29. März 2021
DLR-Team untersucht an Bord des Lufthansa Airbus A350-900 die Auswirkungen der Südatlantischen Anomalie

Strah­len­for­schen­de flie­gen non­stop zu den Fal­kland-In­seln

Mehr zu:
Luftfahrt
Vorbereitungen für den Flug
Vor­be­rei­tun­gen für den Flug
Bild 1/4, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Vorbereitungen für den Flug

Kai Schen­net­ten, Mo­na Plet­ten­berg und Dr. Mat­thi­as Mei­er (v.l.n.r.) ha­ben die Mess­ge­rä­te am DLR-In­sti­tut für Luft- und Raum­fahrt­me­di­zin in Köln vor­be­rei­tet. Die Hy­gie­nean­for­de­run­gen sind sehr hoch, des­we­gen be­fin­det sich das DLR-Team eben­so wie die Luft­han­sa-Crew vor dem Flug in Qua­ran­tä­ne.
O-Ton Dr. Mat­thi­as Mei­er
Video 2/4, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

O-Ton Dr. Matthias Meier

Länge: 00:00:46
Was ist die Sü­d­at­lan­ti­sche Ano­ma­lie und wel­chen Ef­fekt hat sie?
Flugroute von LH2574
Flug­rou­te von LH2574
Bild 3/4, Credit: © Lufthansa

Flugroute von LH2574

Die vor­ge­se­he­ne Rou­te für den Flug des Luft­han­sa-Air­bus von Ham­burg nach Mount Plea­sant auf den Fal­kland-In­seln.
Airbus A350 der Lufthansa
Air­bus A350 der Luft­han­sa
Bild 4/4, Credit: © Lufthansa Group

Airbus A350 der Lufthansa

Das Flug­zeug mit der Ken­nung D-AIXQ und dem Tauf­na­men der Stadt Frei­burg ist das neues­te Mit­glied der Luft­han­sa A350 Flot­te und wird für den Flug zu den Fal­kland­in­seln im März 2021 ein­ge­setzt.
  • Vor der Küste Brasiliens reicht der Strahlungsgürtel besonders nah an die Erde heran.
  • Messungen zur Strahlenexposition erfolgen erstmals auf einer Reiseflughöhe von 13.000 Metern.
  • Schwerpunkt: Luftfahrt

Mit einem Rekord wurden im Januar Wissenschaftler von Hamburg zu den Falkland-Inseln gebracht: Die Strecke von 13.700 Kilometern war der längste Nonstop-Flug in der Geschichte der Lufthansa. Am 30. März startet nun zum zweiten Mal ein Airbus A350-900 Richtung Mount Pleasant. Diesmal mit an Bord: Eine Wissenschaftlerin und zwei Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie werden unterwegs die kosmische Strahlung im geografischen Gebiet der Südatlantischen Anomalie untersuchen.

Die Südatlantische Anomalie (SAA) liegt vor der Küste Brasiliens. Sie entsteht durch eine Verschiebung der Erdmagnetfeld-Achse, die nicht durch den Erdmittelpunkt verläuft. Dadurch reicht der Strahlungsgürtel in der Südatlantikregion besonders nah an die Erde heran. Das führt in diesem Bereich zu erhöhten Strahlungswerten im erdnahen Weltraum – allerdings noch nicht auf einer Reiseflughöhe von etwa 10.000 Metern, wie die bisherigen Messungen ergeben haben. Nun erfolgen diese Untersuchungen erstmals in 13.000 Metern Höhe.

Satellitendaten zur Südatlantischen Anomalie
Satellitendaten zur Südatlantischen Anomalie
Daten des DLR-Satelliten Eu:CROPIS zeigen beispielhaft in 600 Kilometern Höhe die Südatlantische Anomalie (gelber Bereich). Die Daten wurden mit dem Detektor RAMIS der Abteilung Strahlenbiologie des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin gewonnen. Mit dem Strahlungsmessgerät RAMIS konnten während der Eu:CROPIS-Mission Daten nahezu um den gesamten Erdball erfasst werden.

Das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln unterstützt Lufthansa beim gesetzlichen Strahlenschutz für das Fliegende Personal schon seit 2001. „Die Exposition aufgrund der kosmischen Strahlung ermitteln wir mit einem Modell, das wir regelmäßig auf Messflügen überprüfen“, erklärt Dr. Matthias M. Meier, Leiter der Arbeitsgruppe Strahlenschutz in der Luftfahrt. Er forscht seit Jahren im DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin über die Strahlenexposition auf Reiseflughöhen. „Würden wir jetzt eine signifikante Abweichung von unseren Modellrechnungen beobachten, wäre das eine kleine wissenschaftliche Sensation“, sagt er.

Lufthansa startet wieder im Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Das AWI tauscht die Besatzung des Forschungsschiffs Polarstern aus und holt die Teilnehmenden einer Antarktis-Forschungsexpedition ab. Auf dem Rückweg aus dem Forschungsgebiet stoppt die Polarstern in der Atkabucht, wo 25 weitere Menschen an Bord gehen: Das Sommerpersonal sowie das Überwinterungsteam der Neumayer-Station III. Letzteres kehrt nach über 15 Monaten in der Antarktis zurück nach Deutschland. Das DLR betreibt in der Antarktis direkt neben der Neumayer-Station III des AWI das Gewächshaus EDEN ISS zur Erprobung der Gemüsezucht für zukünftige astronautische Missionen zu Mond und Mars.

„Wir freuen uns, mit dem zweiten Flug nicht nur die Polarforschungsexpedition des AWI unterstützen zu können, sondern auch einen wichtigen Beitrag für die Klima- und Strahlenforschung leisten zu können“, sagt Thomas Jahn, Flottenkapitän und Projektleiter Falkland bei Lufthansa. Da die Hygieneanforderungen auch für den zweiten Flug auf die Falkland-Inseln extrem hoch sind, sind die 17-köpfige Lufthansa-Crew, das DLR-Forscherteam und alle weiteren Passagiere bereits seit dem 15. März in einem Hotel in Bremerhaven in Quarantäne. Voraussichtlich am 3. April wird Lufthansa das DLR-Team, die Polarstern-Besatzung und die internationale Forschungsgruppe des AWI nonstop zurück nach München fliegen.

Dr. Mat­thi­as Mei­er, DLR-In­sti­tut für Luft- und Raum­fahrt­me­di­zin
Die Kof­fer sind ge­packt, die Ge­rä­te vor­be­rei­tet: Dr. Mat­thi­as Mei­er, Lei­ter der Ar­beits­grup­pe Strah­len­schutz in der Luft­fahrt beim DLR, er­klärt, wie die Mes­sun­gen wäh­rend des Flu­ges in 13.000 Me­tern Hö­he durch­ge­führt wer­den.

Kontakt
  • Falk Dambowsky
    Pres­se­re­dak­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Kom­mu­ni­ka­ti­on und Pres­se
    Telefon: +49 2203 601-3959
    Linder Höhe
    51147 Köln
    Kontaktieren
  • Katja Lenz
    Pres­se­re­dak­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Kom­mu­ni­ka­ti­on und Pres­se
    Telefon: +49 2203 601-5401
    Linder Höhe
    51147 Köln
    Kontaktieren
  • Dr. Matthias Meier
    Strah­len­bio­lo­gie
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für Luft- und Raum­fahrt­me­di­zin
    Linder Höhe
    51147 Köln
    Kontaktieren
DLR-Pressemitteilungen

Newslet­ter

Blei­ben Sie auf dem Lau­fen­den und abon­nie­ren Sie den DLR-Newslet­ter mit Ar­ti­keln der DLR-Re­dak­ti­on in deut­scher und eng­li­scher Spra­che.

Neueste Nachrichten

Hauptmenü