4. Mai 2020
70 Passagiere, 2.000 Kilometer weit

Kon­zept­stu­die für öko­ef­fi­zi­en­tes Flie­gen

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Luftfahrt
Vision eines Flugzeugs mit verbesserter Ökoeffizienz
Vi­si­on ei­nes Flug­zeugs mit ver­bes­ser­ter Öko­ef­fi­zi­enz
Bild 1/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Vision eines Flugzeugs mit verbesserter Ökoeffizienz

Im Pro­jekt EX­ACT wer­den in den nächs­ten Jah­ren meh­re­re hy­brid-elek­tri­sche An­triebs­kon­zep­te und mög­li­che Flug­zeug­kon­fi­gu­ra­tio­nen un­ter­sucht und hin­sicht­lich ih­rer Kli­ma­wir­kung op­ti­miert.
Diskussion über visionäre Antriebskonzepte und Flugzeugkonfigurationen
Dis­kus­si­on über vi­sio­näre An­triebs­kon­zep­te und Flug­zeug­kon­fi­gu­ra­tio­nen
Bild 2/3, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Diskussion über visionäre Antriebskonzepte und Flugzeugkonfigurationen

v. l. n. r.: Pro­jekt­lei­ter Dr. Jo­han­nes Hart­mann, Dr. Kai Wi­cke und Be­rit Ger­lin­ger
Wasserstoff-Brennstoffzelle im Labor des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik
Was­ser­stoff-Brenn­stoff­zel­le im La­bor des DLR-In­sti­tuts für Tech­ni­sche Ther­mo­dy­na­mik
Bild 3/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Wasserstoff-Brennstoffzelle im Labor des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik

Mit Hil­fe von Si­mu­la­ti­ons­mo­del­len wird das Zu­sam­men­spiel hy­bri­der Ener­gie­kon­zep­te in grö­ße­ren Leis­tungs­klas­sen von Flug­zeu­gen kon­ti­nu­ier­lich ver­bes­sert.
  • In vier Jahren entsteht Konzept für die Perspektive eines nachhaltigen Luftverkehrs.
  • Antriebskonzepte für Kurzstreckenflugzeuge mit erheblich verringerten Emissionen und weniger Lärm unter Betrachtung von Batterien, Brennstoffzellen sowie Wasserstoff stehen im Fokus.
  • Auswirkungen auf das gesamte Öko- und Luftfahrtsystem, also auf Flughäfen, Airlines sowie die Flugsicherung und Atmosphäre werden untersucht.
  • Schwerpunkte: Luftfahrt, Digitalisierung, klimaschonendes Fliegen, elektrisches Fliegen

Wie müsste Elektromobilität am Himmel beschaffen sein, um die durch den Luftverkehr verursachten Emissionen drastisch zu senken? Wie können Flugzeuge mit alternativen Antrieben ökologisch und wirtschaftlich zugleich sein? Verändern solche neuartigen Flugzeuge das Luftfahrtsystem, beispielsweise Flughäfen oder Wartungshallen? Auf diese Fragen will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) innerhalb der nächsten vier Jahre Antworten geben.

Seit Anfang des Jahres 2020 arbeiten 45 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 20 DLR-Instituten gemeinsam im Projekt EXACT (Exploration of Electric Aircraft Concepts and Technologies) an der Entwicklung neuer Technologiebausteine für ein ökoeffizientes Verkehrsflugzeug.

Übergeordnetes Ziel ist es, bis zum Jahr 2040 die erforderlichen Technologien für ein ein solches Luftfahrzeug mit mindestens 70 Sitzen und einer Reichweite von 2.000 Kilometern zur Einsatzreife zu bringen. Hierfür sollen im ersten Schritt unterschiedliche hybrid-elektrische Antriebskonzepte und mögliche Flugzeugkonfigurationen untersucht werden. Aber auch  Wechselwirkungen mit der Flughafeninfrastruktur werden betrachtet, ebenso wie sich neuartige Antriebe auf die Atmosphäre und somit auf das Klima auswirken „Das DLR verfügt über eine weltweit einzigartige Kompetenz für die Durchführung einer solch komplexen Studie In unserem 45-köpfigen Team bündeln wir unsere Kompetenzen aus den unterschiedlichen Forschungsbereichen. So erreichen wir sowohl die nötige thematische Breite als auch die wissenschaftliche Tiefe“, sagt Dr. Johannes Hartmann vom DLR-Institut für Systemarchitekturen der Luftfahrt, der das Projekt federführend leitet.

Digitaler Entwurfsprozess

Mit Hilfe von Daten aus dem gesamten Lebenszyklus eines Flugzeugs, vom Entwurf über die Produktion bis zum Betrieb und der späteren Entsorgung, verfügen die Forscherinnen und Forscher über Informationen, aus denen sie Wissen für den Flugzeugentwurf ableiten können. Die vorgegebenen Ziele sind, dass die Emissionen des Flugzeugs das Klima nicht negativ beeinflussen und es dabei gleichzeitig wirtschaftlich zu betreiben ist. Der Entwurfsprozess wird ganzheitlich betrachtet und anhand dieser Ziele ausgerichtet. Die Planung der Produktion, des Betriebs und der Wartung fließen von Anfang an in den Entwurf mit ein. In der Vergangenheit wurden Flugzeuge primär kostengetrieben entwickelt und ihre Klimawirkung erst im Nachgang analysiert. „Wir drehen diesen Prozess erstmals um und wählen damit einen revolutionären Ansatz für unsere Arbeiten“, erklärt Hartmann.

Klimaneutrale Antriebskonzepte

Flugzeuge mit verbesserter Klimabilanz erfordern grundlegend neue Antriebstechnologien. Das Projektteam untersucht, welche Antriebskonzepte für Kurzstreckenflugzeuge erheblich verringerte Emissionen und weniger Lärm im Betrieb zur Folge hätten und mit den Interessen der Wirtschaft vereinbar sind. Durch Batterien, Brennstoffzellen oder mit Wasserstoff angetriebene Flugzeuge bieten das Potenzial, diese Anforderungen miteinander in Einklang bringen.  

Das DLR-Institut für Technische Thermodynamik analysiert und bewertet bereits seit einigen Jahren die Leistungsklassen von Brennstoffzellen für die Luftfahrt. So werden unter diesem Aspekt Brennstoffzellen im Labor charakterisiert und im viersitzigen Passagierflugzeug Hy4 untersucht. Das im Projekt EXACT erarbeitete Wissen soll nun, mit Hilfe von Simulationsmodellen und Pilotanwendungen, das Zusammenspiel der hybriden Energiekonzepte in größerer Leistungsklasse bewerten und einsetzbar machen.

Luftverkehrssystem 2040

Neuartige Flugzeuge werden das gesamte derzeitige Luftfahrtsystem beeinflussen und umgekehrt. Dr. Kai Wicke vom DLR-Institut für Instandhaltung und Modifikation betrachtet im Projekt EXACT die betriebliche und ökologische Integration der neuen Flugzeugkonfigurationen: “Ob ein neuartiges Flugzeug mit Wasserstoff, Brennstoffzelle oder Batterie angetrieben wird – wir betrachten ganzheitlich, welche Auswirkungen dies auf das gesamte Öko- und Luftfahrtsystem hätte, also auf Flughäfen, Airlines sowie die Flugsicherung und Atmosphäre.“  

Sein Team stellt Modelle für Klimawirkung, Lärm sowie Produkt- und Energielebenszyklen auf. Hierbei werden sowohl Umweltwirkungen als auch Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten untersucht. Würde ein Flugzeug mit Wasserstoff betankt, wären dafür spezielle Betankungssysteme nötig. Batterien müssten geladen, gelagert und recycelt werden können. Zu klären ist, welche Anforderungen die vorhandene Infrastruktur für den Betrieb eines neuen Flugzeugs stellt.

In vier Jahren soll ein erstes ganzheitliches Konzept für den umweltkompatiblen Luftverkehr stehen. Flugzeugingenieure, Atmosphärenforscher und Elektrotechniker aus 20 verschiedenen DLR-Instituten arbeiten gemeinsam daran, valide Modelle aufzustellen und Lösungen zu erarbeiten.

Ein ausführlicher Artikel zum Projekt findet sich auch in der aktuellen Ausgabe des DLR-Magazins.

Kontakt
  • Jana Hoidis
    Kom­mu­ni­ka­ti­on Bre­men, Bre­mer­ha­ven, Ham­burg, Ol­den­burg
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Po­li­tik­be­zie­hun­gen und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 421 24420-1908
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  • Dr. Johannes Hartmann
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    In­sti­tut für System­architekturen in der Luft­fahrt
    Telefon: +49 40 248 9641-313
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    21129 Hamburg
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