5. September 2018

Das Au­to von mor­gen: Ers­te Er­geb­nis­se aus dem DLR-Pro­jekt Next Ge­ne­ra­ti­on Car

Kooperativer Spurwechsel
Ko­ope­ra­ti­ver Spur­wech­sel
Bild 1/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Kooperativer Spurwechsel

Das Über­hol­ma­nö­ver, ei­ne Stan­dard­si­tua­ti­on, wie sie täg­lich tau­send­fach auf den Stra­ßen pas­siert. Bei den Fahr­de­mons­tra­tio­nen prä­sen­tier­ten die DLR-Wis­sen­schaft­ler des In­sti­tuts für Ver­kehrs­sys­tem­tech­nik die­ses hoch­kom­ple­xe Sze­na­rio als ko­ope­ra­ti­ven Spur­wech­sel zwi­schen zwei au­to­nom agie­ren­den Fahr­zeu­gen aus dem Pro­jekt Next Ge­ne­ra­ti­on Car.
Au­to­nom auf dem Test­feld
Bild 2/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Autonom auf dem Testfeld

Das Füh­rungs­fahr­zeug fährt au­to­nom den Par­cours ab. Ver­folgt wird es von ei­nem zwei­ten Fahr­zeug, mit dem es in­ter­agiert und das Über­hol­ma­nö­ver aus­führt, den ko­ope­ra­ti­ven Spur­wech­sel.
Der Fah­rer als „Fall­back“
Bild 3/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Der Fahrer als „Fallback“

Das For­schungs­fahr­zeug fährt den Par­cours in Form ei­ner lie­gen­den Acht voll­stän­dig au­to­nom ab, rea­giert auf Hin­der­nis­se und in­ter­agiert mit dem an­de­ren Au­to. Der mensch­li­che Fah­rer muss und soll den­noch je­der­zeit ein­grei­fen kön­nen. Dar­um hat der DLR-Wis­sen­schaft­ler des ver­fol­gen­den Wa­gens sei­ne Hän­de in Lenk­rad­nä­he.
Ste­reo­ka­me­ra auf dem Au­to­dach
Bild 4/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Stereokamera auf dem Autodach

Die Ste­reo­ka­me­ra auf dem Dach des For­schungs­fahr­zeugs dient der op­ti­schen Er­fas­sung der Ei­gen­be­we­gung so­wie der von Ob­jek­ten vor dem Au­to.
Am­bient Light Dis­play
Bild 5/5, Credit: ©DLR.

Ambient Light Display

Im dy­na­mi­schen Fahr­si­mu­la­tor ist im Fahr­zeu­gin­nen­raum ei­ne Licht­band in­stal­liert. Mir ihr wird ei­ne Me­tho­de der Fah­rer-Fahr­zeug-In­ter­ak­ti­on ge­tes­tet. Mit ei­nem Wech­sel der Licht­far­be soll die Auf­merk­sam­keit des mensch­li­chen Fah­rers er­langt wer­den.
  • Mit dem Projekt Next Generation Car arbeitet das DLR an der Vision des automatisierten Fahrens der Zukunft.
  • Am 5. September 2018 stellten die DLR-Verkehrsforscher die ersten Erkenntnisse mit eine Ausstellung und Fahrdemonstrationen am Standort Braunschweig vor.
  • Schwerpunkt(e): Verkehr, Digitalisierung, automatisiertes und vernetztes Fahren

Das Auto der Zukunft ist automatisiert, vernetzt und kooperativ. Es soll den Fahrer entlasten und sich sicher in das bestehende Verkehrssystem einfügen. Mit diesen Anforderungen befasste sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Symposium "Testen – Automatisiertes und Vernetztes Fahren", das am 4. September 2018 in Braunschweig stattfand. Ergänzend hierzu wurden am 5. September 2018 Ergebnisse des Projekts Next Generation Car (NGC) präsentiert, die das Thema Fahrzeugintelligenz und den Bereich der intelligenten Fahrwerke fokussierten.

"Mit mehr als 20 Exponaten und einer Fahrdemonstration veranschaulichen wir unsere Ergebnisse zu den Themen Fahrzeugintelligenz und intelligente Fahrwerke, kurz FiF", sagt Prof. Frank Köster vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik. "Wir arbeiten an dem Gesamtbild des automatisierten Fahrens mit Blick auf die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer, eingebettet in ein intelligentes Gesamtverkehrssystem."

Kooperative Fahrmanöver

So demonstrieren DLR-Forschungsfahrzeuge das kooperative Fahren, indem sie automatisiert ein gemeinsames Fahrmanöver absolvieren. Dabei sind sie zusätzlich zu den Sensorsystemen an Bord auch mit einer Online-Überwachung gekoppelt, sodass sich die Fahrzeuge auch in eventuellen Fehlersituationen immer sicher verhalten.

Im Vi­deo auf dem DLR-Twit­ter-Ka­nal erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter Daniel Heß den komplexen kooperativen Spurwechsel von zwei autonomen Fahrzeugen.

Virtuelle Welt

Um bereits im Vorfeld bestimmte Szenarien zu erproben, müssen Verkehrssituationen auch in der Simulation verfügbar sein. Bereits im Vorfeld können sie beispielweise auf Akzeptanz, Komplexität oder Umweltaspekte untersucht und analysiert werden. Dafür hat das DLR hochgenaue 3D-Karten aus Geodaten erstellt und ganze Städte mit Straßen, Häusern, Infrastruktur und Vegetation als virtuelle Umgebungen erschaffen.

Interaktion von Fahrzeugen und Radfahrern

Auch die Interaktion mit unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern spielt eine entscheidende Rolle. Das DLR erfasst an einer Kreuzung in Braunschweig Daten, die das Zusammentreffen von motorisierten Fahrzeugen, Fußgängern und Fahrradfahrern dokumentieren. Genutzt wird dies, um zukünftig die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern im Straßenverkehr weiter zu erhöhen.

Umfeld-Erfassung und Identifikation

Damit das Auto der Zukunft Radfahrer oder andere Objekte direkt als solche erkennen kann, erfolgt eine Umfeld-Erfassung. Mittels Stereokameras erkennt und identifiziert das automatisierte Fahrzeug verschiedene Objekte und klassifiziert sie. Möglich wird das durch Künstliche Intelligenz: Künstliche neuronale Netze erfassen das jeweilige Objekt und werten die Ergebnisse aus. Daraus ergibt sich ein Verständnis der jeweiligen Verkehrssituation und Handlungsabsichten der identifizierten Objekte können bereits im Vorfeld abgeschätzt werden.

Fahreraufmerksamkeit durch Lichtband

Trotz aller Automatisierung in Fahrzeugen wird der Mensch auch in Zukunft eingreifen können und nach Wunsch oder zur Unterstützung des Fahrzeugs als "Fallback" des Systems fungieren. Welche Informationen braucht der menschliche Fahrer hierzu und wie kann man ihm diese vermitteln? Hierzu hat das DLR eine Interaktionsstrategie, die die Einbindung von Mobilgeräten des Fahrers und die Verwendung eines im Fahrzeuginnenraum verbauten farbigen 360-Grad-Lichtbands nutzt, um die Aufmerksamkeit des Fahrers während einer automatisierten Autofahrt zu steuern.

Auf Basis dieser und weiterer Teilergebnisse des Projekts NGC arbeitet das DLR an der Vision des automatisierten Fahrens der Zukunft. Teilweise werden die Ergebnisse als Konzepte in die Industrie übergehen. "Ein wichtiger Schwerpunkt der zukünftigen Forschung bleibt die Vernetzung der Fahrzeuge mit der Infrastruktur als Grundlage für kooperative Systemverbünde im Straßenverkehr", sagt Köster. "Außerdem arbeiten wir weiter am intelligenten Gesamtverkehrssystem, das eines Tages auch empathische Fähigkeiten besitzen wird."

Kontakt
  • Dorothee Bürkle
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Me­dia Re­la­ti­ons
    Telefon: +49 2203 601-3492
    Fax: +49 2203 601-3249

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  • Jasmin Begli
    Kom­mu­ni­ka­ti­on Braun­schweig, Cochs­tedt, Sta­de, Trau­en
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Po­li­tik­be­zie­hun­gen und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 531 295-2108
    Lilienthalplatz 7
    38108 Braunschweig
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  • Theresa Sieberhein
    Ad­mi­nis­tra­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für Ver­kehrs­sys­tem­tech­nik
    Telefon: +49 531 295-2664

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