30. April 2021
Isar Aerospace Technologies GmbH gewinnt den Mikrolauncher-Wettbewerb der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR

Klei­ne Trä­ger - großer Markt

Gewinnerurkunde Mikrolauncher-Wettbewerb
Herz­li­chen Glück­wunsch an Isar Ae­ro­space
Bild 1/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Herzlichen Glückwunsch an Isar Aerospace

Die Isar Ae­ro­space Tech­no­lo­gies GmbH hat die Pha­se 2 des Mi­cro­laun­cher-Wett­be­werbs der Deut­schen Raum­fahr­t­agen­tur im DLR ge­won­nen. Wir gra­tu­lie­ren ganz herz­lich.
Peter Altmaier kürt Gewinner
Bun­des­mi­nis­ter für Wirt­schaft und Ener­gie, Pe­ter Alt­mai­er, kürt den Ge­win­ner
Bild 2/6, Credit: BMWi/Eriksson

Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, kürt den Gewinner

Der Bun­des­mi­nis­ter für Wirt­schaft und Ener­gie, Pe­ter Alt­mai­er (links), kür­te am 30. April 2021 ge­mein­sam mit Tho­mas Jar­zom­bek MdB, Ko­or­di­na­tor der Bun­des­re­gie­rung für die Luft- und Raum­fahrt, Schirm­herr und Ju­ryvor­sit­zen­der, den Sie­ger des Mi­kro­laun­cher-Wett­be­werbs der Deut­schen Raum­fahr­t­agen­tur im DLR. Für den Ge­win­ner war Da­niel Metz­ler, CEO von Isar Ae­ro­space, mit bei der vir­tu­el­len Pres­se­kon­fe­renz da­bei.
Mikrolauncher starten durch
Mi­kro­laun­cher star­ten durch
Bild 3/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Mikrolauncher starten durch

Die Welt der klei­nen Trä­ger ist groß. Mehr als hun­dert Pro­jek­te ver­su­chen, sich auf dem glo­ba­len Trä­ger­markt zu be­haup­ten. Sehr vie­le da­von kom­men aus den USA. Auch in Chi­na gibt es dut­zen­de Fir­men, die ver­su­chen, im Klein­trä­ger­ge­schäft Fuß zu fas­sen. In Eu­ro­pa sind un­ter an­de­rem die Fir­men Orbex, PLD Space und Sky­ro­ra „hei­ße“ Kan­di­da­ten für ei­nen Mark­ter­folg. In Deutsch­land wol­len Isar Ae­ro­space, Rocket Fac­to­ry Augs­burg und HyIm­pul­se den Durch­bruch schaf­fen.
Spectrum
Spec­trum
Bild 4/6, Credit: Isar Aerospace Technologies GmbH

Spectrum

Ot­to­brunn ist als Raum­fahrt­stand­ort längst eta­bliert. In der baye­ri­schen Ge­mein­de ent­wi­ckelt und pro­du­ziert das im Jahr 2018 ge­grün­de­te Un­ter­neh­men Isar Ae­ro­space sei­ne „Spec­trum“-Ra­ke­te. Der 28 Me­ter lan­ge Klein­trä­ger ist zwei­stu­fig auf­ge­baut und ver­wen­det leich­ten Koh­len­was­ser­stoff und Flüs­sig­sau­er­stoff als Treib­stoff. Die Trieb­wer­ke wer­den in Kiru­na (Nord­schwe­den) ge­tes­tet. In den Welt­raum soll die Spec­trum-Ra­ke­te von der nor­we­gi­schen In­sel An­dø­ya und vom eu­ro­päi­schen Welt­raum­bahn­hof in Fran­zö­sisch-Gu­ya­na aus star­ten und Klein­sa­tel­li­ten bis zu 1.000 Ki­lo­gramm in ei­nen nied­ri­gen Er­dor­bit brin­gen. Auf An­dø­ya, wo schon seit den 1960er-Jah­ren sub­or­bi­ta­le For­schungs­ra­ke­ten ab­he­ben, ent­steht ge­ra­de ein neu­er Welt­raum­bahn­hof für den Start die­ser Sa­tel­li­ten­klas­se. Dort hat sich das Ot­to­brun­ner Start-up jetzt für die kom­men­den zwan­zig Jah­re ei­nen ex­klu­si­ven Start­platz ge­si­chert. Im Bild: die Spec­trum-Ober­stu­fe in der Mon­ta­ge­hal­le bei Isar Ae­ro­space in Ot­to­brunn
HyImpulse Mini-Launcher
HyIm­pul­se Mi­ni-Laun­cher SL1
Bild 5/6, Credit: HyImpulse Technologies GmbH

HyImpulse Mini-Launcher SL1

Aus Neu­en­stadt am Ko­cher kommt ei­ne be­son­de­re Idee: Das im Jahr 2018 ge­grün­de­te Start-up HyIm­pul­se will sei­ne „HyIm­pul­se Mi­ni-Laun­cher SL1“-Ra­ke­te mit ei­nem un­ge­wöhn­li­chen Trieb­werk star­ten. Es soll ne­ben flüs­si­gem Sau­er­stoff als Brenn­stoff kein Ra­ke­ten­ke­ro­sin ver­wen­den, son­dern Öko-Pa­raf­fin - ein­fach aus­ge­drückt Ker­zen­wachs. Mit die­ser spe­zi­el­len hy­bri­den An­triebs­tech­nik, die glei­cher­ma­ßen si­cher und güns­tig ist, will das Un­ter­neh­men ei­ne Vor­rei­ter­rol­le in Eu­ro­pa ein­neh­men. Ge­tes­tet wur­de das Trieb­werk am DLR-Stand­ort in Lam­polds­hau­sen. Die drei­stu­fi­ge, 27 Me­ter lan­ge Ra­ke­te soll ma­xi­mal 500 Ki­lo­gramm Nutz­last in den nied­ri­gen Er­dor­bit trans­por­tie­ren. Als mög­li­che Start­plät­ze kom­men die Shet­land In­seln, Kiru­na (Nord­schwe­den), der eu­ro­päi­sche Welt­raum­bahn­hof in Fran­zö­sisch-Gu­ya­na und Wha­lers Way (Aus­tra­li­en) in Fra­ge. Im Bild: HyIm­pul­se Trieb­werks­tests beim DLR am Stand­ort Lam­polds­hau­sen
RFA One
RFA One
Bild 6/6, Credit: Rocket Factory Augsburg AG

RFA One

Die im Süd­wes­ten Bay­erns ge­le­ge­ne Stadt Augs­burg hat schon durch die Fug­ger ei­ne star­ke Wirt­schaft­stra­di­ti­on. Nun will das im Jahr 2018 ge­grün­de­te Un­ter­neh­men Rocket Fac­to­ry Augs­burg mit sei­ner „RFA One“-Ra­ke­te im Klein­trä­ger­markt Fuß fas­sen. In ei­ner neu be­zo­ge­nen Hal­le will das Un­ter­neh­men mög­lichst bald in Se­ri­en­fer­ti­gung ge­hen und da­mit den Kun­den sehr fle­xi­ble Start­ter­mi­ne zu güns­ti­gen Prei­sen an­bie­ten. Die 24 Me­ter lan­ge Ra­ke­te wird mit flüs­si­gem Sau­er­stoff und flüs­si­gen Koh­len­was­ser­stof­fen be­trie­ben und bis zu 1.300 Ki­lo­gramm in den nied­ri­gen Er­dor­bit trans­por­tie­ren. Ge­tes­tet wird der An­trieb in Kiru­na (Nord­schwe­den). Als Star­tor­te kom­men An­do­ya (Nor­we­gen), Azo­ren und Kou­rou (Fran­zö­sisch-Gu­ya­na) in Fra­ge. Im Bild: Dom­kap­pen für die Se­ri­en­fer­ti­gung der Treib­stofftanks
  • Am 30. April 2021 hat der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, den Sieger im "Mikrolauncher-Wettbewerb" der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gekürt.
  • Isar Aerospace Technologies GmbH erhält elf Millionen Euro aus der "BOOST!"-Initiative im "Commercial Space Transportation Services und Support" (C-STS)-Programm der Europäischen Weltraumorganisation ESA für die Qualifikation und zwei Demonstrationsflüge ihres Trägers Spectrum.
  • Der Erstflug soll im Zeitraum 2022 bis 2023 stattfinden und kleine, insgesamt bis zu 150 Kilogramm leichte, institutionelle Nutzlasten kostenfrei auf ihre Umlaufbahnen transportieren.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Kommerzialisierung, Start-ups

Viele Satelliten werden immer kleiner und leichter. In der Regel werden sie als "Handgepäck" zusammen mit anderen, größeren Satelliten gestartet, deren Betreiber die Rahmenbedingungen festlegen. Um gerade kleine Satelliten als Hauptnutzlast auf ihre Umlaufbahnen zu bringen, hat sich mittlerweile eine eigene Raketenklasse etabliert - die sogenannten Mikrolauncher. In den USA und in China boomt dieser Kleinträgermarkt.

Damit auch deutsche Start-ups von dieser globalen "New Space"-Entwicklung profitieren, hat die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR am 15. Mai 2020 den Mikrolauncher-Wettbewerb gestartet. Deren erster Sieger wurde nun - in der Hauptrunde des Wettbewerbs - von einer Experten-Jury ausgewählt und am 30. April 2021 zum Sieger gekürt: "Ich gratuliere Isar Aerospace Technologies GmbH im Namen der Bundesregierung zum Gewinn des New-Space-Launcher-Wettbewerbs. Heute beginnt der Aufbruch in eine neue Ära der Raumfahrt Europas! Wir freuen uns darauf, beim Erstflug ihrer Spectrum-Rakete dabei zu sein. Die Newspace-Launcher-Strategie der ESA ist ein klares role model für den Umbau der europäischen Raumfahrt", erklärt Thomas Jarzombek MdB, Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Schirmherr und Juryvorsitzender des Mikrolauncher-Wettbewerbs.

Der DLR Mi­kro­laun­cher-Wett­be­werb
Der DLR Mi­kro­laun­cher-Wett­be­werb.
Credit: BMWi

Deutsche Raumfahrt-Gründerszene global konkurrenzfähig

"Mit Spectrum hat das junge Unternehmen nicht nur einen vielversprechenden Kleinträger im Programm. Isar Aerospace Technologies GmbH hat uns auch ein überzeugendes Konzept für ein tragfähiges Geschäftsmodell vorgelegt, dass sich nach Einschätzung der Jury auf lange Sicht am Mikrolauncher-Markt durchsetzen kann. Damit hat die deutsche Gründerszene gezeigt, dass sie im internationalen Marktsegment der kleinen Träger konkurrenzfähig ist", betont Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. Mit dem Mikrolauncher-Wettbewerb werden drei deutsche Start-ups in einer Gesamthöhe von 25 Millionen Euro aus dem deutschen Beitrag im ESA-Launcher-Programm unterstützt, so genannte kleine Trägerraketen zu entwickeln und kommerziell zu betreiben. Die Wettbewerbskriterien umfassen dabei nicht nur die technische Konzeption eines Trägerservices, sondern auch betriebswirtschaftliche und finanzielle Aspekte - es geht um die Entwicklung und Umsetzung funktionierender Geschäftsmodelle.

Dr. Walt­her Pel­zer
Dr. Walt­her Pel­zer, DLR-Vor­stand und Lei­ter der Deut­schen Raum­fahr­t­agen­tur im DLR, kün­digt die Sie­ger­eh­rung der Pha­se 2 des Mi­cro­laun­cher-Wett­be­werbs an und er­klärt den Wett­be­werb.

Die Teams der HyImpulse Technologies GmbH aus Neuenstadt am Kocher, von Isar Aerospace Technologies aus München und der Rocket Factory Augsburg hatten sich im Juli 2020 für die Hauptrunde qualifiziert. Am 3. November 2020 hatte die ESA die ersten drei Verträge über jeweils 500.000 Euro an die drei KMU aus Deutschland vergeben. Die Förderung durch die ESA erfolgt mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), die Deutschland auf der vergangenen ESA-Ministerratskonferenz "Space19+" im November 2019 in Sevilla gezeichnet hat. HyImpulse, Isar Aerospace und Rocket Factory Augsburg haben sich alle 2018 gegründet. "In der aktuellen Runde des Mikrolauncher-Wettbewerbs hat sich zwar Isar Aerospace Technologies GmbH durchgesetzt, aber auch HyImpulse Technologies GmbH und Rocket Factory Augsburg AG haben signifikante Fortschritte erzielt. In diesem engen Rennen erhalten beide Firmen mit ihren erfolgversprechenden Konzepten im April 2022 eine zweite Chance, ihrerseits eine Förderung in Höhe von elf Millionen Euro zu erhalten", betont DLR-Vorstand Walther Pelzer.

Paradigmenwechsel

Die Raumfahrt wandelt sich aktuell sehr: Bis vor etwa zehn Jahren wurden Satelliten vor allem groß und schwer gebaut, damit sie möglichst viele unterschiedliche Nutzlasten tragen konnten. Die Aufträge dafür kamen meist von staatlichen Auftraggebern. Heute starten immer mehr private Raumfahrtfirmen Satelliten. Für sie stehen stärker die aus den Satellitendaten erzeugten Anwendungen und Dienstleistungen im Vordergrund - und die Kosten. "Um uns an die Spitze des Wandels in der Raumfahrt zu setzen haben wir heute einen entscheidenden Schritt getan. Dabei gibt es heute tatsächlich drei Gewinner. Denn alle drei Unternehmen haben gezeigt, dass sie ohne den Steuerzahler ins Risiko zu setzen, spannende Raumfahrttechnologie entwickelt haben und mit hoch konkurrenzfähigen Launchern in den Markt gehen werden. Im nächsten Jahr wird es einen weiteren Auftrag im Rahmen unseres Wettbewerbs geben. Es kommt jetzt darauf an, dass wir die Beschaffung von Raketenstarts in Europa - bei der ESA, der EU und den Mitgliedsstaaten - offen ausgestalten, so dass diese drei Anbieter fair mit den Etablierten um Aufträge konkurrieren können und sich hier ein echter Markt entwickelt", sagt Raumfahrtkoordinator Thomas Jarzombek.

Kontakt
  • Martin Fleischmann
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
    Stra­te­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 228 447-120
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
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  • Holger Burkhardt
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
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