14. September 2018

Das DLR auf der In­noTrans 2018: Ein Hoch­ge­schwin­dig­keits­zug für den Gü­ter­ver­kehr der Zu­kunft

Der Hochgeschwindigkeitszug NGT CARGO
NGT Car­go – Lo­gis­ti­kon­zept für den Gü­ter­ver­kehr
Bild 1/4, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

NGT Cargo – Logistikonzept für den Güterverkehr

Der Hoch­ge­schwin­dig­keits­zug NGT CAR­GO ist Teil ei­nes ganz­heit­li­chen Lo­gis­tik­kon­zepts, um die At­trak­ti­vi­tät des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs der Zu­kunft zu stei­gern. Er be­steht aus Trieb­köp­fen und Wag­gons, wel­che ein­zeln oder als Grup­pe von ei­ner Zen­tra­le aus ge­steu­ert au­to­ma­tisch zu­sam­men­ge­stellt und ge­fah­ren wer­den kön­nen.
Modell des NGT CARGO
Ae­ro­dy­na­mi­sche Un­ter­su­chun­gen bei Tun­nel­durch­fahr­ten
Bild 2/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Aerodynamische Untersuchungen bei Tunneldurchfahrten

Wenn ein Zug mit 400 Stun­den­ki­lo­me­tern durch ei­nen Tun­nel fährt, er­zeugt die star­ke Druck­wel­le ei­ne star­ke Last auf die In­fra­struk­tur des Tun­nels und ein lau­tes ex­plo­si­ons­ar­ti­ges Ge­räusch. An ei­nem Mo­dell des NGT CAR­GO im Maß­stab 1:25 lässt sich de­mons­trie­ren, wie sich die­se Ef­fek­te ab­schwä­chen las­sen.
Modell Tunneldurchfahrt
Lö­sun­gen für Druck­wel­len bei Tun­nel­durch­fahr­ten
Bild 3/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Lösungen für Druckwellen bei Tunneldurchfahrten

Wenn ein Zug mit 400 Stun­den­ki­lo­me­tern durch ei­nen Tun­nel fährt, er­zeugt er ei­ne star­ke Druck­wel­le. Spe­zi­el­le Hau­ben an den Tun­nel­por­ta­len las­sen ei­nen Teil der Druck­wel­le seit­lich oder nach oben ent­wei­chen und re­du­zie­ren so den Lärm.
Infrastrukturen des Schienenverkehrs
Wei­chen und Schie­nen wis­sen, wann sie ge­war­tet wer­den müs­sen
Bild 4/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Weichen und Schienen wissen, wann sie gewartet werden müssen

Um die In­fra­struk­tu­ren des Schie­nen­ver­kehrs In­stand zu hal­ten, be­vor sie Scha­den neh­men oder aus­fal­len, ist ei­ne kon­ti­nu­ier­li­che und au­to­ma­ti­sche Über­wa­chung der Schie­nen, Wei­chen und Ka­bel­an­la­gen not­wen­dig.
  • Das DLR auf der InnoTrans 2018: Ein Hochgeschwindigkeitszug für den Güterverkehr der Zukunft
  • Das DLR stellt seine aktuellen Forschungsprojekte im Schienenverkehr vom 18. bis 21. September 2018 bei der InnoTrans in Berlin vor.
  • Ganzheitliches Logistikkonzept NGT Cargo soll die Attraktivität des Schienengüterverkehrs der Zukunft steigern.
  • DLR-Forscher machen den Bahnverkehr wirtschaftlicher, sicherer, energiesparender und umweltfreundlicher
  • Stichwort(e): Mobilität, Energie, Verkehr, Sicherheit, Schienenverkehr der Zukunft

Wie sehen Züge von morgen aus und wie können wir den Bahnverkehr sicherer, energiesparender und umweltfreundlicher gestalten? Antworten darauf präsentiert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom 18. bis 21. September 2018 auf der internationalen Fachmesse für Verkehrstechnik InnoTrans in Berlin. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen das ganze Spektrum der aktuellen Bahnforschung am DLR vor, darunter den NGT Cargo, einen Hochgeschwindigkeitszug für den zukünftigen Güterverkehr (Halle 2.2, Nummer 404).

"Mit seiner Forschung betrachtet das DLR nicht nur das Schienenfahrzeug, sondern die komplette Transportkette vom Absender bis zum Empfänger. Die Stärkung des Schienenverkehrs als wettbewerbsfähiger Verkehrsträger ist ein wichtiger Baustein der Verkehrswende. Um die Bahn für Güter- und Personenverkehr attraktiver zu gestalten, müssen wir dessen Kapazität, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit erhöhen. Als Schienenverkehrsforschungseinrichtung des Bundes leistet das DLR dazu einen maßgeblichen Beitrag. Mit einem ganzheitlichen Logistikkonzept entwickelt das DLR unter anderem eine Vision für den Güterverkehr der Zukunft und gibt Impulse für konkrete technologische Innovationen", sagt Prof. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Energie und Verkehr.

Von der Straße auf die Schiene: Mobilitätskonzept für den Güterverkehr

Um Problemen wie Feinstaub, Verkehrslärm und Stau zu begegnen, haben DLR-Forscher das Logistikkonzept Next Generation Train Cargo für den Güterverkehr der Zukunft entwickelt. Es soll die Effizienz des Schienenverkehrs steigern und den Güterverkehr von der Straße auf die Schienen verlagern. Neben dem Fahrzeug an sich, betrachtet das Konzept auch die Be- und Entladeeinrichtungen, Umschlageanlagen und ein Betriebskonzept mit urbaner Feinverteilung. Der dazu entwickelte Güterzug NGT CARGO besteht aus Triebköpfen und Waggons, welche einzeln oder als Gruppe von einer Zentrale aus gesteuert automatisch fahren können.

Mit einem lauten Knall: Aerodynamische Untersuchungen bei der Einfahrt in einen Tunnel

Fährt ein Zug mit einer Geschwindigkeit von etwa 400 Stundenkilometer in einen Tunnel, erzeugt er Druckwellen, die mit Schallgeschwindigkeit durch diesen hindurch schießen. So entsteht nicht nur eine starke Last auf die Infrastruktur des Tunnels, sondern auch ein lautes explosionsartiges Geräusch. DLR-Forscher demonstrieren an einem Modell des NGT CARGO im Maßstab 1:25 wie sich diese Effekte abschwächen lassen. Sie bringen beispielsweise an den Tunnelportalen Hauben an, die einen Teil der Druckwelle seitlich oder nach oben entweichen lassen und so das Geräusch reduzieren.

Alternative Antriebe für alle Streckenabschnitte

Etwa die Hälfte des Schienennetzes in der EU ist nicht elektrifiziert – denn eine vollständige Elektrifizierung ist in vielen Fällen wirtschaftlich nicht umsetzbar. Deshalb müssen sich alternative Antriebskonzepte an die jeweiligen Einsatzorte anpassen. Das DLR präsentiert dazu auf der Messe alternative Fahrzeug- und Infrastrukturkonzepte für unterschiedliche technologische und betriebliche Rahmenbedingungen im Schienenverkehr.

Starke Seitenwinde: Stabilisierung von Hochgeschwindigkeitszügen

Im Forschungsprojekt Next Generation Train (NGT) entwickelt das DLR effiziente und nachhaltige Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge. Doppelstockbauweise, Leichtbau und eine betriebliche Höchstgeschwindigkeit von 400 Stundenkilometern gehören zu deren Hauptmerkmalen. Diese erfordern jedoch auch besondere Maßnahmen, um die Fahrstabilität bei starkem Seitenwind sicherzustellen. Das DLR nutzt dazu Elektromagnete, die mit möglichst großen magnetischen Haltekräften den Zug bei starken Seitenwinden auf den Schienen halten und stabilisieren.

Zustandsorientierte Instandhaltung: Reparieren, bevor es kaputt geht

Weichen und Gleise werden bisher in festen Zyklen gewartet oder erneuert. Das DLR untersucht, wie man diese Infrastrukturen Instand halten kann, bevor sie Schaden nehmen oder ausfallen. Grundvoraussetzungen hierfür sind eine kontinuierliche und automatische Überwachung der Anlagen im laufenden Betrieb sowie die automatische Diagnose und Prognose ihres Zustands. Auf der InnoTrans stellt das DLR die Überwachung von Schienen mit Schienenfahrzeugen im laufenden Betrieb sowie das automatische Überprüfen von Weichen und Kabelanlagen elektronischer Stellwerke vor.

Kontakt
  • Dorothee Bürkle
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Me­dia Re­la­ti­ons
    Telefon: +49 2203 601-3492
    Fax: +49 2203 601-3249

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  • Dr.-Ing. Joachim Winter
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für Fahr­zeug­kon­zep­te
    Pro­jekt­lei­ter Next Ge­ne­ra­ti­on Train
    Telefon: +49 711 6862-274
    Fax: +49 711 6862-258
    Pfaffenwaldring 38-40
    70569 Stuttgart
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  • Simon Neuenhöfer
    Pro­gramm­be­auf­trag­ter Ener­gie und Ver­kehr
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Telefon: +49 2203 601-3610
    Fax: +49 2203 601-4712
    Linder Höhe
    51147 Köln
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  • Dr. Michael Meyer zu Hörste

    In­sti­tut für Ver­kehrs­sys­tem­tech­nik
    Telefon: +49 531 295-3440
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