28. September 2018
IAC 2018

In­ter­na­tio­na­le Raum­fahrt trifft sich in der DLR-Stadt Bre­men

Messe Bremen
Mes­se Bre­men
Bild 1/7, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Messe Bremen

Der 69. In­ter­na­tio­nal Astro­nau­ti­cal Con­gress fin­det vom 1. bis 5. Ok­to­ber 2018 in der Mes­se Bre­men statt.
Asteroidenlander MASCOT an Bord der Raumsonde Hayabusa2
As­te­roi­den­lan­der MAS­COT an Bord der Raum­son­de Ha­ya­bu­sa2
Bild 2/7, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Asteroidenlander MASCOT an Bord der Raumsonde Hayabusa2

Ei­ne 3200 Mil­lio­nen Ki­lo­me­ter wei­te Rei­se liegt hin­ter der ja­pa­ni­schen Raum­son­de Ha­ya­bu­sa2 mit dem deutsch-fran­zö­si­schen Lan­der MAS­COT (Mo­bi­le As­te­ro­id Sur­face Scout) an Bord.
DESIS - Hyperspektrales Erdbeobachtungsinstrument auf der ISS
DE­SIS - Hy­per­spek­tra­les Erd­be­ob­ach­tungs­in­stru­ment auf der ISS
Bild 3/7, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

DESIS - Hyperspektrales Erdbeobachtungsinstrument auf der ISS

Das Um­welt- und Res­sour­cen­mo­ni­to­ring-Sys­tem DE­SIS (DLR Earth Sen­sing Ima­ging Sys­tem Spec­tro­me­ters) wird ein brei­tes Spek­trum an Da­ten zur Er­de sen­den.
Fotomontage von CIMON auf der ISS
Fo­to­mon­ta­ge von CI­MON auf der ISS
Bild 4/7, Credit: DLR/T. Bourry/ESA.

Fotomontage von CIMON auf der ISS

Fo­to­mon­ta­ge von CI­MON schwe­bend im Co­lum­bus Pu­blic Re­la­ti­on Mo­dul am ESA Eu­ro­pean Astro­naut Cen­tre (EAC) in Köln-Porz (30. Ja­nu­ar 2018). Bald wird der flie­gen­de und au­to­nom han­deln­de Astro­nau­ten-As­sis­tent tat­säch­lich auf der Raum­sta­ti­on ein­tref­fen. Aus­ge­stat­tet mit Künst­li­cher In­tel­li­genz un­ter­stützt die­se welt­weit ein­zig­ar­ti­ge Tech­no­lo­gie-De­mons­tra­ti­on die Ar­beit der Crew wäh­rend der ho­ri­z­ons-Missi­on.
Zeichnung: ARCHES
AR­CHES (Au­to­no­mous Ro­bo­tic Net­works to Help Mo­dern So­cie­ties)
Bild 5/7, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

ARCHES (Autonomous Robotic Networks to Help Modern Societies)

He­te­ro­ge­ne Ro­bo­ter­teams kön­nen ge­mein­sam Auf­ga­ben be­wäl­ti­gen, z.B. die Ex­plo­ra­ti­on von un­zu­gäng­li­chen Um­ge­bun­gen und frem­den Pla­ne­ten. Die Ro­bo­ter die­nen als "ver­län­ger­ter Arm" und "ver­län­ger­tes Au­ge" des Men­schen.
Die japanische Raumsonde Hayabusa2 trägt den deutsch-französischen Lander MASCOT. Gemeinsam untersuchen sie den erdnahen Asteroiden Ryugu.
Ti­tel­mo­tiv der Aus­stel­lung zu Ha­ya­bu­sa2 & MAS­COT
Bild 6/7, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Titelmotiv der Ausstellung zu Hayabusa2 & MASCOT

Die ja­pa­ni­sche Raum­son­de Ha­ya­bu­sa2 trägt den deutsch-fran­zö­si­schen Lan­der MAS­COT. Ge­mein­sam un­ter­su­chen sie den erd­na­hen Aste­ro­iden Ryu­gu.
IAC 2018 Logo
IAC 2018
Bild 7/7, Credit: © International Astronautical Congress (IAC).

IAC 2018

Zum 69. In­ter­na­tio­nal Astro­nau­ti­cal Con­gress (IAC) lädt die In­ter­na­tio­nal Astro­nau­ti­cal Fe­de­ra­ti­on 2018 zum zwei­ten Mal nach 2003 in die DLR- und Raum­fahrt-Stadt Bre­men ein.
  • Beim 69. IAC präsentiert das DLR aktuelle Raumfahrtprojekte in der Ausstellung und einem umfangreichen Rahmenprogramm.
  • Raumfahrt aktuell: Während der Kongresswoche, am 3. Oktober 2018, wird der Asteroiden-Lander MASCOT auf Ryugu abgesetzt.
  • Auf dem Twitter-Kanal @DLR_de berichtet das DLR vom Kongress. #IAC2018
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Weltraumexploration, Klimaforschung, Robotik, KI, Nachwuchsförderung

Auf dem International Astronautical Congress (IAC) kommen vom 1. bis 5. Oktober 2018 Experten aus Raumfahrtagenturen, Raumfahrtforschung und -industrie aus aller Welt zusammen. Dieses Jahr lädt die International Astronautical Federation (IAF) nach Bremen ein. Die IAF vertritt 320 Organisationen aus 6 Kontinenten und 68 Ländern. Workshops, Touren und Technical Sessions mit Vorträgen und Diskussionsrunden sowie eine Ausstellung bieten zahlreiche Gelegenheiten zum Dialog. Über 4000 Teilnehmer erwartet der Veranstalter. In der Ausstellung präsentiert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Auswahl an aktuellen Raumfahrtprojekten auf insgesamt 560 Quadratmetern.

"Global, multidisziplinär und alle Raumfahrtbereiche und -themen umfassend, geht es auf dem IAC vor allem um aktuelle Missionen und Projekte und zukünftige Kooperationen", kommentiert Prof. Pascale Ehrenfreund, DLR-Vorstandsvorsitzende. "Ich freue mich, dass wir als Teil des Teams Germany hier in Bremen die globale Weltraumgemeinde zum 69. IAC begrüßen dürfen. Das Team Germany, das diesen Kongress organisiert hat, hat keine Mühe gescheut, Deutschland als Raumfahrtnation zu präsentieren."

DLR-Highlights auf dem IAC 2018

In Halle 5 der Messe Bremen ist das DLR auf dem "Team-Germany-Boulevard" mit einem Haupt- und einem Sonderstand vertreten. Dort stellt es insgesamt 33 Exponate und Forschungsthemen vor. Außerdem lädt das DLR bei der German Night am Dienstag, 2. Oktober, Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zum gemeinsamen Austausch ein. Das Ziel: die weitere Verstärkung der nationalen, europäischen und weltweiten Vernetzung im Bereich der Raumfahrtforschung.

"Der IAC ist für uns alljährlicher Marktplatz und willkommener Anlass zum Austausch von aktuellen Erkenntnissen und Erfahrungen. Sind es sonst Einzelthemen, die man mit Kollegen über das Jahr diskutieren kann, so bietet sich hier in Bremen die großartige Möglichkeit, Projekte und Vorhaben interdisziplinär zu besprechen", freut sich Prof. Hansjörg Dittus, Raumfahrtvorstand des DLR auf die kommenden Tage. "Die DLR-Raumfahrtforschung nimmt den IAC in Bremen zum Anlass, ein digitales Höhenmodell der Erde auf Basis von Radardaten für die wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung zu stellen."

MASCOT: Asteroidenlandung während der Kongresswoche

Auf dem Hauptstand ist ein Modell des Asteroiden-Landers MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout) vertreten. Sein "realer Zwillingsbruder", der mit der japanischen Raumsonde Hayabusa2 im Juni dieses Jahres sein Ziel, den Asteroiden Ryugu, erreicht hatte, wird noch während der Kongresswoche, am Mittwoch, 3. Oktober 2018, vom Mutterschiff Hayabusa2 auf die Oberfläche abgesetzt. Bereits eine Woche später erwarten die Wissenschaftler vom DLR, JAXA und CNES erste Daten und Ergebnisse.

Brücke schlagen zwischen Grundlagenforschung und Raumfahrtanwendungen

"Der IAC ist eine tolle Plattform, um eine Brücke zu schlagen zwischen Grundlagenforschung und Raumfahrt-Anwendungen, was mir besonders wichtig ist. Und dass die Konferenz parallel zur horizons-Mission in Deutschland stattfindet und Alexander Gerst am 3. Oktober - während des Kongresses - als erster Deutscher Kommandant auf der Raumstation werden soll, freut uns sehr und ist ein ganz besonderer Höhepunkt dieses ereignisreichen Raumfahrtjahres", sagt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement und in dieser Funktion zuständig für die deutschen Beiträge zur horizons-Mission und zur ESA.

Das Raumfahrtmanagement zeigt auf dem DLR-Stand Experimente und Informationen der horizons-Mission: zum Beispiel das 3D-Fluoreszenzmikroskop FLUMIAS, das gerade von seinem ersten Einsatz auf der ISS zurück ist. Mit FLUMIAS können erstmals Vorgänge in lebenden Zellen in Echtzeit unter Schwerelosigkeit beobachtet und Veränderungen direkt sichtbar gemacht werden. Eine Möglichkeit, völlig neue Einblicke in menschliches Gewebe, Zellkulturen, Mikroorganismen und Pflanzen zu erhalten. CIMON, der erste mobile und mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Astronauten-Assistent auf der ISS, wird ebenfalls vorgestellt - er ist abwechselnd am DLR-Stand und bei Airbus zu sehen. Im November soll Alexander Gerst erstmals mit dem Original-CIMON auf der ISS arbeiten.

Das Cold Atoms Lab (CAL) ist eine kompakte, atomchip-basierte Anlage zur Untersuchung ultrakalter Quantengase wie zum Beispiel Bose-Einstein-Kondensate (BEC). Mit dem CAL wird eine neue Ära der ISS-Forschung eingeläutet, da nun erstmals hochgenau fundamentalphysikalische Fragestellungen mit Quantenobjekten nahe am absoluten Temperaturnullpunkt (minus 273,15 Grad Celsius) untersucht werden können. Unter Schwerelosigkeit auf der ISS haben BEC eine Lebenszeit von bis zu 20 Sekunden - das kann kein Labor auf der Erde. Künftig können Quantensensoren beispielsweise zur Lageregelung von Satelliten, zur Abstandsregelung bei Formationsflügen eines Satellitenschwarms oder auch zur präzisen Schwerefeldvermessung der Erde zum Einsatz kommen.

Neben Highlights der horizons-Mission präsentiert das DLR Raumfahrtmanagement Themen aus den Bereichen Innovation und neue Märkte - wie den drahtlosen Satelliten SKITH und das intelligente Baukastensystem für Satelliten iBOSS, aber auch die nationale deutsche Satellitenmission Heinrich Hertz (Start 2021) und die deutsch-französische Klimamission Merlin. Zudem ist die INNOspace-Expo "ALLTäglich!" in der ÖVB-Arena zu sehen, die anschaulich macht, wie Raumfahrt schon heute das alltägliche Leben beeinflusst.

Umwelt-Monitoring aus dem All und robotische Exploration

Mit dem Exponat zur Hyperspektralkamera DESIS ist ein DLR-Instrument auf dem IAC vertreten, das einen wichtigen Beitrag für das Umwelt-Monitoring und damit zur Klimaforschung leisten soll. Das DLR Earth Sensing Imaging System Spectrometer, kurz DESIS, "blickt" mit 235 Spektralkanälen auf die Erde und erkennt so Veränderungen des Ökosystems der Erdoberfläche. Das Instrument soll Daten zur Unterstützung wissenschaftlicher, humanitärer und kommerzieller Ziele wie zum Beispiel der Landwirtschaft liefern. Wie wichtig die Forschung zum globalen Klimawandel ist, hat nicht zuletzt der Jahrhundertsommer 2018 gezeigt.

Auf dem Sonderstand stellt das DLR mit ARCHES (Autonomous Robotic Networks to Help Modern Societies) eine seiner Forschungsaktivitäten zur robotischen Exploration vor. In dem interdisziplinären Projekt forscht das DLR gemeinsam mit seinen Partnern der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), dem Alfred-Wegener-Institut, GEOMAR sowie dem Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Die Vision ist die zukünftige Erkundung ferner Planeten und der irdischen Tiefsee durch kooperierende Schwärme autonomer Roboter.

"Involving Everyone" - Public Day am 3. Oktober

Der IAC richtet sich hauptsächlich an Fachbesucher. Aber auch die interessierte Öffentlichkeit erhält beim Public Day am 3. Oktober von 12:00 bis 18:00 Uhr die Gelegenheit zum Einblick in die aktuelle Weltraumforschung. Schließlich ist das Motto des diesjährigen IAC "Involving Everyone". Der Eintritt zum Public Day ist frei.

Die Nachwuchsarbeit ist dem DLR stets besonders wichtig: So finden im Rahmen des IAC in Zusammenarbeit mit den Partnern IAF, ISEB, VSSEC, ESA und ESERO im Bremer DLR-Institut für Raumfahrtsysteme und am DLR_School_Lab der Lehrerworkshop des International Space Education Board (ISEB) statt. Das DLR_School_Lab Bremen besucht darüber hinaus den Kongress mit den Schülerinnen und Schülern des DLR_School_Lab-Clubs und organisiert zusammen mit dem Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) erstmalig den Schüler-IAC "Teen Spirit for Space". Die 35 Teilnehmer aus den Klassen 1 bis 11 kommen aus ganz Deutschland.

Vor Ort im DLR-Institut für Raumfahrtsysteme

Neben den täglichen Führungen für die Konferenzteilnehmer durch das DLR-Institut für Raumfahrtsysteme und denen für den ganz jungen Nachwuchs wird am Donnerstag, 4. Oktober, eine spezielle Tour für Young Professionals und Studierende angeboten. Das Institut gibt Nachwuchswissenschaftlern Einblicke in die aktuellen Forschungsprojekte. Auf der Tour schauen sie hinter die Kulissen des DLR Bremen und stellen ihre Fähigkeiten bei einer Systemanalyse unter Beweis.

Bereits über 50.000 Besucher auf MASCOT-Ausstellung

Noch bis Sonntag, 14. Oktober 2018 ist die Ausstellung „Kontakt mit einem Asteroiden: Hayabusa2 und MASCOT“ in der unteren Rathaushalle Bremen geöffnet. Die an der Mission beteiligten DLR-Institute und -Einrichtungen haben sie gemeinsam mit den externen Partnern entwickelt. Seit ihrer Eröffnung am 10. Juli 2018 hat sie bereits über 50.000 Besucher angelockt.

Bremen, wichtiger Standort für Raumfahrt in Deutschland

Als Veranstaltungsort ist Bremen nach 2003 erneut eine passende Wahl des Veranstalters IAF, der den Kongress zum 69. Mal ausrichtet. Ist die Hansestadt doch eine der Raumfahrt-Hochburgen in Deutschland und Europa. Das DLR ist in Bremen mit seinem Institut für Raumfahrsysteme vertreten, viele Industriepartner dort ebenfalls ansässig.

Aber nicht nur für den deutschen Norden sind Weltraumforschung und Raumfahrtunternehmen ein wichtiger Standortfaktor. Für ganz Deutschland ist die Raumfahrt sowohl ein zentraler Technologie- und Innovationstreiber als auch wesentlicher Bestandteil des Arbeitsmarkts.

Am Rande des IAC findet das 9. IAF International Meeting for Members of Parliaments zum Thema "The Seamless Chain of Innovation - From Space Science to Business" statt. Erwartet werden Parlamentarier aus der ganzen Welt, die sich in ihren Heimatparlamenten mit Luft- und Raumfahrt beschäftigen. Darunter auch Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft, und Klaus-Peter Willsch, Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt im Deutschen Bundestag, die als lokale und nationale Gastgeber fungieren. Die Parlamentarier haben am Dienstag, 2. Oktober die Möglichkeit, die ortsansässige Raumfahrtindustrie und das DLR Bremen zu besuchen.

Kontakt
  • Andreas Schütz
    Lei­tung Me­dia Re­la­ti­ons, Pres­se­spre­cher
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Telefon: +49 2203 601-2474
    Fax: +49 2203 601-3249
    Linder Höhe
    51147 Köln
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