16. November 2022
Aufbruch zum Mond

NA­SA-Mond­mis­si­on Ar­te­mis I er­folg­reich ge­star­tet

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Die SLS-Rakete hebt ab zum Mond
Die SLS-Ra­ke­te hebt ab zum Mond
Bild 1/6, Credit: NASA/Bill Ingalls

Die SLS-Rakete hebt ab zum Mond

Am 16. No­vem­ber 2022 um 7:47 Uhr MEZ ist die un­be­mann­te Test­mis­si­on Ar­te­mis I vom Ken­ne­dy Space Cen­ter in Ca­pe Ca­na­ve­ral (Flo­ri­da) zum Mond ge­star­tet.
Beeindruckender Anblick des Artemis-I-Starts
Be­ein­dru­cken­der An­blick des Ar­te­mis-I-Starts
Bild 2/6, Credit: DLR/Jochemich

Beeindruckender Anblick des Artemis-I-Starts

Start der NA­SA-SLS-Ra­ke­te mit dem Ori­on-Raum­schiff am 16. No­vem­ber 2022 von der Star­tram­pe 39B am Ken­ne­dy Space Cen­ter der NA­SA in Flo­ri­da.
NASA-Mission Artemis 1
NA­SA-Missi­on Ar­te­mis 1
Bild 3/6, Credit: NASA

NASA-Mission Artemis 1

Mit dem Rei­se­ziel Mond wird die NA­SA-Missi­on Ar­te­mis 1 der ers­te un­be­mann­te Raum­flug des NA­SA-Raum­schiffs Ori­on sein, der die erd­na­hen Or­bits ver­lässt.
Orions Weg zum Mond
Ori­ons Weg zum Mond
Bild 4/6, Credit: Deutsche Raumfahrtagentur im DLR

Orions Weg zum Mond

Bei sei­ner ers­ten Rei­se zum Mond ist Ori­on – an­ge­trie­ben von ESM-1 „Bre­men“ – erst­mals un­be­mannt zum Mond un­ter­wegs. Das Raum­fahr­zeug soll den Erdtra­ban­ten mehr­fach um­run­den und an­schlie­ßend zur Er­de zu­rück­keh­ren. Erst bei der zwei­ten Missi­on wer­den Astro­nau­ten in der Kap­sel zum Mond rei­sen und ihn um­run­den. Un­ter dem Ar­te­mis-Pro­gramm will die NA­SA bis 2024 erst­mals ei­ne Frau und die nächs­ten Män­ner auf dem Mond lan­den las­sen.
Helga und Zohar auf ihren Plätzen im Cockpit des Orion-Raumschiffs
Hel­ga und Zo­har auf ih­ren Plät­zen im Cock­pit des Ori­on-Raum­schiffs
Bild 5/6, Credit: NASA/LM/DLR

Helga und Zohar auf ihren Plätzen im Cockpit des Orion-Raumschiffs

Die bei­den DLR-Strah­lungs­mess­pup­pen Hel­ga und Zo­har des Ex­pe­ri­ments MA­RE sind nun be­reit für ih­ren Flug zum Mond und wie­der zu­rück.
15-m-Antenne in Weilheim
15-m-An­ten­ne in Weil­heim
Bild 6/6, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

15-m-Antenne in Weilheim

Die Bo­den­sta­ti­on Weil­heim des DLR ver­fügt über zwei 15-m-An­ten­nen, die für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit geo­sta­tio­nären und erd­na­hen Raum­fahr­zeu­gen ein­ge­setzt wer­den. Mit die­sen An­ten­nen wur­den be­reits zahl­rei­che Po­si­tio­nie­run­gen von Nach­rich­ten­sa­tel­li­ten und wis­sen­schaft­li­che Raum­flug­mis­sio­nen er­folg­reich durch­ge­führt. Die Sa­tel­li­ten­bo­den­sta­ti­on wird vom Deut­schen Raum­fahrt­kon­troll­zen­trum (GS­OC) des DLR be­trie­ben.
  • 50 Jahre nach der letzten Mondlandung leitete die NASA am 16. November 2022 um 7:47 Uhr MEZ mit dem Start ihrer neuen, 98 Meter hohen Schwerlastrakete SLS (Space Launch System) vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral (Florida) die Rückkehr zum Mond ein.
  • Europa und insbesondere Deutschland sind mit dem ’European Service Module‘ ESM1 wesentlich an diesem ersten Testflug beteiligt.
  • Mit an Bord sind die beiden Astronautinnen-Phantome Helga und Zohar des DLR-Experiments MARE, mit dem erstmals die Strahlenbelastung auf den weiblichen Organismus außerhalb der Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS gemessen wird.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Exploration, Mond, Internationale Zusammenarbeit, kosmische Strahlung

Am 16. November 2022 ist die NASA-Mission Artemis I von der Startrampe 39B am Kennedy Space Center der NASA in Florida zum Mond gestartet. Um 7:47 Uhr MEZ hob die neue SLS-Rakete mit ihrem Raumschiff Orion an Bord in Richtung unseres Erdtrabanten ab. Die Mission soll 26 Tage dauern. Das Raumschiff Orion, dessen Service- und Antriebsmodul das hauptsächlich in Deutschland gebaute ESM (European Service Modul) ist, soll dabei den Mond mehrfach umrunden. Mit an Bord befinden sich auch zwei Strahlenmesspuppen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Rückkehr des Orion-Raumschiffs zur Erde ist für den 11. Dezember 2022 geplant.

Artemis I ist die erste in einer Reihe von Missionen des Artemis-Programms der NASA. Es sieht vor, nach mehr als 50 Jahren wieder Menschen auf dem Mond zu landen, dort gemeinsam mit internationalen Partnern eine dauerhafte Basis zu errichten und eine Raumstation in der Mondumlaufbahn zu bauen, von der aus Menschen zu weiter entfernten Zielen, einschließlich des Mars, aufbrechen sollen. Artemis I ist der erste Schritt auf diesem Weg. Bei dieser noch unbemannten Mission werden alle neu entwickelten Systeme im Zusammenspiel getestet – das Orion-Raumschiff, die Schwerlastrakete SLS (Space Launch System) und die Bodensysteme.

Vi­deo: Prof.-Ing. An­ke Kays­ser-Py­zal­la gra­tu­liert zum Start von Ar­te­mis I
Prof.-Ing. An­ke Kays­ser-Py­zal­la, Vor­stands­vor­sit­zen­de des DLR, gra­tu­liert zum er­folg­rei­chen Start von Ar­te­mis I.

Großer Vertrauensbeweis der NASA in Raumfahrttechnik "Made in Germany"

Ein zentraler Teil der Orion-Raumschiffe ist das Europäische Servicemodul ESM, das im Auftrag der NASA von der Europäischen Weltraumorganisation ESA zu wesentlichen Teilen in Deutschland gebaut wird. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR mit Sitz in Bonn steuert im Auftrag der Bundesregierung die deutschen ESA-Beiträge. Ohne das ESM kann das neue Crew-Raumschiff Orion nicht fliegen. Es beinhaltet das Haupttriebwerk und liefert über vier Solarsegel den Strom, außerdem reguliert es Klima und Temperatur im Raumschiff und lagert Treibstoff, Sauerstoff und Wasservorräte für die Crew. Mit der Artemis-Kooperation greift die NASA zum ersten Mal bei einer kritischen Komponente für astronautische Missionen auf Partner aus anderen Staaten zurück – ein enormer Vertrauensbeweis in die Leistungsfähigkeit der europäischen Raumfahrtnationen.

Vi­deo: Dr. Walt­her Pel­zer gra­tu­liert zum Start von Ar­te­mis I
Dr. Walt­her Pel­zer, DLR-Vor­stands­mit­glied und Lei­ter der Deut­schen Raum­fahr­t­agen­tur im DLR, gra­tu­liert zum er­folg­rei­chen Start von Ar­te­mis I.

Die Strahlenbelastung auf dem Weg zum Mond messen

Mit an Bord des Orion-Raumschiffs befinden sich zwei „Astronautinnen-Phantome“ mit Namen Helga und Zohar. Sie sind mit speziellen Strahlungsdetektoren ausgestattete Messkörper, die den weiblichen Torso samt seinen Fortpflanzungsorganen nachbilden, sodass die Strahlungsdosis in den besonders strahlungsempfindlichen Organen gemessen werden kann. MARE (Matroshka AstroRad Radiation Experiment), so der Name des Experiments, das vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin geleitet wird, erforscht, welche Strahlenbelastung auf die zukünftigen Artemis-Crews zukommen wird.

Wissenschaftliche Unterstützungsleistungen für Artemis I

Auch die DLR-Einrichtung Raumflugbetrieb und Astronautentraining ist an der Mission beteiligt. Die ihm zugehörige Zentralstation des Deutschen Bodensystems in Weilheim wurde als Partner ausgewählt, um wissenschaftliche Unterstützungsleistungen für Artemis I durchzuführen. Hierbei handelt es sich um eine „One-Way Doppler Messung“ als derzeit präzisestes Verfahren zur Bahngeschwindigkeitsbestimmung des Raumflugobjekts. Die Daten aus Weilheim werden im NASA-Headquarter ausgewertet. Für diese Doppler-Messungen bietet die Bodenstation Weilheim die nötige Antennenausstattung, die richtige geographische Lage und die technische Fähigkeit – damit ist sie ein „offizieller Unterstützer“ von Artemis I.

Datentransfer zum ESM-Support Center

Das Deutsche Raumfahrtkontrollzentrum (GSOC) des DLR-Raumflugbetriebs in Oberpfaffenhofen leistet ebenfalls einen Beitrag zur Mission: Es betreibt den europäischen Teil des Bodensegments, das heißt, es leitet alle relevanten Daten weiter zum Europäischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrum ESTEC – das Support Center des Europäischen Service Moduls ESM. Das ist, perspektivisch gesehen, das erste Mitwirken des GSOC bei zukünftigen Mond-Missionen. Auch der Betrieb des „Human Exploration Control Centers“ (HECC) wird bereits vorbereitet – das europäische Kontrollzentrum für astronautische Missionen zum Mond und Mars.

Video: Mondmission #Artemis 1 erfolgreich gestartet (Recap NASA-Livestream)
50 Jahre nach der letzten Mondlandung leitete die NASA am 16. November 2022 um 7:47 Uhr MEZ mit dem Start der 98 Meter hohen SLS-Rakete (Space Launch System) vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral (Florida) die Rückkehr zum #Mond ein. Europa und insbesondere Deutschland sind mit dem European...

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