28. September 2018

DLR testet Car2X-Kommunikation im Realverkehr

DLR Forschungsfahrzeug im Straßenverkehr
DLR Forschungsfahrzeug in Braunschweig
Credit: DLR (CC-BY 3.0)

DLR Forschungsfahrzeug in Braunschweig

Am Tostmannplatz in Braunschweig testete das DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik ab Oktober 2018 im Projekt MAVEN (Managing Automated Vehicles Enhances Network) das automatisierte Fahren im Straßenverkehr.
  • DLR testet im Projekt MAVEN automatisiertes Fahren im Verbund.
  • Verbund kooperierender automatisierter Fahrzeuge überquert Ampelkreuzung in Braunschweig.
  • Schwerpunkt(e): Verkehr, Digitalisierung, Automatisiertes Fahren

Das Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird ab Anfang Oktober 2018 in Braunschweig im Projekt MAVEN (Managing Automated Vehicles Enhances Network) das Überqueren einer Ampelkreuzung mit einem Verbund kooperierender automatisierter Fahrzeuge testen. Hierzu werden die bereits im Zusammenhang mit der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) an den Ampelmasten am Tostmannplatz in Braunschweig angebrachten Antennen- und Messtechnik genutzt.

Kommunikation zwischen Auto und Ampel

Einer der wichtigsten Aspekte beim kooperativen automatisierten Fahren ist die Kommunikation zwischen ausgestatteten Fahrzeugen und der Infrastruktur (Car2X-Kommunikation), wie beispielsweise Ampeln. "Zukünftig muss die Straßeninfrastruktur wissen, an welcher Stelle sich im Umfeld von Kreuzungen Verkehrsteilnehmer bewegen. Dann kann sie diese Bewegungen optimal koordinieren – wie ein Dirigent im Orchester", erklärt Julian Schindler vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik. Die am Tostmannplatz verbaute Infrastruktur erkennt mithilfe einer Kamera auch Fußgänger und Radfahrer und übermittelt diese Information zur besseren und frühzeitigen Erkennung an automatisierte Fahrzeuge. Die Sicherheit steigt. Zusätzlich übermitteln die Ampeln Geschwindigkeits- und Spurwechselempfehlungen an die Fahrzeuge.

Neue Technik für Tests mit Platoons

Innerhalb des EU-Projekts MAVEN wurde diese Technik bereits auf einem Testgelände prototypisch umgesetzt. Ab Anfang Oktober werden diese nun auch im Realverkehr erprobt. Neben der bereits bestehenden Technik der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) werden dazu die Ampeln am Tostmannplatz mit zusätzlicher Messtechnik ausgestattet. Eine am Lichtmast angebrachte Kamera erfasst anonymisierte Daten. Mobile Aufbauten des Instituts sichern die Ergebnisse der neuen Kamera in der Anfangszeit wissenschaftlich ab. Die Ampeln erhalten eine Road Site Unit mit einer Vielzahl sichtbarer Antennen. Der Platoon, also der eng fahrende Verbund aus automatisierten Fahrzeugen, fährt dabei im normalen Straßenverkehr mit. Er wird gebildet, damit automatisierte Fahrzeuge mit weniger Abstand zueinander über die Kreuzung fahren können, so dass mehr Fahrzeuge die Ampel bei grün passieren und die Ampelschaltungen somit effektiver werden. Als Weiterentwicklung zu den bekannteren Lastwagenkolonnen, die aktuell weltweit auf Autobahnen in der Erprobung sind, liegt bei den städtischen Platoons aus MAVEN der Fokus auf schneller Anpassbarkeit an die Umgebung, insbesondere auch auf der Berücksichtigung aller nicht-automatisierter Verkehrsteilnehmer. Platoons werden sich dabei ständig bilden und wieder auflösen, ohne das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer einzuschränken.

Kontakt
  • Jasmin Begli
    Kommunikation Braunschweig, Cochstedt, Stade, Trauen
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Politikbeziehungen und Kommunikation
    Telefon: +49 531 295-2108
    Lilienthalplatz 7
    38108 Braunschweig
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  • Vera Koopmann
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
    Institut für Verkehrssystemtechnik
    Telefon: +49 531 295-3405
    Lilienthalplatz 7
    38108 Braunschweig
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