang Sep­tem­ber bis Mit­te Ok­to­ber. Das Feld un­ten links wur­de auf­grund der gu­ten Pro­gno­se be­reits vor der letz­ten Sa­tel­li­ten­auf­nah­me ab­ge­ern­tet.

  • Satelliteninformationen ermöglichen ein modernes Management landwirtschaftlicher Betriebsflächen.
  • Die Agritechnica ist mit 2.900 Ausstellern aus 52 Ländern und 450.000 Besuchern (2015) die weltweit größte Messe für Landtechnik.
  • Schwerpunkte: Erdbeobachtung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Big Data

Wie kann moderne Landwirtschaft von der Satellitenfernerkundung profitieren? Welche Konzepte bieten Raumfahrttechnologien für digitalen Ackerbau und Pflanzenzucht ("Smart Farming")? Antworten auf diese und ähnliche Fragen gibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom 12. bis 18. November 2017 auf der weltweit größten Messe für Landtechnik, der Agri­tech­ni­ca, in Hannover. Der Auftritt des DLR Raumfahrtmanagements ist Teil des Gemeinschaftsstandes B52 des Ma­schi­nen­ring in Halle 20.

"Die Agritechnica bietet genau das, was wir wollen: Raumfahrt und andere Branchen zusammenbringen. Hier zeigen wir, wie Landwirte konkreten Nutzen aus Raumfahrttechnologien ziehen können. Moderne Software wertet sehr effizient hochgenaue Satellitendaten aus, Landwirte erhalten so für jedes Feld aktuelle Infos zur Bodenfeuchtigkeit, zum Pflanzenwachstum, zum Ertrag usw. Basis dafür sind die neuen Satelliten aus dem Copernicus-Programm der Europäischen Union, das Deutschland wesentlich mitträgt“, erläutert Dr. Gerd Gruppe, Vorstand für das DLR Raumfahrtmanagement, den Hintergrund.

Großflächige und aktuelle Infos zu Bodenzustand und Ertragsprognosen

Denn nur ein gesunder Boden liefert am Ende eine reiche Ernte. Satellitenkarten können den Landwirten großflächige Informationen über den Zustand von Feldfrüchten und Ackerböden geben, um zum Beispiel Ertragsprognosen erstellen, Ertragsrisiken erkennen und Schadensfälle abschätzen und damit auch den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln optimieren zu können. "So wird eine nachhaltige, effiziente und letztlich auch ressourcenschonende Landwirtschaft möglich", verdeutlicht Godela Roßner, die sich in der Abteilung Erdbeobachtung im DLR Raumfahrtmanagement mit der Erd­be­ob­ach­tung im DLR Raum­fahrt­ma­na­ge­ment befasst. Die Daten des europäischen Erdbeobachtungs-Programms Copernicus sind offen und frei verfügbar für jedermann, Services können von verschiedenen Anbietern bezogen werden. "Wir sehen uns hier als neutrale Berater und unterstützen sehr gerne bei der Vernetzung mit Experten", so Godela Roßner weiter.

Satelliteninformationen ermöglichen ein zeitgemäßes Management landwirtschaftlicher Betriebsflächen. Sie erlauben ein räumlich differenziertes und präzises Vorgehen. Von der Bodenbeprobung über Düngung und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder auch die Festlegung des Erntezeitpunkts wird die Effizienz des Ressourceneinsatz gesteigert. Der Landwirt kann Informationen zu Pflanzengesundheit und Pflanzenentwicklung, zur Abschätzung von Biomasse und Futterwert, einer effektiveren Düngung, der Bestimmung von Erntezeitpunkten und zusätzliche Daten zu "Standortfaktoren" wie Klima, Böden, Terrain erlangen. Auch Bodenfeuchte und Humusgehalt können kartiert sowie Minderertragsflächen erkannt werden. DLR-Wissenschaftlerin Godela Roßner: "Fernerkundung ist damit fester Bestandteil des so genannten Smart Farming und die Informationen sind auch in übergeordnete Systeme integrierbar, zum Beispiel in der Farmverwaltung. In Hannover zeigen wir anhand verschiedener - auch interaktiver - Exponate das breite Einsatzspektrum von Fernerkundungsdaten für die landwirtschaftliche Nutzung."

Die Agritechnica ist mit 2.900 Ausstellern aus 52 Ländern und 450.000 Besuchern (2015) die weltweit größte Messe für Landtechnik. Sie findet seit 1985 alle zwei Jahre statt, zunächst in Frankfurt am Main, seit 1995 in Hannover. Der DLR-Stand befindet sich in Halle 20, Stand-Nummer B52.

Kontakt
  • Elisabeth Mittelbach
    Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR, Grup­pen­lei­te­rin Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 228 447-385
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
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  • Godela Rossner
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
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