14. September 2018
Neues von Merkur, Mars und Mond

Größ­tes Tref­fen eu­ro­päi­scher Pla­ne­ten­for­scher 2018 in Ber­lin

Die ESA-Raumsonde BepiColombo am Merkur
Die ESA-Raum­son­de Be­pi­Co­lom­bo am Mer­kur
Bild 1/2, Credit: ESA.

Die ESA-Raumsonde BepiColombo am Merkur

Zahl­rei­che Bei­trä­ge beim Eu­ro­pean Pla­ne­ta­ry Science Con­gress 2018 vom 16. bis 21. Sep­tem­ber 2018 be­schäf­ti­gen sich mit der Durch­füh­rung von Ex­pe­ri­men­ten und den wis­sen­schaft­li­chen Zie­len der Missi­on Be­pi­Co­lom­bo, die am Mor­gen des 20. Ok­to­ber 2018 auf ih­re sie­ben­jäh­ri­ge Rei­se zum in­ners­ten und kleins­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems auf­bre­chen wird. An Bord von Be­pi­Co­lom­bo be­fin­den sich mit dem Spek­tro­me­ter MER­TIS und dem La­ser-Hö­hen­mes­ser BE­LA auch zwei am DLR-In­sti­tut für Pla­ne­ten­for­schung in Ber­lin-Ad­lers­hof ent­wi­ckel­te In­stru­men­te.
Der Mars
For­schungs­schwer­punkt Mars auf dem EPSC 2018
Bild 2/2, Credit: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0.

Forschungsschwerpunkt Mars auf dem EPSC 2018

Der Mars ist der Pla­net des Son­nen­sys­tems, der am häu­figs­ten Be­such von der Er­de be­kom­men hat. Die Er­for­schung des Mars ist auch auf dem Eu­ro­pean Pla­ne­ta­ry Science Con­gress (EPSC 2018) vom 16.-21. Sep­tem­ber an der TU Ber­lin ein wich­ti­ges The­ma. Seit fast 15 Jah­ren um­kreist der Or­bi­ter Mars Ex­press der Eu­ro­päi­schen Welt­rau­m­or­ga­ni­sa­ti­on ESA den äu­ße­ren Nach­bar­pla­ne­ten der Er­de. An Bord von Mars Ex­press be­fin­det sich das am DLR ent­wi­ckel­te Ka­me­ra­sys­tem HR­SC, das die To­po­gra­phie des Pla­ne­ten er­fasst, mit dem aber auch Auf­nah­men mög­lich sind, die bis zum Ho­ri­zont rei­chen. Die­ses Bild vom Ok­to­ber 2017 zeigt die bei­den Vul­ka­ne As­craeus Mons (Bild­mit­te) und Pa­vo­nis Mons (un­ter­halb der Bild­mit­te) so­wie den öst­li­chen Rand des Olym­pus Mons, des größ­ten und mit 24 Ki­lo­me­ter höchs­ten Vul­kans auf dem Mars (links un­ten). Rechts der Bild­mit­te, in Blick­rich­tung Süd­halb­ku­gel, ist das Tal­sys­tem der Val­les Ma­ri­ne­ris zu er­ken­nen. Am Süd­ho­ri­zont (rechts) sieht man die dün­ne At­mo­sphä­re des Mars blau­schim­mernd vor dem Welt­all.
  • Vom 16. bis 21. September 2018 findet an der Technischen Universität Berlin der European Planetary Science Congress (EPSC) statt.
  • Es ist das größte Jahrestreffen von Fachleuten auf dem Gebiet der Planetenforschung.
  • Im Fokus: Die Erkundung des Planeten Merkur innerhalb der bislang umfangreichsten europäischen Planetenmission, potenzielles Leben auf dem Mars, eine neue Kartierung des Mondes sowie das Aufspüren von Planeten jenseits unseres Sonnensystems.
  • Schwerpunkt(e): Planetenforschung, Raumfahrt, Exploration, Nachwuchsförderung

Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt tauschen sich in Vorträgen, Workshops und Diskussionsformaten über ihre Ergebnisse auf dem Gebiet der Planetenforschung aus. Die international wichtige Veranstaltung findet bereits zum zweiten Mal in Berlin statt.

"Berlin ist mit der TU, aber auch mit der Planetologie an der Freien Universität Berlin und natürlich dem DLR in den letzten beiden Jahrzehnten zu einem richtigen 'Hotspot' der Planetenforschung geworden", berichtet Jürgen Oberst, Professor am Institut für Geodäsie und Geoinformationstechnik der TU Berlin und Abteilungsleiter Planetengeodäsie am Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof. "Seit dem ersten EPSC 2005 ist Berlin 2018 die Konferenz mit den meisten Beiträgen und der größten Zahl an Teilnehmern", freut sich Oberst, der für die Organisation des EPSC in Berlin verantwortlich ist. Das Themenspektrum des EPSC ist so vielseitig wie das Sonnensystem mit seinen acht Planeten, mehr als 180 Monden sowie unzähligen kleinen Körpern, den Asteroiden und Kometen, die unsere kosmische Heimat bevölkern.

Die Erkundung des Merkur und die Suche nach Lebensraum auf dem Mars

Ein Schwerpunkt der Konferenz ist der kurz bevorstehende Start der Weltraumsonde"BepiColombo". Die Europäische Weltraumorganisation ESA wird ihren Orbiter in den frühen Stunden des 20. Oktober vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana auf ihre Reise zum Merkur schicken Ihr Ziel wird die Sonde 2025 erreichen. Wissenschaftler des DLR und der TU Berlin sind mit Experimenten an dieser bislang größten europäischen Planetenmission beteiligt.

Auch der Mars steht im Fokus der Konferenz: Seit 15 Jahren umkreist die ESA-Raumsonde Mars Express den äußeren Nachbarplaneten der Erde. Hauptexperiment der Mission ist ein am DLR in Berlin entwickeltes Stereo-Kamerasystem, das den 'Roten Planeten' in hoher Auflösung, in Farbe und in 3D abscannt. Aus den Bilddaten entsteht ein globales digitales Geländemodell, das enorme Fortschritte in der geologischen Charakterisierung des Planeten möglich macht.

Mit großem Interesse werden auch Resultate einer Untersuchung der Atmosphäre des Mars mit dem ExoMars Trace Gas Orbiter erwartet, die weiteren Aufschluss über die Beschaffenheit des Planeten geben werden. Spannend wird es in einem darauf aufbauenden Projekt mit Start im Jahr 2020: Der ExoMars Rover, ein Fahrzeug mit zahlreichen Experimenten, einem Bohrer und Kameras an Bord, wird sich auf die Suche nach Lebensräumen von Mikroorganismen auf der Oberfläche des Mars machen.

Unser Mond in HD und der kosmische Blick in die Ferne

Neben Merkur und Mars ist auch der Mond nach wie vor von großem wissenschaftlichem Interesse. Seit 2009 umkreist der Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA den Erdbegleiter und schickt hochauflösende Fotos seiner Oberfläche zur Erde. Nicht zuletzt für Ideen der großen Raumfahrtagenturen, die planen, in den 2020er-Jahren mit Menschen zum Mond zurückzukehren, ist diese verbesserte Kartierung des Mondes von großer Bedeutung.

Auch Planeten jenseits des Sonnensystems werden Thema der Konferenz sein: Seit 1995 der erste Planet an einem anderen Stern entdeckt wurde, konnten mit leistungsstarken Weltraumteleskopen wie Kepler und CoRoT inzwischen etwa viertausend sogenannte extrasolare Planeten entdeckt werden: Noch ist keine "zweite Erde" unter diesen 'Exoplaneten', doch neue Weltraumteleskope der ESA wie CHEOPS (Start 2019) und PLATO (Start 2026) sollen gezielt nach erdähnlichen Planeten an anderen Sternen in der Milchstraße suchen.

Von Berlin ins Weltall: Wissenschaftler und ein Astronaut berichten Berliner Jugendlichen

Am Mittwoch, den 19. September findet für Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 12 im Audimax der TU Berlin die Veranstaltung "Von Berlin ins Weltall" statt. Der deutsche Astronaut Dr. Gerhard Thiele wird gemeinsam mit dem ehemaligen Direktor des DLR-Instituts für Planetenforschung Prof. Tilman Spohn und der DLR-Physikerin Dr. Ruth Titz-Weider die großen Themen der Planetenforschung vorstellen. Von aktuellen Weltraummissionen, der Suche nach Planeten an anderen Sternen, der Forschung auf der Internationalen Raumstation ISS im erdnahen Orbit und der Zukunft der astronautischen Raumfahrt ist alles mit dabei. Die Veranstaltung ist bereits vollständig ausgebucht.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie auf der Homepage des EPSC und der TU-Berlin.

Presseanmeldung:

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich zum Kongress eingeladen. Für die Berichterstattung stehen Räume von Montag, dem 17.9. um 9 Uhr bis Freitag, den 21.9. um 15 Uhr zur Verfügung. Bitte melden Sie sich kostenfrei per E-Mail an folgende Adresse an:
anita.heward@europlanet-eu.org oder livia.giacomini@europlanet-eu.org

Kontakt
  • Julia Heil
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Kom­mu­ni­ka­ti­on und Pres­se
    Telefon: +49 2203 601-5263
    Linder Höhe
    51147 Köln
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  • Prof. Jürgen Oberst
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für Pla­ne­ten­for­schung, Pla­ne­ten­geo­dä­sie
    Telefon: +49 30 67055-336
    Fax: +49 30 67055-402

  • Ulrich Köhler
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für Pla­ne­ten­for­schung
    Rutherfordstraße 2
    12489 Berlin
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