1. Juli 2021
Falcon 9 Rakete bringt ADEO-N2-Testmission in die Umlaufbahn

De-Or­bit-Se­gel sol­len Welt­raum zu­künf­tig sau­be­rer hal­ten

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SpaceX Falcon 9 beim Start
SpaceX Fal­con 9 beim Start
Bild 1/2, Credit: SpaceX

SpaceX Falcon 9 beim Start

An Bord: Der ION-Sa­tel­li­ten­trä­ger des ita­lie­ni­schen Un­ter­neh­mens D-Or­bit auf sei­ner "Wild Ri­de"-Missi­on (Sym­bol­bild).
ADEO-N2 De-Orbit-Segel
ADEO-N2 De-Or­bit-Se­gel
Bild 2/2, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

ADEO-N2 De-Orbit-Segel

Das in der Missi­on zu tes­ten­de Sys­tem samt Se­gel hat ein Ge­wicht von le­dig­lich 800 Gramm, bei Ab­mes­sun­gen von nur 10 x 10 x 10 Zen­ti­me­tern im ge­fal­te­ten Zu­stand und ei­ner Se­gel­flä­che von 3,6 Qua­drat­me­tern. Die Grö­ße des De-Or­bit-Se­gels ist aber ska­lier­bar und kann auf das je­wei­li­ge Raum­fahr­zeug zu­ge­schnit­ten wer­den.
  • Falcon-9-Rakete bringt Satellitentechnologie ins All, die vom DLR mitentwickelt wurde.
  • Ultraleichte Segel, sogenannte De-Orbit-Sails, sollen ausgediente Satelliten zukünftig nach ihrer Mission schneller in die Erdatmosphäre zurückbringen.
  • Ende 2021/Anfang 2022 ist der Entfaltungstest des Segels im All geplant. Der verwendete Satellit wird danach in der Erdatmosphäre verglühen.
  • Schwerpunkt: Raumfahrt

Am Mittwoch, 30. Juni 2021, um 21:31 Uhr MESZ hob eine Falcon 9 von SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral, Florida, ab. Mit an Bord: Der ION-Satellitenträger des italienischen Unternehmens D-Orbit auf seiner "Wild Ride"-Mission mit Tech-Passagieren aus elf Ländern. Nach Abschluss der Mission wird der Satellitenträger selbst zum Testobjekt. Er soll sicher und schnell in die Erdatmosphäre zurückgebracht werden, um so Weltraumschrott zu vermeiden. Das hierfür genutzte De-Orbit-Sail des Bremsmoduls ADEO-N2 der Firma HPS hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen mitentwickelt.

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SpaceX - Transporter 2 Mission (engl.) (T -10 sec @ 00:14:44)
SpaceX is targeting Wednesday, June 30 at 3:31 p.m. EDT for launch of Transporter-2, SpaceX’s second dedicated SmallSat Rideshare Program mission, from Space Launch Complex 40 (SLC-40) at Cape Canaveral Space Force Station in Florida. This mission also marks SpaceX’s second launch to a polar orbit...
Credit: YouTube/SpaceX

Das DLR-Institut für Raumfahrtsysteme arbeitet seit vielen Jahren mit der Münchner Firma HPS auf dem Gebiet der Rückführung von Satelliten in die Erdatmosphäre zusammen. In nunmehr drei von der europäischen Weltraumagentur ESA finanzierten Projekten hat das DLR sein Know-How im Bereich der Auswahl, des Designs und der Qualifikation der Membran des De-Orbit-Sails eingebracht. Sämtliche Umwelt- und Entfaltungstests wurden am DLR in Bremen durchgeführt.

„Die Innovation liegt darin, einen Satelliten aus einem niedrigen Orbit schneller in die Erdatmosphäre zurückzubringen. Hierzu muss das Segel einwandfrei funktionieren, nachdem es zehn bis 20 Jahre im Orbit in gestauter Konfiguration gelagert wurde. Weiterhin müssen Materialien eingesetzt werden, welche extrem dünn und leicht sind. Sie müssen zudem unter Weltraumbedingungen sehr langlebig sein und stabil bleiben“, erläutert Tom Spröwitz, Leiter der Abteilung Mechanik und Thermalsysteme im Bremer DLR-Institut für Raumfahrtsysteme.

Weltraumschrott: Gefahr für die Raumfahrt
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Vor allem in niedrigen Erdorbit wird es voll.

Das in der Mission zu testende System samt Segel hat ein Gewicht von lediglich 800 Gramm, bei Abmessungen von nur 10 x 10 x 10 Zentimetern im gefalteten Zustand. Die ausgebreitete Segelfläche beträgt 3,6 Quadratmeter. Die Größe und das Konzept des De-Orbit-Sails sind skalierbar und können an die Größe verschiedener Raumfahrzeuge angepasst werden.

Die Idee dahinter: "Haltet den Weltraum einfach 'CleanGreen', indem Ihr nur mit einer Technik an Bord startet, die alles nach Gebrauch auch schnell wieder 'nach Hause' bringt", sagt Ernst K. Pfeiffer, Geschäftsführer des deutschen Raumfahrtunternehmens HPS.

Entscheidend ist, dass das Segel den Widerstand eines Satelliten auf seiner niedrigen Umlaufbahn erhöht. Durch die Reibung der Restatmosphäre nimmt die Bahnhöhe schneller ab, bis der ION-Satellit rückstandsfrei in der dichteren Erdatmosphäre verglüht. Die Entfaltung des Segels ist in der Mission für Ende 2021/Anfang 2022 geplant.

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